Fr, 30.01.2026
Exportdruck bei EU-Weizen hält an
(AMI) Günstige Übersee-Offerten und ein starker Euro deckeln die Kurse an der Börse in Paris. Chicago profitiert dagegen von der Schwäche des Dollars. Fundamental lässt das globale Angebot den Kursen wenig Luft nach oben.
Die Weizenkurse an der Börse in Paris erholten sich nach einem Rutsch auf ein Fünf-Wochen-Tief wieder und blieben zugleich in der seit Dezember etablierten Spanne gefangen. Am 28.01.2026 schloss der Fronttermin März bei 190,00 EUR/t und damit 0,50 EUR/t über Vorwoche. Trotz eines stark gestiegenen Euro, der die Exportparitäten verschlechtert, kam es zu einer Gegenbewegung – getrieben von der festen Vorgabe aus Chicago, Short-Covering und zurückhaltender Abgabebereitschaft auf Kassabasis.
Fundamental bleibt der Gegenwind jedoch spürbar: Günstige Offerten aus Argentinien sowie weiterhin wettbewerbsfähige Angebote aus dem Schwarzmeerraum setzen die europäischen Partien im Nordafrika-Geschäft unter Druck. In Marokko – dem wichtigsten EU-Absatzmarkt – treten argentinische Partien zunehmend in den Vordergrund; in Algerien und Saudi-Arabien dominieren je nach Proteinvorgaben russische und weitere Schwarzmeer-Herkünfte. Der Kassamarkt in Westeuropa zeigt sich zugleich zäh: Zurückhaltende Abgeber und feste Prämien stützen die Frontmonate, begrenzen aber aufgrund des starken Euro und der Konkurrenz die Exportfähigkeit.
Das internationale Tenderbild liefert nur punktuelle Entlastung. Nach größeren Abschlüssen in Saudi-Arabien und Algerien richtet sich der Blick auf Tunesien; einzelne französische Ladungen nach Ägypten unterstreichen zwar punktuell die Wettbewerbsfähigkeit in Nischenfenstern, an der Grundtendenz ändert das wenig. Solange argentinischer 11,5-%-Weizen auf niedrigen Niveaus angeboten wird und Russland/Ukraine preislich eng bleiben, bleibt Paris an die Wechselkursentwicklung und die relative Preisstellung gegenüber Übersee gebunden.
