Gemeinsam für mehr Artenvielfalt in Borchel
Aus einer spontanen Idee ist innerhalb weniger Tage ein konkretes Naturschutzprojekt entstanden: Auf einem ehemaligen Bolzplatz in Borchel wurde jetzt eine neue Blühfläche angelegt, die künftig zahlreichen Insekten als Nahrungs- und Lebensraum dienen soll.
Den Anstoß für das Projekt gaben Landschaftswart Heiko Nalesinski und Borchels Ortsvorsteher Mirco Klee, der auch Mitglied im Stadtrat Rotenburg ist. Die Fläche, ein alter Bolzplatz direkt neben dem Friedhof, wird künftig nicht mehr für sportliche Zwecke genutzt. Da hinter dem Gemeinschaftshaus derzeit ein neuer Sportplatz entsteht, bot sich die Gelegenheit, die bisherige Fläche einer neuen Nutzung zuzuführen. Zudem war der Platz in der Vergangenheit regelmäßig von Wildschweinen umgegraben worden.
Besonders interessant machte den Standort seine unmittelbare Nähe zum Friedhof. Dort sind bereits Wildbienen und andere Insekten anzutreffen. So entstand die Idee, auf der brachliegenden Fläche eine Blühfläche anzulegen und damit einen zusätzlichen Lebensraum für bestäubende Insekten zu schaffen.
„Vor gut einer Woche haben wir erstmals über die Idee gesprochen, heute ist die Blühmischung bereits eingesät. Das zeigt, was möglich ist, wenn engagierte Menschen unkompliziert zusammenarbeiten und nicht lange überlegen, sondern einfach anpacken“, freut sich Mirco Klee über die schnelle und reibungslose Umsetzung.
Nachdem der Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden von den Planungen erfahren hatte, wurde kurzfristig Unterstützung angeboten. Bereits zuvor war man durch einen Bericht in der Rotenburger Kreiszeitung auf die von Landschaftswart Heiko Nalesinski angestoßenen Überlegungen zu Blühflächenprojekten aufmerksam geworden. In diesem Zusammenhang hatte das Landvolk seine Unterstützung bei möglichen Vorhaben, durch Saatgutspenden, angeboten. Für die Blühfläche in Borchel stellte der Verband nun das benötigte Saatgut zur Verfügung. „Dieses Projekt zeigt beispielhaft, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sind. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, entstehen Lösungen, von denen Mensch und Natur gleichermaßen profitieren“, betont Christian Intemann, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden.
Auch das Lohnunternehmen Heerdt beteiligte sich ehrenamtlich an der Aktion und bereitete die Fläche für die Aussaat vor. „Wenn man mit überschaubarem Aufwand einen Mehrwert für die Dorfgemeinschaft und die Natur schaffen kann, dann macht man das selbstverständlich gern“, sagt Frank Heerdt.
Für Landschaftswart Heiko Nalesinski ist die neue Blühfläche ein gelungenes Beispiel dafür, was durch pragmatische Zusammenarbeit vor Ort erreicht werden kann: „Mich freut besonders, dass die Idee so schnell und unkompliziert umgesetzt werden konnte. Hier haben viele Beteiligte gemeinsam angepackt und damit eine echte Win-win-Situation für die Artenvielfalt und die Dorfgemeinschaft geschaffen.“
Die Beteiligten hoffen nun, dass sich die Fläche in den kommenden Wochen zu einem attraktiven Blütenstandort entwickelt. Zugleich soll das Projekt nicht einmalig bleiben: So ist die Überlegung auf dem ehemaligen Bolzplatz künftig eine Streuobstwiese anzulegen. Darüber hinaus bleiben auch der Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden und Landschaftswart Heiko Nalesinski im Austausch über weitere Blühflächenprojekte dieser Art, die der Kreisverband mit Saatgutspenden unterstützen kann.


