Fr, 13.03.2026
Geopolitische Spannungen bewegen Weizenkurse
(AMI) Der Krieg am Persischen Golf sorgt für Bewegung an den Börsen, die Nachfrage großer Importeure bleibt dennoch verhalten.
Am 10.03.2026 lief der alte Fronttermin für Weizen an der Pariser Börse bei 191,75 EUR/t aus und verzeichnete damit auf Wochensicht nochmals ein Minus von 5,50 EUR/t. Der neue Fronttermin Mai 2026 schloss hingegen am 12.03.26 bei 209,25 EUR/t und lag damit 7,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der Kontrakt der neuen Ernte notierte zuletzt bei 215,25 EUR/t und verbuchte damit ein Wochenplus von 7,00 EUR/t.
Im Mittelpunkt der vergangenen Handelstage standen vor allem die Entwicklungen im Nahen Osten. Nahezu jede neue Meldung wirkte sich unmittelbar auf die Kurse aus, sodass Schwankungen von -4,50 bis +3,50 EUR/t zur Tagesordnung gehörten. Einerseits sorgte die Ankündigung des US-Präsidenten, der Konflikt gegen den Iran könne bald beendet sein, für Druck auf die Notierungen. Andererseits bleibt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf hoch; viele Importeure nehmen daher weiterhin eine abwartende Haltung ein. Angesichts der ohnehin komfortablen Versorgungslage am Getreidemarkt besteht aktuell zudem wenig Zeitdruck für Käufe. Zwar wurde aus Ägypten, Tunesien und Algerien Kaufinteresse signalisiert, Marktteilnehmer werten dies jedoch eher als Preisabfragen denn als konkrete Nachfrage.
Der jüngste Bericht des USDA zu Angebot und Nachfrage blieb unterdessen ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Kurse. Das US-Landwirtschaftsministerium nahm lediglich geringfügige und wenig überraschende Anpassungen vor, die keine spürbare Marktreaktion auslösten. Im März-WASDE bleibt der Weltweizenmarkt trotz kleiner Korrekturen weiterhin gut versorgt.
Die Weichweizenexporte der EU summierten sich im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 08.03.2026 auf rund 16,5 Mio. t und lagen damit 9 % über dem Vorjahr. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 waren zum gleichen Zeitpunkt jedoch bereits 22,5 Mio. t ausgeführt worden. Größter Abnehmer von EU-Weizen ist bislang Marokko mit einem Importvolumen von gut 2,6 (Vorjahr: 1,8) Mio. t. Dahinter folgen Ägypten mit 1,5 (0,9) Mio. t und Saudi-Arabien mit 1,1 (0,8) Mio. t.
Auf Exportseite bleibt Rumänien mit 5,4 (4,1) Mio. t das wichtigste EU-Versandland, gefolgt von Frankreich mit 4,6 (1,5) Mio. t. Deutschland rangiert nach Polen und Litauen auf Platz fünf und platzierte bislang rund 1,3 (1,6) Mio. t am Weltmarkt.
