Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Fr, 06.03.2026

Auf und Ab der Weizenkurse an der Euronext

(AMI) Ausschreibungen aus Nordafrika und dem Nahen Osten bestätigen das Kaufinteresse am Weltmarkt. Westeuropäischer und US-Weizen stehen jedoch weiterhin unter starkem Konkurrenzdruck aus der Schwarzmeerregion.

Nach ausgeprägten Tagesschwankungen zwischen -4,50 und +4,25 EUR/t schloss der Fronttermin für Weizen am 05.03.2026 mit 196,25 EUR/t etwa 3 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich erreichte der Fronttermin mit 197,50 EUR/t den höchsten Stand seit Anfang August 2025. Der Kontrakt der Ernte 2026 zeigte sich ebenfalls fester und schloss zuletzt bei 208,75 EUR/t, was einem Wochenplus von 6,25 EUR/t entspricht.

Die Entwicklungen im Nahost-Konflikt hatten auf die Pariser Weizenkurse nur begrenzten Einfluss. Deutlichere Auswirkungen zeigte das Kriegsgeschehen hingegen bei den Ölsaaten sowie deren Nachprodukten, insbesondere bei Pflanzenölen. Kursstützend wirkte jedoch der schwache Euro. Eine nachgebende Gemeinschaftswährung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Getreide auf den internationalen Märkten. Der US-Dollar fungierte erneut als sicherer Hafen und legte allein in den vergangenen drei Handelstagen um 1,8 % zu.

Auf der Nachfrageseite zog das Kaufinteresse wichtiger Importländer in den vergangenen Tagen leicht an. Vor allem ägyptische Käufer suchten Weizen zur Lieferung ab April, bevorzugten jedoch weiterhin das im Vergleich zu EU-Weizen günstigere Angebot aus der Schwarzmeerregion. Saudi-Arabien deckte sich zum Wochenbeginn im Rahmen einer internationalen Ausschreibung mit knapp 800.000 t Weizen ein, nachdem zuvor eine Ausschreibung über 655.000 t angekündigt worden war. Der überwiegende Teil der Mengen – voraussichtlich rund 550.000 t – dürfte mit russischem Weizen beliefert werden, ergänzt durch weitere Lieferungen aus der Schwarzmeerregion, unter anderem aus Rumänien.

Auch Algerien soll zum Wochenwechsel eine größere Weizenmenge von rund 400.000 t gekauft haben, eine offizielle Bestätigung steht bislang jedoch aus. Wie bereits bei anderen Ausschreibungen galt westeuropäischer Weizen auch hier als kaum wettbewerbsfähig gegenüber Schwarzmeerherkünften. Gleichwohl entziehen die Ausschreibungen aus Saudi-Arabien und Algerien dem insgesamt gut versorgten Weltmarkt zusammengenommen rund 1,2 Mio. t Weizen.

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