Fr, 10.04.2026
Weizenkurse in Paris geben nach
(AMI) Die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten drückt die Weizennotierungen. Sinkende Kurse verbessern zwar die EU-Exportchancen, das globale Angebot bleibt jedoch reichlich.
An der Pariser Terminbörse bewegten sich die Weizennotierungen in der feiertagsbedingt verkürzten Berichtswoche abwärts. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 09.04.2026 bei 195,50 EUR/t und lag damit um 7 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Gleichzeitig fiel die Notierung damit erstmals seit vier Wochen wieder unter die Marke von 200 EUR/t. Der September-Kontrakt verzeichnete das gleiche Wochenminus schloss zuletzt bei 204,75 EUR/t.
Belastet wurden die Weizennotierungen zuletzt vor allem durch die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten. Mit der Kriegsunterbrechung steigen die Erwartungen auf eine geringere Störung der Energieversorgung und sinkende Düngemittelpreise. Zudem ist die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freigegeben, erste Öltanker passierten die Meerenge bereits seit Beginn der Waffenruhe.
Gleichwohl bleibt die Marktstimmung von Unsicherheit geprägt, da sich die geopolitische Lage im Nahen Osten jederzeit wieder zuspitzen kann. Die Waffenruhe im Iran nährte zudem Hoffnungen auf eine Belebung der internationalen Getreidenachfrage. Viele Abnehmer hatten ihre Käufe aufgrund der seit Kriegsbeginn stark gestiegenen Preise zuletzt zurückgestellt.
Die rückläufigen Weizennotierungen kommen unterdessen den EU-Exportaussichten zugute. Mit niedrigeren Preisen verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Herkunftsländern, insbesondere gegenüber Anbietern aus der Schwarzmeerregion. Das globale Angebot bleibt jedoch weiterhin reichlich, zumal die Ernte 2026 zunehmend in den Fokus rückt. Russland, weltweit führender Weizenexporteur, verfügt angesichts der zuletzt verhaltenen Nachfrage noch über umfangreiche Lagerbestände. Zudem dürfte das Land nach Angaben von Argus im laufenden Jahr rund 88,7 Mio. t Weizen produzieren, nachdem zuvor von einer Erntemenge von 86,5 Mio. t ausgegangen worden war.
Unterdessen exportierte die Europäische Union im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 05.04.2026 insgesamt rund 18,00 Mio. t Weichweizen und damit mehr als im Vorjahreszeitraum (16,79 Mio. t). Wichtigstes Abnehmerland bleibt Marokko, gefolgt von Ägypten und Saudi-Arabien.