Fr, 20.03.2026
DBV informiert auf EU-Ebene über Probleme der Öko-Tierhaltung und kämpft weiter für Flexibilisierung der Öko-Weidevorschriften und Auslaufüberdachung im EU-Öko-Basisrecht
(DBV) Am 17. März richtete COPA/COGECA im Europaparlament eine Veranstaltung zur Zukunft des Ökolandbaus aus. Gastgeber waren vier Abgeordnete von EVP, den Liberalen und Sozialdemokraten aus dem Agrarausschuss, u. a. die EP-Berichterstatterin zur Reform des Öko-Basisrechts, die Italienerin Laureti. Der Direktor der für Ökolandbau zuständigen Kommissions-Abteilung GD Agri(B) Schilthuis sowie der Leiter der Unit Organic Farming nebst etlichen Mitarbeitern nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil. COPA stellte Ergebnisse einer eigenen EU-weiten Öko-Erzeugerumfrage zu Entwicklungsbarrieren vor, die neben Marktproblemen sehr stark von der Öko-Gesetzgebung herrühren.
Der DBV klärte auf, dass der Anteil der Öko-Tierhaltung in der EU mit rund 5 % Anteil gegenüber der Öko-Flächenentwicklung mit über 10 % Anteil nur halb so hoch und teilweise sinkend ist. So sank die Zahl der Öko-Milchviehbetriebe nicht nur in Deutschland aufgrund verschärfter Auslegungen der Weidepflichten 2025 um ca. bis zu 8 % sondern auch Österreich verlor seit 2021 fast 10 % und Dänemark sowie Frankreich verzeichneten sogar rund 15 % weniger Öko-Milchviehbetriebe. Folge: Trotz anhaltender Höchstpreise und einzelbetrieblicher Mengensteigerungen stagniert die Öko-Milcherzeugung weitgehend. Der DBV kritisiert daher, dass nicht nur für Öko-Geflügel, wie seitens der Kommission für das Schnellverfahren zu Verbesserungen im Öko-Basisrecht vorgeschlagen, dringend eine verbesserte Öko-Gesetzgebung erforderlich ist, sondern auch für die Weidverpflichtung und die Auslaufüberdachung. MEP Köhler beklagte in seinem Veranstaltungsbeitrag die massive Rückumstellungswelle in der Bayrischen Öko-Rinderhaltung, insbesondere in der Öko-Milchviehhaltung. Er kritisierte, dass es nicht die Lösung sein könne, Ökolandwirte mit guten Tierwohlställen aufgrund minderer Defizite in der Weideumsetzung zur Rückumstellung zu zwingen. Der Direktor der für den Ökolandbau zuständigen Kommissionabteilung Schilthuis stimmte zu, dass das Ungleichgewicht in der Öko-Tierhaltung ein zentrales Thema sein müsse. Der DBV setzt sicher weiterhin für Verbesserungen im Öko-Basisrecht ein, über das Öko-Geflügel hinaus. Im Fokus stehen dabei die Flexibilisierung der Vorschriften zur Öko-Weide und zur maximal zulässigen Überdachung von Öko-Maststall-Ausläufen, die aus Tierwohlgründen nicht bei 50 % begrenzt sein sollte, wie es die Kommission auslegt. Ziel des DBV bleibt es, maximalen Druck auf die Kommission auszuüben, um jetzt auch weitergehende Verbesserungen auch für die Öko-Wiederkäuer- und Öko-Schweinehaltung zu erreichen.