Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Aktuelles aus dem Kreisverband

14.04.2026
Wenn Inklusion Wurzeln schlägt und auf dem Hof Früchte trägt

Ein Interview mit Rebecca Kleinheitz über das Netzwerk alma

Inklusion ist in der Landwirtschaft kein neues Konzept, sie wurde auf vielen Höfen schon immer ganz selbstverständlich gelebt. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Fähigkeiten, gemeinsames Arbeiten: Was heute oft als innovativer Ansatz beschrieben wird, hat in der Landwirtschaft eine lange Tradition. Genau hier setzt das Netzwerk alma an und entwickelt diese gewachsene Realität weiter.

Rebecca Kleinheitz, Geschäftsführerin des Netzwerks, spricht nicht von Theorie, sondern von gelebter Praxis. Ihr Ansatz ist so simpel wie wirkungsvoll: Menschen und Betriebe zusammenbringen, sodass beide Seiten profitieren. Eine klassische Win-Win-Situation – allerdings eine, die Fingerspitzengefühl braucht. Denn im Hintergrund stehen komplexe Fragen zu Finanzierung, rechtlichen Rahmenbedingungen und individueller Unterstützung. „Es geht nicht darum Behinderte Menschen als günstige Arbeitskräfte auszunutzen“, betont sie, „sondern faire Bedingungen für alle zu schaffen.“

Eine Idee, die gewachsen ist

Die Wurzeln von alma reichen weiter zurück, als man vermuten würde. Erste Impulse entstanden bereits am FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), wo sich zeigte, wie groß der Bedarf an Beratung in diesem Bereich ist. Aus einer Vision wurde ein Verein, später sogar eine Genossenschaft, eine notwendige Weiterentwicklung, um finanzielle Mittel direkt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden: auf die Höfe. Denn das bestehende Sozialrecht sieht in der Regel keine direkte Vergütung landwirtschaftlicher Betriebe vor, finanzielle Mittel richten sich primär an soziale Einrichtungen. Die Genossenschaft fungiert daher als vermittelnde Struktur, um diese Lücke zu schließen.

Die Idee dahinter ist ebenso pragmatisch wie innovativ: Menschen mit Behinderung werden angestellt und über Kooperationsverträge in landwirtschaftliche Betriebe integriert. So entsteht ein System, das nicht nur funktioniert, sondern echte Teilhabe ermöglicht.

Inklusion neu gedacht

Doch was bedeutet Inklusion eigentlich konkret, jenseits von politischen Schlagworten? Für Kleinheitz ist die Antwort klar: „Die Arbeit muss sich an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt.“ Ein Ansatz, der nicht nur inklusiv ist, sondern grundsätzlich sinnvoll erscheint. Denn wer die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt, schafft oft bessere Arbeitsbedingungen für alle.

Gerade die Landwirtschaft bietet dafür einen fruchtbaren Boden. Kaum ein Berufsfeld ist so vielfältig, so sinnstiftend und so unmittelbar erfahrbar. Hier wird Arbeit sichtbar: Pflanzen wachsen, Tiere werden versorgt, Abläufe greifen ineinander. Diese direkte Rückmeldung stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und ist ein zentraler Faktor, gerade für Menschen, die im klassischen Arbeitsmarkt oft übersehen werden.

Überraschend normal

Ein häufiges Aha-Erlebnis für die teilnehmenden Betriebe: Inklusion fühlt sich oft viel weniger „anders“ an, als erwartet. Anfangs herrscht Unsicherheit – Was darf ich? Was muss ich beachten? Doch Missverständnisse lösen sich schnell auf, etwa die Sorge, ständig begleiten zu müssen. In den meisten Fällen arbeiten Menschen mit Behinderung nach einer sorgfältigen Einweisung auch selbstständig. Gleichzeitig entstehen neue Strukturen, so werden Arbeitsabläufe klarer und Kommunikation bewusster. Veränderungen, die letztlich dem gesamten Betrieb zugutekommen.

Mehr als ein Arbeitsplatz

Für die Menschen selbst bedeutet die Arbeit auf dem Hof weit mehr als nur Beschäftigung. Sie schafft Identität, Stolz und Zugehörigkeit. „Der Job spielt in unserer Gesellschaft eine enorme Rolle“, sagt Kleinheitz. „Und genau das spüren wir hier auch.“ Die Rückmeldungen sind durchweg positiv, unabhängig davon, ob jemand langfristig in der Landwirtschaft bleibt oder neue Wege einschlägt.

Zwischen Vision und Realität

Trotz aller Erfolge bleibt der Weg herausfordernd. Strukturelle Hürden, insbesondere bei der Finanzierung, bremsen die Entwicklung. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland noch hinter Ländern wie den Niederlanden zurück, wo bessere Rahmenbedingungen bestehen.

Die Vision von alma ist deshalb klar: Eine Gesellschaft, die den sozialen Mehrwert solcher Modelle nicht nur erkennt, sondern bewusst wertschätzt und die damit verbundene Mehrleistung auch entsprechend honoriert. In der verstanden wird, dass Inklusion kein „Zusatz“ ist, sondern ein Beitrag zum Gemeinwohl, der Ressourcen, Zeit und Engagement erfordert. Und in der genau dafür tragfähige Rahmenbedingungen geschaffen werden, sodass Vielfalt nicht nur mitgedacht, sondern selbstverständlich gelebt werden kann.

Und was können wir tun?

Veränderung beginnt bei uns allen - im Kleinen und ganz konkret. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten: beim Pendeln unterstützen, Strukturen mitdenken oder kreative Lösungen finden, wie die Person, die mit Fotos einem tauben Mitarbeiter den Arbeitsalltag erleichtert hat. Es sind genau diese individuellen Impulse, die deutlich machen: Inklusion ist keine abstrakte Aufgabe, sondern eine, die wir gemeinsam gestalten.

Am Ende bleibt ein Gedanke, der nachwirkt: Die Landwirtschaft stellt sich seit jeher eine zentrale Frage: Was braucht es, damit Wachstum möglich wird? Vielleicht ist genau das auch die entscheidende Frage für unsere Gesellschaft.

14.04.2026
Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

Landvolk fordert schnelle politische Maßnahmen zur Sicherung der Landwirtschaft

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend. Das Landvolk Niedersachsen fordert daher kurzfristige Entlastungen und strukturelle politische Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

„Um die aktuell höchst schwierige Situation der Landwirte zu entschärfen, muss dringend gehandelt werden“, betont Landvolkpräsident Holger Hennies. Das im Koalitionsausschuss am 12. April beschlossene Energiesofortprogramm mit einer Absenkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter für zwei Monate sei ein wichtiger Schritt, den das Landvolk ausdrücklich begrüßt. „Für die landwirtschaftlichen Betriebe reicht diese Maßnahme jedoch bei weitem nicht aus. Es braucht weitere gezielte Entlastungen, um die stark gestiegenen Betriebskosten wirksam abzufedern.“ Neben einer temporären Aussetzung oder einer Absenkung der Abgaben könnte eine Erstattungsregelung für Landwirtschaft und Transportwesen kurzfristig und zielgenau Abhilfe schaffen.

Zugleich sieht das Landvolk vor allem die Entwicklung am Düngermarkt als zentrales Risiko für den Pflanzenanbau. „Beim Dünger sprechen wir inzwischen von einem strukturellen Problem, das viele Betriebe im Sommer und Herbst vor existenzielle Entscheidungen stellen wird und sich kurzfristig kaum lösen lässt“, erklärt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. Steigende Energiepreise, internationale Handelswege und geopolitische Unsicherheiten treiben die Kosten weiter in die Höhe.

Das Landvolk fordert daher neben der kurzfristigen Entlastung beim Dieselpreis auch mittel- und langfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Energie- und Gaspreise sowie eine zeitweise Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus, um die europäische Düngemittelproduktion zu sichern.

Weiterhin spiegelt die Kostenentwicklung für Verbraucher bislang nicht die Entwicklung an den Erzeugermärkten wider. „Die Preisentwicklung zeigt deutlich, dass die landwirtschaftlichen Betriebe zwischen steigenden Produktionskosten und stabil hohen Verbraucherpreisen aufgerieben werden“, kritisiert Hennies. Während die Erzeugerpreise nach der Pandemie wieder auf Vor-Corona-Niveau gesunken sind, blieben die Verbraucherpreise im Lebensmitteleinzelhandel weiterhin hoch. Landwirtschaftliche Betriebe profitieren somit nicht von den steigenden Lebensmittelpreisen. Diese Entwicklung lässt sich anhand der Zahlen des Bundesstatistikamtes (Destatis) ablesen. Für Verbraucher sind Getreideprodukte seit 2020 gut 40 Prozent teurer geworden, Erzeuger erhalten für ihr Getreide jedoch nur etwa 3 Prozent mehr.

Westphale ergänzt: „Die entscheidende Frage ist, wie die steigenden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette so verteilt werden können, dass landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich arbeiten können und die Versorgungssicherheit erhalten bleibt.“ Ein Blick auf die Preise entlang der Kette zeige, dass die Markt- und Machtstrukturen im Energie- und Lebensmittelsektor dringend überprüft werden müssen.

Als ein weiterer Aspekt sei in diesem Zusammenhang die nationalen Versorgungssicherheit zu nennen, sagt Hennies. Dazu gehöre auch die Verfügbarkeit von Düngemitteln für die Nahrungsmittelproduktion. „Rund 60 Prozent des Stickstoffdüngers in Niedersachsen stammen aus Tierhaltung und Biogasanlagen“, betont der Landvolk-Präsident. Ein politisch forcierter Abbau der Tierhaltung gefährde die Resilienz der Landwirtschaft somit auch indirekt. Regional geschlossene Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft seien nur mit Tierhaltung möglich.

Das Landvolk Niedersachsen fordert die Politik auf, jetzt entschlossen zu handeln, um die wirtschaftliche Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und die heimische Lebensmittelproduktion langfristig zu erhalten.

02.04.2026
Immer mehr Frauen finden ihren Weg in die Landwirtschaft

Landvolk-Podcast: Sonderstaffel zum UN-Jahr der Landwirtin

In der ersten Folge der neuen Podcast-Staffel stehen zwei Generationen der Landwirtschaft im Mittelpunkt: die Auszubildende Clara Freudenstein und ihre Ausbilderin Sandra Sohnrey. Gemeinsam geben sie Moderatorin Wibke Langehenke Einblicke in ihren Weg in die Branche, beleuchten Entwicklungen im Berufsbild und diskutieren Zukunftsperspektiven – insbesondere für Frauen.

Clara Freudenstein absolviert derzeit ihr drittes Lehrjahr zur Landwirtin auf dem Milchviehbetrieb von Sandra Sohnrey bei Göttingen. Aufgewachsen ist sie auf einem Ackerbaubetrieb, den sie perspektivisch übernehmen möchte. Die Entscheidung für die Ausbildung sei bewusst gefallen – vor allem, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Besonders der Wechsel auf einen Milchviehbetrieb habe ihr neue Perspektiven eröffnet. „Man lernt Dinge, die man von zu Hause nicht kennt“, beschreibt sie die Vielfalt der Ausbildung.

Ausbilderin Sandra Sohnrey blickt auf langjährige Erfahrung zurück. Seit 2010 bildet ihr Betrieb aus – zunehmend auch Frauen. Sie beobachtet, dass weibliche Auszubildende heute selbstverständlicher ihren Platz in der Landwirtschaft einnehmen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sieht sie vor allem in der Kommunikation und im Umgang mit Tieren. Der Vergleich zwischen früher und heute zeigt: Während sich die Ausbildungsinhalte kaum verändert haben, ist die Rolle der Frauen im Wandel. „Immer mehr junge Frauen trauen sich zu, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig einen Betrieb zu leiten“, lobt Sohnrey die Entwicklung.

Dennoch bleiben Herausforderungen. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fehlende Planungssicherheit und politische Rahmenbedingungen beschäftigen beide Gesprächspartnerinnen. Besonders kritisch sehen sie den fehlenden Mutterschutz für Selbstständige sowie kurzfristige Gesetzesänderungen und mangelnde Verlässlichkeit in der Agrarpolitik.

Für ihre eigene Zukunft plant Freudenstein nach der Ausbildung ein Studium und möglicherweise Auslandserfahrung. Langfristig sieht sie sich auf dem elterlichen Betrieb. Trotz bestehender Unsicherheiten überwiegt bei ihr die Motivation: „Wenn man Freude an der Arbeit hat, ist vieles machbar.“

Die Podcast-Staffel wird im Laufe des Jahres weitere Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft beleuchten – von Hofübernahme über Betriebsführung bis hin zu unterschiedlichen Lebensmodellen in der Landwirtschaft. HIER auf Spotify hören.

Den Podcast gibt es seit genau einem Jahr. Am 2. April 2025 ging die erste Folge online, und seitdem freut sich das Landvolk über viele spannende Themen und blicken motiviert auf weitere Staffeln und Themenbereiche.

30.03.2026
Wolf: Endlich kann Niedersachsen nun handeln

Bundesrat beschließt mit Änderung des Bundesjagdgesetzes das Wolfsmanagement

Nach jahrelanger Diskussion hat der Bundesrat am heutigen Freitag, 27. März 2026, der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. „Damit wird der Wolf erstmals bundesweit jagdbar, und die Länder erhalten endlich mehr Handlungsspielraum für ein aktives Bestandsmanagement“, zeigt sich Jörn Ehlers, Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement und Landvolk-Vizepräsident, sichtlich erleichtert.

Für Niedersachsen ist dies ein entscheidender Moment: „Unsere Weidetierhalter haben lange auf klare Regeln gewartet, um ihre Tiere wirksam vor Wolfsangriffen zu schützen. Endlich wurden die Sorgen der Menschen vor Ort gehört“, betont Ehlers. „Die Entscheidung des Bundesrates ist ein wichtiger Schritt hin zu einem praxisnahen Wolfsmanagement in Niedersachsen.“ Das Gesetz tritt voraussichtlich im April 2026 in Kraft.

Die Gesetzesänderung sieht mehrere Bejagungsmechanismen vor: Abschüsse nach behördlicher Maßgabe, bei wirtschaftlichem Schaden oder im Rahmen eines Managementplans. Dabei berücksichtigt das Gesetz den Erhaltungszustand der Wolfspopulation – günstig oder ungünstig – und definiert klare Grenzen für die Schonzeit.

In Niedersachsen muss nun ein Wolfsmanagementplan erstellt werden. Das Landwirtschaftsministerium plant künftig die zentrale Zuständigkeit zu übernehmen, während die bisherigen Unteren Jagdbehörden der Landkreise vorerst noch Verantwortung tragen. Ziel ist, Weidetierhalter konkret zu entlasten und rechtlich klare Handlungsoptionen zu schaffen, insbesondere in Gebieten, in denen wolfsabweisende Zäune nicht zumutbar sind.

„Jetzt geht es darum, die Regeln schnell und praxistauglich umzusetzen. Nur so können wir den Schutz von Weidetieren sichern und gleichzeitig den Arten- und Landschaftsschutz verantwortungsvoll gestalten“, sagt Ehlers. Mit der Neuregelung haben Niedersachsen und seine Weidetierhalter nun die Möglichkeit, aktiv und vorausschauend auf die wachsende Wolfspopulation zu reagieren, nachdem ihre Anliegen über Jahre hinweg kaum Gehör fanden. „Unsere Weidetierhalter können endlich Hoffnung schöpfen und etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken“, sieht Ehlers das jahrelange Engagement endlich positiv bestätigt.

26.03.2026
Herdenschutz: Zwischen Praxis, Kosten und Politik

Neue Landvolk-Podcast-Folge zeigt Stimmen aus Praxis, Beratung und Verband

Wie können Weidetierhalter ihre Tiere wirksam vor Wolfsübergriffen schützen – und welche Unterstützung brauchen sie dafür? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Folge der Themenreihe Wolf des Landvolk-Podcasts. Moderatorin Wibke Langehenke spricht dafür mit der Koordinatorin für Herdenschutz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Elke Steinbach, dem Landwirt Florian Martens aus dem Kreis Verden sowie Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Gemeinsam diskutieren sie praktische Erfahrungen aus der Weidetierhaltung, wirksame Herdenschutzmaßnahmen und politische Erwartungen an die Zukunft.

Elke Steinbach berät Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter landesweit. Aus ihrer Sicht bleibt eine gute Zäunung die wichtigste Grundlage: „Die Aufwertung bestehender Zäune oder eine Erneuerung ist nach wie vor das A und O.“ Stromführende Zäune hätten sich bewährt. „Der Stromschlag erzeugt einen Schmerzreiz – und diese Erfahrung ist beim Wolf nachhaltig verankert“, erklärt Steinbach.

Wie sich der Herdenschutz im Alltag auswirkt, schildert Landwirt Florian Martens. Seit rund fünf Jahren investiert er in entsprechende Maßnahmen und arbeitet in den meisten Bereichen mit mobilen, elektrifizierten Zäunen. Rund 15.000 Euro habe er bereits für die Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben. „Das ist eine enorme Investition – und die Mehrarbeit wird bislang nicht vollständig ausgeglichen“, sagt Martens. Neben den Kosten belaste die Weidetierhalter vor allem die ständige Sorge um die Tiere. „Man lebt eigentlich in dauernder Angst und fragt sich jeden Morgen: Was finde ich heute vor?“

Dass Herdenschutz wichtig ist, steht für alle Gesprächspartner außer Frage – dennoch gebe es keinen hundertprozentigen Schutz, betont Steinbach. Entscheidend sei deshalb, Lösungen zu finden, die zu Betrieb, Flächenstruktur und Tierarten passen.

Aus Sicht des Landvolks Niedersachsen wurden zwar Fortschritte bei der Förderung erreicht, dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf. Neben Investitionen in Zäune brauche es vor allem stärkere Unterstützung bei laufenden Kosten und beim zusätzlichen Arbeitsaufwand. „Unsere Weidetierhalter tragen nicht nur eine große emotionale, sondern eine erhebliche wirtschaftliche Belastung. Um die Weidetierhaltung langfristig tragfähig zu halten, ist daher mehr finanzielle Unterstützung notwendig. Andernfalls wird es immer mehr Halter geben, die die Kosten für den Herdenschutz vor dem Wolf nicht mehr stemmen können“, sagt Jürges. In der neusten Podcast-Folge geht es außerdem um Erfahrungen mit Wolfsübergriffen, Förderprogramme für den Herdenschutz sowie um die Frage, welche politischen Entscheidungen künftig notwendig sind, um Weidetierhaltung in Niedersachsen auch wirtschaftlich langfristig zu sichern. HIER auf Spotify hören.

20.03.2026
Neue Vorgaben bei der Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen

Verpflichtende elektronische Dokumentation ab 2027 und mehr

Im Zuge neuer gesetzlicher Vorgaben ergeben sich Änderungen bei der Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen, über die wir Sie hiermit informieren möchten.

1. Erweiterte Dokumentationspflichten seit dem 1. Januar 2026

Seit dem 1. Januar 2026 wurde der Umfang der verpflichtenden Angaben bei der Aufzeichnung von Pflanzenschutzmaßnahmen erweitert. Es sind nun die folgenden Informationen zusätzlich zu dokumentieren:

• Kulturpflanze sowie EPPO-Code; bei der Behandlung von Saat- und Pflanzgut zusätzlich die Chargennummer
• Genaue Lage der Fläche (z. B. FLIK-Nummer oder GPS-Daten)
• Verwendetes Pflanzenschutzmittel (Produktname) sowie Zulassungsnummer
• Gegebenenfalls Uhrzeit der Anwendung (z. B. bei Auflagen zum Bienenschutz)

2. Dokumentation bei Beauftragung Dritter

Werden Pflanzenschutzmaßnahmen durch Lohnunternehmer oder andere Landwirte durchgeführt, ist sicherzustellen, dass:
• alle erforderlichen Angaben vollständig dokumentiert werden und
• die Dokumentation dem Auftraggeber zeitnah zur Verfügung steht.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Dokumentation verbleibt beim Bewirtschafter der Fläche.

3. Fristen und Aufbewahrungspflichten

Bitte beachten Sie die folgenden verbindlichen Fristen:

• Jede Anwendung ist unverzüglich zu dokumentieren.
• Spätestens 30 Tage nach der Anwendung muss die vollständige Dokumentation vorliegen.
• Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre aufzubewahren.
• Die Aufbewahrungsfrist beginnt jeweils mit dem Folgejahr der Anwendung.

4. Verpflichtende elektronische Dokumentation ab dem 1. Januar 2027

Ab dem 1. Januar 2027 sind alle Aufzeichnungen ausschließlich in elektronischer und maschinenlesbarer Form zu führen. Dies bedeutet insbesondere:

• Die Dokumentation hat über eine elektronische Ackerschlagkartei zu erfolgen.
• Nicht ausreichend ist die Speicherung als PDF-Dokument, da dieses Format nicht als maschinenlesbar gilt.

5. Weiterführende Informationen

Downloads zu detaillierten Informationen zu den neuen Anforderungen finden Sie HIER auf der Seite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Gerne unterstützen Sie unsere Agrarberater Thomas Exner (Tel.: 04261-6303-101 / Mail: Exner@landvolk-row-ver.de) und Finnja Müller-Stöver (Tel.: 04231-9263-345 / Mail: mueller-stoever@landvolk-row-ver.de) bei Bedarf.

18.03.2026
Wasserförderung in der Kritik

Wasserrechtsverfahren der Wasserwerke Panzenberg und Langenberg

Großes Interesse, viele offene Fragen und ein Thema von wachsender Bedeutung: Zur Informationsveranstaltung über den aktuellen Stand des Wasserrechtsverfahrens zu den Wasserwerken Panzenberg und Langenberg hatte der Landvolkkreisverband Rotenburg-Verden kürzlich Bewirtschafter und Flächeneigentümer eingeladen. Veranstaltungsort war der Niedersachsenhof in Verden. Ziel des Treffens war es, über den aktuellen Stand der Verfahren zu informieren, offene Fragen zu klären und mögliche weitere Schritte gemeinsam zu besprechen.

Landwirtschaft im Fokus der Wasserförderung

Der Vorsitzende des Landvolkkreisverbandes Rotenburg-Verden, Jörn Ehlers, begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich ausdrücklich für ihr Kommen, trotz des idealen Wetters für die Feldarbeit. Schon zu Beginn machte er deutlich, warum das Thema viele Landwirte bewegt: Die Trinkwasserförderung an den Wasserwerken Panzenberg und Langenberg steht seit Jahren in der Kritik, insbesondere wegen der rechtlichen Situation der Fördergenehmigungen und möglicher Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen.

Beim Wasserwerk Panzenberg des Trinkwasserverbands Verden lief die ursprüngliche wasserrechtliche Genehmigung bereits im Jahr 2009 aus. Dennoch wird die Anlage weiterhin betrieben. Möglich macht dies eine wasserrechtliche Übergangsregelung, die eine Fortsetzung der Förderung erlaubt, solange über eine neue Genehmigung noch nicht endgültig entschieden ist. Eine vergleichbare Situation besteht beim Wasserwerk Langenberg: Auch dort endete die ursprüngliche Genehmigung bereits im September 2008. Seitdem wird der Betrieb über vorläufige Verlängerungen abgesichert. Parallel dazu wird das Wasserwerk derzeit für rund 25 Millionen Euro neu errichtet, um die Anlage zu modernisieren, obwohl eine endgültige wasserrechtliche Genehmigung weiterhin aussteht.

Besonders brisant: Neue Unterlagen zeigen laut Ehlers, dass das Einzugsgebiet der Wasserförderung deutlich erweitert wurde. „Damit werden noch mehr Berufskollegen betroffen sein“, erklärte er.

Forderung nach Beweissicherung bleibt bislang ohne Erfolg

Ehlers gab zudem einen Einblick in die bisherige Entwicklung des Themas. Bereits im Jahr 2020 hatte der Landvolkverband eine Neuaufnahme der Beweissicherung zur Wasserförderung aus den Wasserwerken Langenberg und Panzenberg gefordert. Ziel war es, amtlich festzuhalten, inwieweit landwirtschaftliche Flächen durch die Wasserentnahme beeinträchtigt werden.

Doch bislang blieb diese Forderung ohne Ergebnis. „Mit unserem Anliegen wurden wir immer wieder vertröstet, sodass bis heute keine neue Beweissicherung aufgenommen wurde“, berichtete Ehlers.

Um die Situation besser bewerten zu können, forderte das Landvolk zudem hydrologische Daten beim Trinkwasserverband Verden an und beauftragte ein externes Fachbüro mit einer entsprechenden Bewertung.

Kritik an Alternativenprüfung und Kommunikation

Weitere Kritik äußerte Ehlers an einer vom Trinkwasserverband Verden in Auftrag gegebenen Alternativenprüfung zur Trinkwasserversorgung. Diese kam zu dem Ergebnis, dass es keine vertretbare Alternative für die Versorgung Bremens gebe. Für Ehlers ist dieses Resultat jedoch nicht überzeugend.

Auch die Kommunikation zwischen Trinkwasserverband Verden und Landvolk sieht er kritisch. So habe es eine Vereinbarung gegeben, dass das Landvolk informiert werde, sobald neue Gutachten vorliegen. „Nun haben wir auf anderem Wege erfahren, dass es ein neues Gutachten gibt, laut Datum wurde es bereits im vergangenen Frühjahr fertiggestellt, ohne dass der Trinkwasserverband Verden aktiv auf uns zugekommen ist“, zeigte sich Ehlers enttäuscht.

Rechtliche Möglichkeiten derzeit begrenzt

Aktuell sind die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten allerdings eingeschränkt. „Wir können derzeit nicht rechtlich gegen die wasserrechtliche Erlaubnis vorgehen, da es hierfür keine rechtliche Grundlage gibt“, erklärte Ehlers.

Auch mögliche Entschädigungsansprüche für Landwirte lassen sich derzeit nicht geltend machen. Dafür müsste zunächst eine endgültige wasserrechtliche Genehmigung vorliegen.

Der weitere Zeitplan zeigt, wie langwierig das Verfahren ist: Ursprünglich sollten die Genehmigungen für Panzenberg und Langenberg gemeinsam behandelt werden, inzwischen werden sie getrennt bearbeitet. Bevor das Verfahren überhaupt starten kann, muss ein weiteres Gutachten erstellt werden, das frühestens 2027 in Angriff genommen werden soll. Die Einreichung der Genehmigung für Panzenberg wird daher voraussichtlich erst Ende 2027 erfolgen, für Langenberg dürfte es noch länger dauern.

Mit Blick auf die lange Dauer kommentierte Ehlers augenzwinkernd: „Wir feiern bald Silberhochzeit mit der Erlaubnis.“

Gutachten als Grundlage für weitere Schritte

Im Rahmen der Veranstaltung wurden der aktuelle Sachstand sowie zentrale Ergebnisse eines hydrogeologischen Gutachtens zum Wasserwerk Panzenberg vorgestellt.

Ein zentraler Punkt im weiteren Verfahren wird der sogenannte Erörterungstermin sein. Dieser gilt als wichtiger Meilenstein: Im Vorfeld können Einwände eingereicht werden, die später auch Grundlage für juristische Schritte sein können.

Bis dahin ist jedoch noch Geduld gefragt, denn bevor das Verfahren eröffnet werden kann, müssen alle Gutachten vorliegen. Erst dann werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt und können bei der zuständigen Behörde eingesehen werden.

Den gesamten Artikel gibt es HIER.

12.03.2026
Rechtssichere Entnahme von Wölfen möglich?

Neue Folge des Landvolk-Podcasts: Hohe Hürden sorgen für Frust in der Praxis

Hinweis: Die Podcast-Folge wurde aufgezeichnet, bevor der Bundestag die Änderung des Bundesjagdgesetzes beschlossen hat. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

In der neuen Folge des Landvolk-Podcasts geht es um die rechtlichen Hürden bei der Entnahme von Wölfen – und darum, wie Landwirte und Behörden mit dem komplexen Verfahren umgehen. Zu Gast bei Moderatorin Wibke Langehenke sind der Landrat des Landkreises Uelzen, Dr. Heiko Blume, sowie Silke Foget, Syndikus-Rechtsanwältin beim Landvolk Niedersachsen. Gemeinsam sprechen sie über die rechtliche Praxis, die Situation in der Weidetierhaltung und die Unterstützung für betroffene Betriebe.

Als Landrat in der Lüneburger Heide befasst sich Dr. Blume bereits seit vielen Jahren mit der Wolfsthematik. Die Situation vor Ort beschreibt er als zunehmend belastend für viele Betriebe. Zwar hätten sich größere Schafhalter teilweise auf die Situation eingestellt und nutzten Förderprogramme für Herdenschutzmaßnahmen. Bei kleineren Betrieben sehe es jedoch anders aus: „Da ist schon Resignation und Frust vorhanden – und nach und nach hören immer mehr auf“, berichtet Blume.

Im Landkreis Uelzen wurden im vergangenen Jahr ca. 25 Rissereignisse mit mehr als 60 toten Weidetieren registriert. Trotzdem sei wegen der hohen Hürden keine neuen Anträge auf Entnahme gestellt worden. „Die Anforderungen an eine rechtssichere Abschussgenehmigung sind so hoch, dass es kaum möglich ist, diese zu erfüllen“, sagt Blume. Seine Landkreisverwaltung prüfe im Übrigen laufend von sich aus, ob eine Genehmigung erteilt werden könne.

Um bei Anträgen zu unterstützen, hat Landvolk-Juristin Silke Foget einen umfangreichen Muster-Entnahmeantrag erarbeitet. Die rund zwölf Seiten sollen den Landvolk Kreisverbänden helfen, Anträge ihrer Mitglieder rechtssicher zu begründen. „In vielen Gerichtsentscheidungen scheitert es immer wieder an denselben Punkten – vor allem daran, dass Alternativen nicht ausreichend geprüft oder begründet wurden“, erklärt Foget. Bevor ein Wolf entnommen werden darf, müsse nachgewiesen werden, dass andere Maßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde nicht ausreichen. „Es ist wirklich richtig schwer, diese Anforderungen zu erfüllen“, sagt sie. Zudem sei jede Entnahme eine Einzelfallentscheidung.

Auch das sogenannte Schnellabschussverfahren sehen beide kritisch. Die Erwartungen daran seien hoch gewesen, erfüllt worden seien sie bislang nicht. „Diese in Berlin geborene Idee war weder schnell noch hat sie irgendeine Entnahme von Problemwölfen ermöglicht“, sagt Blume. Foget ergänzt: „Man steckt unfassbar viel Zeit in diese Verfahren – und am Ende scheitern sie trotzdem.“ Gleichzeitig sei eine saubere Dokumentation von Rissereignissen entscheidend, um überhaupt eine Gefahrenprognose erstellen zu können.

Beide Gäste sehen deshalb politischen Handlungsbedarf. Blume fordert ein praktikables System auf Bundes- und Landesebene: „Wir brauchen dringend ein echtes Bestandsmanagement mit Abschussplan, das diesen Namen auch verdient.“ Foget wünscht sich aus juristischer Sicht vor allem eines: „Mehr Rechtssicherheit und einfachere Verfahren bei Problemwölfen – damit Weidetierhalter und Behörden mit weniger Aufwand zu praktischen Ergebnissen kommen können.“

HIER die aktuelle Folge hören!

09.03.2026
PRIMAGAS Flüssiggaspreise im März

Für Mitglieder des Landvolks

Hier erhalten Sie die aktuellen Flüssiggaspreise für Mitglieder des Landvolks im Monat März 2026 über den Rahmenvertrag mit PRIMAGAS:

09.03.2026
Wolf im Jagdrecht: Jetzt muss Niedersachsen handeln!

Ehlers sieht Erfolg in jahrelanger Arbeit des Aktionsbündnisses

Der Bundestag hat den Weg für ein aktives Wolfsmanagement in Deutschland frei gemacht. Mit der Zustimmung zur Änderung des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes soll der Wolf künftig als jagdbare Tierart geführt werden. Für das Landvolk Niedersachsen ist dieser Beschluss ein wichtiger Schritt – und zugleich eine Aufforderung an die Landespolitik, nun rasch nachzuziehen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass der Bundestag den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen hat“, erklärt Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement (AAW). Sein Dank gelte ausdrücklich den im AAW aktiven Verbänden, die sich seit Jahren im Bündnis engagierten und das Thema mit Nachdruck vorangebracht hätten.

Für Ehlers ist der Beschluss auch das Ergebnis einer langen politischen und gesellschaftlichen Debatte. Seit Jahren weisen Weidetierhalter, Landwirte und Jäger auf die wachsenden Probleme durch die steigende Wolfszahl hin. Risse bei Schafen, Ziegen oder Kälbern bedeuten für die Tierhalter nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch eine enorme emotionale Belastung. Mit der Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene und der Aufnahme des Themas in den Koalitionsvertrag sei nun endlich Bewegung in die Diskussion gekommen. „Der Weg für ein aktives Bestandsmanagement in Deutschland ist mit der Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz freigemacht worden“, betont Ehlers.

Nun liege der Ball jedoch bei den Bundesländern. „Es muss jetzt schnell der Niedersächsische Wolfsmanagementplan beschlossen werden“, sagt der Landvolk-Vizepräsident. Entscheidend ist aus Sicht des Landvolks ein praxisnahes Wolfsmanagement. Dazu gehört die schnelle Entnahme von Problemwölfen, die Einrichtung wolfsfreier Weideschutzgebiete sowie ein verantwortungsvolles Bestandsmanagement. „Seit Jahren fordern wir genau das“, bekräftigt Ehlers.

Für das Landvolk Niedersachsen ist klar: Mit dem Bundestagsbeschluss ist ein wichtiger Schritt getan. Jetzt muss Niedersachsen schnell handeln – damit das angekündigte aktive Wolfsmanagement zur kommenden Weidesaison auch tatsächlich Wirkung entfalten kann.

Aktuelles aus dem Landesverband

10.04.2026
Niedersachsen: Sperrzonen wegen HPAI aufgehoben
Geflügel

Nach unserem aktuellem Kenntnisstand sind in Niedersachsen alle im Zusammenhang mit Aviärer Influenza (HPAI) eingerichteten Schutz‑ und Überwachungszonen aufgehoben. In einzelnen Regionen gilt jedoch weiterhin Stallpflicht für Geflügel, unter anderem in den Landkreisen Aurich, Leer, Schaumburg, Cloppenburg, Oldenburg und Osnabrück. Auch bundesweit ist seit März eine deutlich rückläufige Zahl an HPAI-Meldungen zu verzeichnen. Seit Oktober 2025 sind in Niedersachsen im Zusammenhang mit der HPAI mehr als 1,6 Mio. Tiere gekeult worden. Aus der Tierseuchenkasse Niedersachsen wurden bislang über 37 Mio. € an Entschädigungen ausgezahlt, Tendenz steigend.

10.04.2026
Eier: Verbraucherpreise deutlich gestiegen
Geflügel

(Destatis) Pünktlich zur Osterzeit sind die Verbraucherpreise für Eier spürbar gestiegen. Im Februar 2026 lagen sie um 14,5 % über dem Vorjahresniveau. Damit verteuerten sich Eier deutlich stärker als viele andere Nahrungsmittel und verzeichneten zuletzt einen überdurchschnittlichen Preisanstieg.

10.04.2026
Geflügelfleischverzehr steigt auf Allzeithoch
Geflügel

(BZL) Der Fleischverzehr in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) aßen die Verbraucher durchschnittlich 54,9 kg Fleisch pro Person – 1,4 kg mehr als im Vorjahr. Treibende Kraft dieser Entwicklung war erneut das Geflügelfleisch. Mit 14,7 kg je Kopf erreichte der Geflügelfleischverzehr ein Allzeithoch. Gegenüber 2024 legte der Konsum um rund 1 kg zu. Damit entfielen knapp 27 % des gesamten Fleischverzehrs auf Geflügel. Besonders Hühnerfleisch trug zum weiteren Anstieg bei. Nach Einschätzung des BZL dürfte neben der wachsenden Beliebtheit auch der im Vergleich zu anderen Fleischarten geringere Verbraucherpreisanstieg den Absatz unterstützt haben. Während der Verbrauch zulegte, blieb die inländische Geflügelfleischerzeugung mit rund 1,5 Mio. t knapp unter dem Vorjahresniveau. Unter anderem beeinträchtigten Auswirkungen der Vogelgrippe die Produktion. Der Selbstversorgungsgrad bei Geflügelfleisch lag 2025 bei 91,3 %. Entsprechend wurden zur Deckung der Nachfrage weiterhin zusätzliche Mengen importiert.

10.04.2026
Fleischverzehr entwickelt sich stabiler
Milch und Rind

(AMI) Nachdem der Konsum von Fleisch im Jahr 2022 seinen niedrigsten Wert mit 52,8 kg pro Kopf und Jahr erreicht hatte, ist der Verzehr bis 2025 nun drei Jahre in Folge moderat angestiegen. Allerdings werden die Höchstwerte früherer Jahre wie aus dem Jahr 2011 mit 62,8 kg weiter deutlich unterschritten.

Besonders bei den Verbrauchswerten von Schweinefleisch ist nun eine Stabilisierung eingetreten. Nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre bewegt sich der Pro-Kopf-Verzehr auf nahezu konstantem Niveau. Geflügelfleisch erreichte zuletzt erneut höhere Verbrauchswerte. Rindfleisch legte ebenfalls leicht zu, blieb jedoch angesichts hoher Verbraucherpreise weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Insgesamt deutet sich damit keine erneute deutliche Abwärtsbewegung beim Fleischverzehr an. Die aktuellen Entwicklungen sprechen vielmehr für einen konstanten Verzehr mit leichten Verschiebungen zwischen den Fleischarten.

Faktoren wie eine verbesserte Konsumstimmung, geringere Inflationsraten sowie ein nachlassender Preisdruck im Lebensmitteleinzelhandel könnten den Fleischkonsum kurzfristig stützen. Strukturelle Trends wie ein bewussterer Konsum und die zunehmende Bedeutung von Fleischalternativen begrenzen jedoch weiterhin das Wachstumspotenzial.

10.04.2026
Webinar: Umgang mit erkrankten und verletzten Rindern
Milch und Rind

Am 15. April 14-16 Uhr findet ein kostenpflichtiges Online-Seminar auch als Weiterbildungsmaßnahme für ITW statt. In diesem erfahren Sie, wie Sie tierschutzgerecht mit erkrankten oder verletzten Rindern umgehen. Wir geben praxisnahe Hinweise darauf, wie Sie ein erkranktes Tier frühzeitig erkennen und welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten. Hier spielt die enge Abstimmung mit Ihrem Tierarzt eine entscheidende Rolle. Insbesondere geht unser Referent auf die Beurteilung der Transport- und Schlachtfähigkeit der Tiere ein.

Mehr Infos und Anmeldung unter: Umgang mit erkrankten und verletzten Tieren (Rinder): QS-Akademie

10.04.2026
Netzwerk Fokus Tierwohl Seminare
Milch und Rind

(DBV) Am 15. April finden zwei Tierwohl-Veranstaltungen statt: Umgang mit festliegenden Kühen – sowie eine Exkursion in den Dresdner „Kuhgarten“ mit Einblick in ein innovatives Stall- und Haltungskonzept als möglichen „Stall der Zukunft“. Mehr Infos gibt eshier.

10.04.2026
IDF-Weltmilchgipfel und Studienreise nach Neuseeland
Milch und Rind

(DBV) Der VDM hat die ersten Planungen für die Studienreise vom 09. bis 23. November 2026 zum Weltmilchgipfel 2026 inklusive der Fachexkursionen im Gastgeberland Neuseeland gestartet. Neuseeland ist der weltweit größte Exporteur von Milchprodukten, verfolgt derzeit konsequente Strategien in der Nachhaltigkeit und ist mit durchschnittlich 448 Kühen pro Betrieb mit 82 % Weidehaltung extrem interessant durch die Technologien im Weidemanagement. Der vorläufige Flyer zwecks Vormerkung der Daten oder Interessensbekundung ist hier zu finden.

10.04.2026
Agrarfinanztagung: Schwerpunkt Tierhaltung
Milch und Rind

(DBV) Die diesjährige Agrarfinanztagung von DBV und Rentenbank am 14. April 2026 in Frankfurt am Main beleuchtet die Auswirkungen aktueller wirtschaftliche und agrarpolitischer Entwicklungen auf die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe. Expertinnen und Experten diskutieren, welche konjunkturellen, politischen und gesellschaftlichen Impulse die Branche prägen und wie die Unternehmen darauf reagieren können. „Die gesamte Landwirtschaft – und besonders die Tierhaltung- ist auf verlässliche Investitionen angewiesen, um ihre wesentliche Rolle in unserer Volkswirtschaft dauerhaft erfüllen zu können“, betont DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.