Fr, 13.03.2026
Rapskurse zwischen Geopolitik und Fundamentaldaten
(AMI) Die Rapskurse reagieren sensibel auf die Lage im Nahen Osten und am Rohölmarkt. Eine größere australische Ernte zeigt dabei kaum Kurswirkung. Am deutschen Markt werden höhere Preise genannt, während die Umsätze aufgrund der hohen Volatilität weiter begrenzt bleiben.
Zu Beginn der Berichtswoche ging es an der Pariser Börse kräftig bergauf. Nach kurzzeitiger Schwäche zur Wochenmitte wurde schließlich am 12.03.26 mit 515 EUR/t der höchste Schlusskurs seit April 2025 erreicht. Im Vergleich zur Woche legte der Fronttermin damit noch einmal um 12 EUR/t zu. Ähnlich fällt das Plus für Partien der Ernte 2026 aus. Mit 498 EUR/t gewann der August-26-Kontrakt rund 13 EUR/t. Im Fokus bleibt dabei die Situation am Rohölmarkt und im Nahen Osten. Die Kurse reagieren sensibel auf die geopolitischen Entwicklungen. Fundamentaldaten wie die größere Ernte in Australien und die insgesamt komfortable globale Rapsbilanz schlagen dabei aktuell kaum zu Buche.
Auf Großhandelsebene werden franko Niederrhein zuletzt rund 515 EUR/t in Aussicht gestellt und damit, bei unverändertem Aufgeld, rund 2 EUR/t mehr als noch in der Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Hamburg, welche sich auf Wochensicht ebenfalls um 2 EUR/t auf 507 EUR/t verteuern. Für Partien der Ernte 2026 sind bis zu 489 EUR/t möglich, ein Plus von 3 EUR/t. Dabei erschwert die Volatilität der Pariser Notierungen auch weiterhin die Preisbildung und limitiert den Handel. So bleiben die Umsätze auch weiterhin überschaubar. Die Importströme bleiben indes stetig, fußen jedoch auf bereits vertraglich gebundener Ware. Angesichts der Situation im Nahen Osten wird dabei von steigenden Frachtkosten berichtet.
Insgesamt bleibt die Handelsaktivität am Rapsmarkt angesichts der teils deutlichen Kurssprünge in Paris überschaubar. Im deutschen Mittel sind dabei für alterntige Ware rund 484,50 EUR/t möglich und damit 9,10 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 445 bis 515 EUR/t. Niedersächsischer Raps wurde ab Hof in einer Spanne von 475-505 (Ø 495) EUR/t bewertet. Preisspitzen wurden gebietsweise jedoch auch vermehrt zur Absicherung der kommenden Ernte genutzt. Dabei werden Vorkontrakte in Niedersachsen ab Hof durchschnittlich für 470,5 (450-480) EUR/t angeboten.