Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

09.03.2026
Wolf im Jagdrecht: Jetzt muss Niedersachsen handeln!

Ehlers sieht Erfolg in jahrelanger Arbeit des Aktionsbündnisses

Der Bundestag hat den Weg für ein aktives Wolfsmanagement in Deutschland frei gemacht. Mit der Zustimmung zur Änderung des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes soll der Wolf künftig als jagdbare Tierart geführt werden. Für das Landvolk Niedersachsen ist dieser Beschluss ein wichtiger Schritt – und zugleich eine Aufforderung an die Landespolitik, nun rasch nachzuziehen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass der Bundestag den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen hat“, erklärt Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement (AAW). Sein Dank gelte ausdrücklich den im AAW aktiven Verbänden, die sich seit Jahren im Bündnis engagierten und das Thema mit Nachdruck vorangebracht hätten.

Für Ehlers ist der Beschluss auch das Ergebnis einer langen politischen und gesellschaftlichen Debatte. Seit Jahren weisen Weidetierhalter, Landwirte und Jäger auf die wachsenden Probleme durch die steigende Wolfszahl hin. Risse bei Schafen, Ziegen oder Kälbern bedeuten für die Tierhalter nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch eine enorme emotionale Belastung. Mit der Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene und der Aufnahme des Themas in den Koalitionsvertrag sei nun endlich Bewegung in die Diskussion gekommen. „Der Weg für ein aktives Bestandsmanagement in Deutschland ist mit der Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz freigemacht worden“, betont Ehlers.

Nun liege der Ball jedoch bei den Bundesländern. „Es muss jetzt schnell der Niedersächsische Wolfsmanagementplan beschlossen werden“, sagt der Landvolk-Vizepräsident. Entscheidend ist aus Sicht des Landvolks ein praxisnahes Wolfsmanagement. Dazu gehört die schnelle Entnahme von Problemwölfen, die Einrichtung wolfsfreier Weideschutzgebiete sowie ein verantwortungsvolles Bestandsmanagement. „Seit Jahren fordern wir genau das“, bekräftigt Ehlers.

Für das Landvolk Niedersachsen ist klar: Mit dem Bundestagsbeschluss ist ein wichtiger Schritt getan. Jetzt muss Niedersachsen schnell handeln – damit das angekündigte aktive Wolfsmanagement zur kommenden Weidesaison auch tatsächlich Wirkung entfalten kann.

04.03.2026
Die Vortragsveranstaltung der Landsenioren 2026

Am 19.03.2026 im Waldhof in Rotenburg-Unterstedt

Die nächste Vortragsveranstaltung der Landsenioren findet statt am:

Donnerstag, den 19.03.2026 um 14.00 Uhr im Waldhof in Rotenburg-Unterstedt.
Programm:

• Christian Intemann berichtet über aktuelle Themen aus der Verbandsarbeit (u.a. Sachstand Agrarstrukturgesetz Niedersachsen)

• Marco Schouten referiert über betriebswirtschaftliche Auswertungen und Entwicklungen in der Landwirtschaft

• Inga Lohmann informiert über den ambulanten Hospizdienst im Landkreis Rotenburg/Wümme

• Gerhard Eimer gibt einen Ausblick zur Sommerfahrt 2026

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 16. März 2026 bei Herrn Exner unter der Telefonnummer 04261/6303-101 oder per Mail unter exner@landvolk-row-ver.de an.

Für Kaffee/Tee, Butter- und Apfelkuchen wird ein Kostenbeitrag von 12,00 € / Person vor Ort erhoben.

04.03.2026
Veranstaltung des Moornetzwerks Elbe-Weser

Praxisnaher Austausch zur Moorbewirtschaftung sowie Förder- und Beratungsmöglichkeiten

Das Moornetzwerk Elbe-Weser lädt zu der folgenden Veranstaltung ein: Praxisnaher Austausch zur Moorbewirtschaftung sowie Förder- und Beratungsmöglichkeiten

Datum: Mittwoch, 18.03.2026
Ort: Gaststätte Hohewurth (Hersemeier), Hohewurth 37, 27612 Loxstedt
Zeit: 09:30 – ca. 15:30 Uhr

Im Rahmen dieses Vernetzungstreffens sollen die zentralen aktuellen Themen rund um die Moorpflege und -bewirtschaftung im Elbe-Weser-Raum gebündelt werden, zudem soll praxisnah informiert und der fachliche Austausch gezielt gefördert werden. Das Ziel ist es, Akteure aus Praxis, Beratung, Verwaltung sowie weiteren regionalen Institutionen zusammenzuführen, um Wissen zu teilen, Synergien zu schaffen und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft unserer Moorlandschaften zu entwickeln.

Das Moornetzwerk Elbe-Weser freut sich darauf, mit Ihnen in einen konstruktiven Dialog zu treten und gemeinsam die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Moor-Netzwerk zu legen.

Hintergrundinformationen sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie Hier.

03.03.2026
Echt grün, echt engagiert - Werde jetzt Bienenfreundlicher Landwirt

Aus Überzeugung bienenfreundlich

Der Bienenfreundliche Landwirt (BFL) ist eine Aktion von Eure Landwirte – Echt grün e.V., die zeigt, wie landwirtschaftliche Praxis und aktiver Insektenschutz zusammengehen. Seit 2019 machen jedes Jahr mehr Betriebe mit und setzen konkrete Maßnahmen für Wildbienen, Insekten und andere wichtige Bestäuber um – auf der Hofstelle, auf Acker- und Grünlandflächen oder in Zusammenarbeit mit Imkern und Naturschutzorganisationen. Die Maßnahmen basieren auf einem klar definierten Kriterienkatalog, der 2018 gemeinsam mit dem LAVES Institut für Bienenkunde in Celle entwickelt und fachlich begleitet wurde. Die Maßnahmen werden seitdem eigenständig im Rahmen der Kampagne erfolgreich umgesetzt. Um teilzunehmen, wählen Landwirte aus verschiedenen Kategorien Maßnahmen aus und erreichen eine festgelegte Mindestpunktzahl. So bleibt der Einsatz nachvollziehbar, praxisnah und überprüfbar. Der Bienenfreundliche Landwirt steht für freiwilliges Engagement, Verantwortung und sichtbare Biodiversität – direkt dort, wo Landwirtschaft stattfindet.

Du bist noch kein Bienenfreundlicher Landwirt? Dann melde dich jetzt ganz unkompliziert HIER an.

Als Bienenfreundlicher Landwirt erhältst du von uns ein hochwertiges Blechschild im DIN-A4-Format, das perfekt an jedes Hoftor oder in deinen Hofladen passt. Es zeigt Besuchern auf einen Blick, dass hier ein Betrieb arbeitet, der Insekten- und Artenschutz bewusst und verantwortungsvoll in seine tägliche Arbeit integriert.

03.03.2026
Rote Gebiete: Juristischer Aktionismus einer Splittergruppe

Landvolk kritisiert Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe als aus der Zeit gefallen

Das Landvolk Niedersachsen zeigt sich irritiert über die Mitteilung, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) per gerichtlicher Eilentscheidung versucht, das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium zu zwingen, Bußgeldbescheide an Landwirtinnen und Landwirte aufgrund der Landesdüngeverordnung durchzusetzen. Für Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies ist die Vorgehensweise der Umweltorganisation weder nachvollziehbar noch sachgerecht. „Die Deutsche Umwelthilfe beschäftigt das Verwaltungsgericht in Oldenburg völlig sinnlos mit einer Klage, die bereits vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg und dem Bundesverwaltungsgericht abschließend behandelt wurde“, kritisiert Hennies.

Ziel der DUH sei offenbar, besonders die Tierhalter in der Region Weser-Ems unter Druck zu setzen – und das trotz der klaren Entscheidungen der Gerichte über die Unrechtmäßigkeit der sogenannten „roten“ Gebiete. Hennies betont: „Auch in diesen Regionen gilt bundesweit das normale Düngerecht, das Teil der guten fachlichen Praxis für die Pflanzenerzeugung und den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist.“

Aus Sicht des Landvolks wird in Niedersachsen bereits ein vorbildliches Dünge- und Pflanzenbaumanagement umgesetzt. Der jährliche Nährstoffbericht der Düngebehörde zeigt einen stetigen Rückgang der Nährstoffüberschüsse auf den Betrieben. Das belege die Wirksamkeit des integrierten Systems aus Meldepflichten, risikoorientierten Kontrollen, gezielter Düngeberatung und der Umsetzung standortangepasster Düngestrategien. Die Betriebe verfolgen damit konsequent das Verursacherprinzip und schützen das Grundwasser effektiv. Die Belastung wird kontinuierlich durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) überwacht. Der Antritt und die Argumentation der Deutschen Umwelthilfe ist deshalb völlig aus der Zeit gefallen. „Damit untergräbt sie selbst die Legitimität (Reputation) solcher überregionalen Verbandsklagen“, so Hennies.

Hennies fordert das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, die formalen Rechtsfehler der roten Gebiete als Chance zu nutzen, um praktikable Erleichterungen für engagierte Betriebe zu schaffen. „Wir haben Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Staudte und Bundeslandwirtschaftsminister Rainer bereits Vorschläge übermittelt und erwarten zeitnah weiterführende Gespräche“, erklärt Hennies.

Das Landvolk unterstreicht damit sein Ziel, konstruktive Lösungen zu entwickeln, statt die Gerichte unnötig zu beschäftigen. „Pauschale Klagen bringen den Gewässerschutz nicht voran. Wir setzen auf praxisgerechte und individuelle Regelungen, die Effizienz, Ressourcenschutz und Bodenfruchtbarkeit verbinden“, sagt Hennies abschließend.

02.03.2026
Digitale Infoveranstaltung zur GAP 2026

Wichtige Neuerungen und Hinweise zum Antragsjahr 2026

Wir laden unsere Mitglieder herzlich zu einer digitalen Informationsveranstaltung zur GAP 2026 ein. Eike Christian Grupe vom Landvolk Niedersachsen informiert über die aktuellen Änderungen, wichtige Hinweise für das Antragsjahr 2026 sowie den Umgang mit FANi.

Die Veranstaltung findet am Montag, den 16.03.2026, um 19:30 Uhr online über Microsoft Teams statt.

Bitte melden Sie sich bis zum 16.03.2026 um 12:00 Uhr per E-Mail unter sievers@landvolk-row-ver.de an. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach der Anmeldung.

19.02.2026
Hofnachfolger schlagen Alarm

Berufliche Zukunft ist Thema beim Junglandwirtetag am 27. Februar in Bad Bevensen

„Wenn sich die politischen Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe nicht grundlegend verbessern, steht die Hofnachfolge in vielen Regionen vor dem Aus“, darauf macht Max Klockemann, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen, aufmerksam. Blieben verlässliche Perspektiven aus, werde es bald keine Hofnachfolger mehr geben. Seit Jahren weist der Berufsnachwuchs auf diese Problematik hin. „Inzwischen ist die Übernahme vieler Betriebe ungewiss“, betont der Ackerbauer aus dem Weserbergland. Vor diesem Hintergrund ruft er junge Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Niedersachsen dazu auf, am 27. Februar am Junglandwirtetag in Bad Bevensen teilzunehmen. Dort wollen die Junglandwirte ihren Anliegen und Forderungen öffentlich Gehör verschaffen.

Die Junglandwirte Niedersachsen haben gemeinsam mit dem Arbeitskreis junger Landwirte Uelzen ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Zu den Vortragenden zählt Stefanie Sabet aus Berlin, die neue Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes. Sie wird darlegen, wie sich der Verband auf Bundesebene für künftige Hofnachfolger einsetzt und welche Maßnahmen die Europäische Union ab 2028 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für junge Landwirtinnen und Landwirte plant. Zudem möchten die Junglandwirte von ihr erfahren, welche Handlungsmöglichkeiten sie selbst haben, um ihre berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten.

Ein weiterer Programmpunkt ist die Rede des Europaabgeordneten David McAllister aus Bad Bederkesa. Der ehemalige Ministerpräsident Niedersachsens wird die Auswirkungen der aktuellen globalen sicherheitspolitischen Entwicklungen auf Deutschland und Europa beleuchten. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Beitrag junge Menschen zum Schutz der Demokratie leisten können – ein Anliegen, das den Junglandwirten mit Blick auf den Erhalt eines selbstbestimmten Lebens in Freiheit besonders wichtig ist.

Mit einem praxisnahen Thema ergänzt Professor Dr. Heiko Tapken von der Hochschule Osnabrück das Programm. In seinem Vortrag zu Künstlicher Intelligenz und Robotik in der Landtechnik wird er aufzeigen, welche Entwicklungen bereits Realität und welche Fiktion sind. Der Junglandwirtetag beginnt um 9.30 Uhr und endet gegen 13.30 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss, der im Eintritt von 10 Euro inbegriffen ist. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Informationen sind HIER abrufbar.

16.02.2026
Inklusion, die anpackt

BBS Rotenburg startet wieder ReZA-Seminar

Auf dem Hof von Christoph Schröder in Rotenburg herrscht konzentrierte Betriebsamkeit. Zwischen Stall und Maschinenhalle wird geprüft, erklärt, beobachtet. Doch es ist keine echte Abschlussprüfung, sondern eine realitätsnahe Simulation. 22 Teilnehmende des neuen ReZA-Seminars der BBS Rotenburg proben hier den Ernstfall. Mit dabei: zehn angehende Werkerinnen und Werker der Landwirtschaft. Was auf den ersten Blick wie eine Übung wirkt, ist in Wahrheit ein starkes Signal für gelebte Inklusion.

Denn in diesem Jahr bietet die BBS Rotenburg erstmals seit 2013 wieder das Seminar zum Erwerb der Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation (ReZA) an. 15 der Teilnehmenden stammen aus der Zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft, weitere Interessierte nehmen extern teil. Das Ziel: Ausbilderinnen und Ausbilder fit machen für die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen oder besonderem Förderbedarf.

Fachkräfte gewinnen – Potenziale erkennen

„Wir suchen in der Branche händeringend zuverlässige Arbeitskräfte“, betont Anke Husmann-Klaffke, Lehrerin im Agrarbereich an der BBS Rotenburg und Organisatorin des Seminars. „Die Gewinnung von Menschen mit Behinderungen oder besonderem Förderbedarf bietet dabei großes Potenzial.“

Tatsächlich eröffnet die Ausbildung zur Werkerin oder zum Werker in der Landwirtschaft vielen jungen Menschen mit Förderbedarf eine echte berufliche Perspektive. Ein Großteil der Ausbildung kann über die Agentur für Arbeit gefördert werden, vorausgesetzt, der individuelle Förderbedarf wird im Vorfeld festgestellt und genehmigt.

„Wir bilden für den ersten Arbeitsmarkt aus“, so Husmann-Klaffke. „Und aus Erfahrung kann ich sagen: Die Werkerinnen und Werker mit Förderbedarf, die ich in meinen Klassen hatte, stehen heute erfolgreich und ohne staatliche Subventionen im Berufsleben. Das ist ein großer Erfolg für jeden Einzelnen und für unsere Gesellschaft.“

Mehr als nur Fachwissen

Damit Ausbildung in diesem sensiblen Bereich gelingt, braucht es mehr als landwirtschaftliche Kompetenz. Genau hier setzt die ReZA-Qualifizierung an. In 80 Unterrichtsstunden, verteilt auf 10 Seminartage, erwerben die Teilnehmenden pädagogische, psychologische und rechtliche Grundlagen für die inklusive Ausbildung.

Auf dem Lehrplan stehen unter anderem:
• didaktische Konzepte für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen
• medizinische und diagnostische Grundlagen
• rechtliche Rahmenbedingungen wie BBiG und SGB
• Kenntnisse über das System der beruflichen Rehabilitation
• Methoden zur individuellen Förderung

Besonders wertvoll: die Praxisnähe. Die Prüfungssimulation auf dem Hof ist nur ein Beispiel. Durch solche realitätsnahen Übungen lernen die angehenden Ausbilderinnen und Ausbilder, wie sie Prüfungen strukturieren, individuell begleiten und fair gestalten können. Gleichzeitig profitieren die teilnehmenden Auszubildenden: Sie erleben eine Prüfungssituation unter geschützten Bedingungen, eine klassische Win-Win-Situation. Auch für Tjorben Münkel, Auszubildender als Werker in der Landwirtschaft, war der Tag ein wichtiger Schritt: „Es war sehr hilfreich, die Prüfungssituation heute schon einmal zu üben. Jetzt kann ich viel besser einschätzen, wie die Prüfung ablaufen wird und woran ich noch arbeiten kann.“

Inklusion als Selbstverständlichkeit

„Inklusion muss heute gesamtgesellschaftlich mitgedacht werden“, sagt Husmann-Klaffke. „In der Landwirtschaft wurde sie jedoch schon immer ganz selbstverständlich gelebt.“ Menschen mit Förderbedarf seien seit jeher Teil vieler Höfe, als geschätzte Mitarbeitende mit praktischen Fähigkeiten und hoher Einsatzbereitschaft.

Gleichzeitig verschweigt sie nicht die Herausforderungen: Förderbedarfe seien so vielfältig wie die Menschen selbst, von Lernbehinderungen bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. „Der Ausbilder muss bereit sein, individuell einzugehen. Das kann Geduld fordern und anspruchsvoll sein, für den Ausbilder wie auch für die Familie. Dafür ist nicht jeder geschaffen.“ Genau deshalb sei eine fundierte Qualifizierung so wichtig.

Positive Überraschungen und neue Perspektiven

Wie lebendig und praxisnah das Seminar ist, bestätigt auch Ole Wentzien, Fachschüler an der BBS Rotenburg. „Es ist eine wirklich tolle Möglichkeit, die ReZA-Qualifizierung kostenlos über die BBS absolvieren zu können“, sagt er.

Seine anfänglichen Erwartungen wurden deutlich übertroffen: „Ehrlich gesagt habe ich mir das Seminar eher trocken vorgestellt, aber ich wurde positiv überrascht, wie aktiv und lebendig viele Inhalte gestaltet sind.“ Besonders spannend fand er die pädagogischen Aspekte sowie die Referenten, etwa von der Agentur für Arbeit, die neue Perspektiven einbrachten. Selbst moderne Technik kam zum Einsatz: Die SVLFG beeindruckte mit einer VR-Brille.

Für Wentzien ist das Seminar mehr als nur eine Zusatzqualifikation: „Eine super Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln. Im Laufe der zweijährigen Fachschule machen wir auch den Ausbilderschein. Das hier war ein motivierender erster Berührungspunkt, der mir gezeigt hat, wie viel Spaß es machen kann, junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf zu begleiten.“

Ein Angebot mit Zukunft

Der Bedarf ist groß: Die BBS Rotenburg führt bereits eine eigene Berufsschulklasse für Werkerinnen und Werker in der Landwirtschaft. Gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zunehmend die Zahl der qualifizierten Ausbilderinnen und Ausbilder.

Deshalb bietet die Schule das ReZA-Seminar für Fachschülerinnen und Fachschüler kostenlos an und öffnet es darüber hinaus auch für Externe zu einem moderaten Preis. Die Entscheidung ist klar: „Ja, das Seminar soll nun regelmäßig stattfinden, immer parallel zur zweijährigen Fachschulausbildung“, kündigt Husmann-Klaffke an.

Was auf dem Hof in Rotenburg geprobt wird, ist also weit mehr als eine Prüfungssimulation. Es ist ein Modell für eine Landwirtschaft, die Verantwortung übernimmt, Potenziale erkennt und Menschen eine echte Chance gibt. Eine Landwirtschaft, die zeigt: Inklusion ist keine Zusatzaufgabe, sondern eine Stärke.

06.02.2026
Was tun bei Katastrophen oder in Krisenzeiten?

Hybrid-Seminar

Vom 23. bis 24. Februar 2026 findet ein Hybrid-Seminar im Tagungshaus Freudenburg (Bassum) zu dem folgenden Thema statt: Was tun bei Katastrophen oder in Krisenzeiten? Katastrophen- und Zivilschutz im ländlichen Raum

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie HIER.

03.02.2026
Zukunftstag 2026

Höfe öffnen - Zukunft sichern

Der Zukunftstag 2026 findet am 23. April statt. Auch in diesem Jahr möchten wir als Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden e. V. Schülerinnen und Schülern aus unserer Region die Möglichkeit geben, die Landwirtschaft hautnah zu erleben. Dafür sind wir auf die Unterstützung unserer Mitglieder angewiesen.

Junge Menschen für die Landwirtschaft begeistern

Ein Zukunftstag auf dem eigenen Betrieb ist eine hervorragende Gelegenheit, Kindern und Jugendlichen den landwirtschaftlichen Alltag realistisch und praxisnah zu zeigen. „Mitmachen und Miterleben“ stehen dabei im Mittelpunkt: Tiere versorgen, bei Hofarbeiten helfen, Einblicke in Technik und Maschinen bekommen oder bei einer Traktorfahrt dabei sein – all das hinterlässt bleibende Eindrücke und weckt Interesse an unseren Berufen.

Nachwuchs gewinnen und Einblicke ermöglichen

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, frühzeitig Interesse für die grünen Berufe zu wecken. Der Zukunftstag bietet die Chance, jungen Menschen zu zeigen, wie vielfältig, modern und verantwortungsvoll die Arbeit in der Landwirtschaft heute ist. Oft sind es genau diese ersten praktischen Erfahrungen, die spätere Ausbildungsentscheidungen beeinflussen.

Machen Sie mit!

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Betriebe aus der Region Rotenburg-Verden bereit sind, am Zukunftstag Schülerinnen und Schüler auf ihren Höfen aufzunehmen. Der Landvolk-Kreisverband übernimmt gerne die Koordination und vermittelt interessierte Familien und Kinder an die teilnehmenden Betriebe.

Rückmeldung und Kontakt: aswald@landvolk-row-ver.de

Aktuelles aus dem Landesverband

07.04.2026
Infoabend zu BTV-3 und BTV-8

Aufgrund der steigenden Insektenzahl, der Impfempfehlung und der Nähe des Erregers BTV-8 wird am 15.04.26 ein Infoabend als kostenfreie Online-Veranstaltung stattfinden.
Unter dem Titel: „BTV-3 / BTV-8 – wir schauen genauer hin“ werden Tierärztin Frau Dr. Brüning vom Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und Herr Dr. Steinbeck von der Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH einen umfassenden Überblick zu der Thematik geben und für Fragen zur Verfügung stehen.
Mehr Infos unter: Infoabend Blauzungenkrankheit: BTV-3 / BTV-8 – wir schauen genauer hin : Landwirtschaftskammer Niedersachsen

02.04.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

In KW 12 stieg die Milchanlieferung in Deutschland weiter an. Die Molkereien erfassten 0,3 % mehr Milch als in der Vorwoche und lagen damit 6,9 % über dem Vorjahresniveau. Abgepackte Butter im Ostergeschäft sehr gut nachgefragt, unterstützt durch attraktive Markenaktionen. Die Molkereiabgabepreise bleiben stabil. Am Blockbuttermarkt haben sich die Aktivitäten nach umfangreichen Vertragsabschlüssen merklich beruhigt; viele warten die Lage nach Ostern ab. Auch das Exportgeschäft ist ruhiger. Preise gesunken, mit einer Kemptener Notierung vom 01.04.2026 von 4,30 bis 4,55 EUR/kg. Der Schnittkäsemarkt ist vor Ostern sehr hoch im Handel, in der Industrie und im Export. Käsereien sind ausverkauft und Lagerbestände sinken. Trotz logistischer Hürden laufen Exporte weiter. Preise haben sich nach vorherigen Anstiegen auf hohem Niveau stabilisiert.

MMP-Markt beruhigt; Käufer agieren zurückhaltender, Absatz und Preise bleiben unterschiedlich. VMP-Markt ruhiger; Käufer warten ab, wenige Abschlüsse, Preise uneinheitlich. MP-Markt bleibt sehr fest; Futtermittelware ruhiger nachgefragt, während Preise steigen. (AMI, ZMB)

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Osterfest!

02.04.2026
Wolfsaufnahme ins Jagdrecht stärkt Weidetierhaltung
Milch und Rind

Der Deutsche Bauernverband wertet die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht als bedeutenden Erfolg die Weideierhaltung. Generalsekretärin Stefanie Sabet bezeichnet die Entscheidung des Bundesrats zur Reform des Bundesjagdgesetzes als Meilenstein für ein praktikables Wolfsmanagement. Der DBV fordert nun eine zügige Umsetzung in den Ländern, eine sofortige Entnahme von Schadwölfen sowie klare Managementpläne. Zudem sollen Weidegebiete definiert werden, die nicht verhältnismäßig zu schützen sind und daher wolfsfrei bleiben müssen. Für diese Pläne verlangt der DBV eine bundesweite Mindestentnahmequote von 40 Prozent des jährlichen Wolfsnachwuchses, in stark betroffenen Regionen auch mehr. Die Pressemeldung finden Sie hier:

https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/aufnahme-des-wolfs-ins-jagdrecht-ist-gute-entscheidung-fuer-die-weidetierhaltung

02.04.2026
Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie
Milch und Rind

Vor dem Hintergrund dieser Neuerungen im Klimaschutz möchten wir Sie auf den Hintergrundartikel „Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie: Was 2026 auf Tierhalter zukommt“ bei DBVexklusiv aufmerksam machen. Er gibt einen kompakten Überblick darüber, welche Vorgaben bereits gelten, welche Änderungen noch zu erwarten sind und wo mögliche Erleichterungen liegen könnten.

https://exklusiv.bauernverband.de/themen/tier/umsetzung-der-industrieemissionsrichtlinie-was-2026-auf-tierhalter-zukommt-1139

02.04.2026
FLI informiert über Newcastle-Krankheit – Aufzeichnung des Webinars online verfügbar
Geflügel

(FLI, 27.03.2026) Mit 1.000 Teilnehmenden war das Webinar zur Newcastle-Krankheit (ND) und Geflügelpest am 24. März in der Reihe „Tiergesundheit aktuell – das FLI informiert“ vollständig ausgebucht. Aufgrund des großen Interesses stellt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nun eine Aufzeichnung des Webinars sowie die beiden Vorträge online bereit. 
Einige Fragen blieben trotz intensiver Frage und Antwort-Runde offen, diese werden noch beantwortet und baldmöglichst ebenfalls auf der Themenseite zur Newcastle-Krankheit zur Verfügung gestellt. Dort sind auch Antworten auf häufige, grundlegende Fragen (FAQ) sowie ein Merkblatt zu ND zu finden.
Zur Aufzeichnung des Webinars und zur Themenseite zur Newcastle-Krankheit gelangen Sie über Tiergesundheit aktuell:

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00070462/Webinar-Newcastle-Krankheit_2026-03-24.mp4

02.04.2026
Verbändeaustausch des BMLEH zu HPAI und ND
Geflügel

Beim Verbändeaustausch des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) am vergangenen Freitag standen die aktuelle Lage zu Geflügelpest (HPAI) und Newcastle-Krankheit (ND) sowie die Vorbereitung einer nationalen HPAI‑Impfgestattungsverordnung im Mittelpunkt. Das Ministerium betonte, dass trotz rückläufiger Fallzahlen das Eintragsrisiko weiterhin hoch ist und intensiv an einer breiten Rechtsgrundlage für zukünftige Impfungen gearbeitet wird – inklusive präventiver und möglicher Notschutzimpfungen. Die Verbände unterstützten dieses Vorgehen; offener Klärungsbedarf besteht u. a. bei Impfstoffen für seltene Tierarten und der praktikablen Kennzeichnung geimpfter Tiere.

Zur ND‑Lage wurden Stand 31.03. insgesamt 52 Ausbrüche gemeldet, darunter auch diverse Sekundärinfektionen: 36 in Brandenburg (mit knapp 3 Mio. gekeulten Tieren), 1 in Berlin und 15 in Bayern. Das Geschehen verteilt sich auf zwei klar abgegrenzte Cluster, in Brandenburg teils nur rund 1 km von der polnischen Grenze entfernt, in Bayern etwa 85 km von der Grenze, aber epidemiologisch weiterhin grenznah. Beide Regionen weisen eine hohe Geflügeldichte auf, was das Ausbreitungsrisiko erhöht. Trotz Impfpflicht sind Infektionen unter hohem Erregerdruck möglich; Hinweise auf absichtliche Einträge bestehen nicht. Zentral ist die Erkenntnis, dass das gleichzeitige Auftreten von HPAI und ND eine besonders kritische Situation darstellt. Eine Impfung allein reicht nicht zur Eindämmung aus. Erforderlich ist ein konsequentes Zusammenspiel aus Biosicherheit, Früherkennung und Diagnostik, staatlichen Maßnahmen und Impfung. Ohne die konsequente Umsetzung aller Bausteine besteht das Risiko, dass sich das Virus dauerhaft etabliert.

02.04.2026
Umsetzung der IED: Was 2026 auf Tierhalter zukommt
Geflügel

Die überarbeitete Industrieemissionsrichtlinie (IED 2.0) gilt seit August 2024 und führt dazu, dass künftig deutlich mehr Geflügelbetriebe genehmigungspflichtig werden. Die Schwellenwerte wurden nicht so stark abgesenkt wie zunächst geplant, dennoch rutschen viele bislang nicht betroffene Betriebe neu in die IED. Konkrete Vorgaben fehlen noch, da die neuen europäischen UCOL (künftige Betriebsauflagen) erst im September 2026 vorliegen sollen und anschließend in nationales Recht überführt werden. Über das Mantelgesetz greifen bereits Änderungen im Immissionsschutz- und Wasserrecht, die Genehmigungsabläufe und Betreiberpflichten betreffen. Parallel wird auf EU‑Ebene der Omnibus‑Rechtsakt verhandelt, der mögliche Erleichterungen bringen könnte. Entscheidungen stehen noch aus. Einen ausführlichen Artikel finden Sie in DBVexklusiv:

https://exklusiv.bauernverband.de/themen/tier/umsetzung-der-industrieemissionsrichtlinie-was-2026-auf-tierhalter-zukommt-1139