Fr, 13.02.2026
Große Kartoffelvorräte deckeln Preisentwicklung
(AMI) Umfragen bestätigen, dass weiterhin kaum Chancen auf höhere Kartoffelpreise bestehen. Mit steigenden Kosten sinken so die Erlöse der Erzeuger. Zuletzt war die Nachfrage tendenziell etwas ruhiger als zuvor.
Weiterhin warten Speisekartoffelerzeuger weitgehend umsonst darauf, dass die Aufwendungen für die Langzeitlagerung honoriert werden. Sowohl der Markt für Speise- als auch für Verarbeitungskartoffeln sind so voll, dass der Angebots- und Preisdruck aufrechterhalten bleiben. Besonders schwer haben es diese Saison qualitativ nicht ganz so gute Partien, für die fast kein Markt zu finden ist und für die zu fast jedem Preis versucht wird irgendwo ein Unterkommen zu finden. Manchmal funktioniert das im Export, wenn die Knollen nicht gewaschen werden müssen. Mit Sack- und Absackkosten und Preisen von unter 10,00 EUR/dt ist die Erlössituation denkbar schlecht. Noch weniger gibt es für vertragsfreien Verarbeitungsrohstoff, der bei den wenigen Umsätzen auch schon mal bei 1,00 EUR/dt liegen kann. Für schöne Speisekartoffeln gibt es mehr als 10,00 EUR/dt aber auch nicht immer so viel, wie Erzeugergemeinschaften notieren.
Von der Nachfrageseite ist diese Woche häufiger von Enttäuschungen zu hören. Mancher hatte sich für diese Woche mehr erhofft – vielleicht kommt ja noch was. Traditionell ist aber die Woche vor dem Karnevalswochenende zumindest in den Hochburgen eher nachfrageschwach.
Bei den Exporten tut sich weiterhin auch nicht viel. Es ist immer noch zu kalt für Verladungen in einige Destinationen und da, wo man gut hinfahren kann, sind auch wieder Anbieter aus Frankreich zur Stelle, die für weniger als 10,00 EUR/dt ab Station Kartoffeln auf den Weg schicken.
Eine Änderung der prekären Marktsituation ist eher nicht in Sicht. Eine Umfrage bei Bauerverbänden und Landwirtschaftskammern zeigt, dass die Vorräte überall noch sehr groß sind, was sowohl für Speise- wie auch für Verarbeitungskartoffeln gilt und auch für Vorräte, welche Direktvermarkter angelegt haben. Wenn mal die Vorräte deutlicher abgebaut werden konnten, dann, weil sich der Lagerhalter eine alternative Verwertung zum angepeilten Vermarktungsziel gesucht hat. Vermutlich müssen diesen Weg noch eine ganze Reihe von Erzeugern gehen.