Do, 02.04.2026
Verbändeaustausch des BMLEH zu HPAI und ND
Beim Verbändeaustausch des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) am vergangenen Freitag standen die aktuelle Lage zu Geflügelpest (HPAI) und Newcastle-Krankheit (ND) sowie die Vorbereitung einer nationalen HPAI‑Impfgestattungsverordnung im Mittelpunkt. Das Ministerium betonte, dass trotz rückläufiger Fallzahlen das Eintragsrisiko weiterhin hoch ist und intensiv an einer breiten Rechtsgrundlage für zukünftige Impfungen gearbeitet wird – inklusive präventiver und möglicher Notschutzimpfungen. Die Verbände unterstützten dieses Vorgehen; offener Klärungsbedarf besteht u. a. bei Impfstoffen für seltene Tierarten und der praktikablen Kennzeichnung geimpfter Tiere.
Zur ND‑Lage wurden Stand 31.03. insgesamt 52 Ausbrüche gemeldet, darunter auch diverse Sekundärinfektionen: 36 in Brandenburg (mit knapp 3 Mio. gekeulten Tieren), 1 in Berlin und 15 in Bayern. Das Geschehen verteilt sich auf zwei klar abgegrenzte Cluster, in Brandenburg teils nur rund 1 km von der polnischen Grenze entfernt, in Bayern etwa 85 km von der Grenze, aber epidemiologisch weiterhin grenznah. Beide Regionen weisen eine hohe Geflügeldichte auf, was das Ausbreitungsrisiko erhöht. Trotz Impfpflicht sind Infektionen unter hohem Erregerdruck möglich; Hinweise auf absichtliche Einträge bestehen nicht. Zentral ist die Erkenntnis, dass das gleichzeitige Auftreten von HPAI und ND eine besonders kritische Situation darstellt. Eine Impfung allein reicht nicht zur Eindämmung aus. Erforderlich ist ein konsequentes Zusammenspiel aus Biosicherheit, Früherkennung und Diagnostik, staatlichen Maßnahmen und Impfung. Ohne die konsequente Umsetzung aller Bausteine besteht das Risiko, dass sich das Virus dauerhaft etabliert.