Fr, 30.01.2026
HPAI H5N1: Erster Nachweis bei Milchkuh in Europa
In den Niederlanden wurde erstmals in Europa eine H5N1‑Infektion bei einer Milchkuh festgestellt. Die Kuh zeigte im Dezember eine Euterentzündung und Atemprobleme, später wurden in der Milch Antikörper gefunden; weitere Tiere des Bestands waren unauffällig. Zuvor war auf dem Betrieb eine Katze an H5N1 verendet. Es gibt derzeit keine Hinweise auf eine aktive Virusvermehrung oder -verbreitung im Bestand. Das Gefährdungspotenzial für Rinder durch hochpathogene Vogelgrippe-Viren wird weiterhin als gering bewertet, und pasteurisierte Milch gilt als sicher. Als mögliche Eintragsquellen gelten, nach Aussage des FLI, infizierte Wildvögel sowie kontaminierter Kot, Futter, Wasser oder Geräte. Die Viruszirkulation bei Wildenten in den Niederlanden ist hoch (bis zu 25 % der im Herbst untersuchten Wildenten), was den Erregereintrag in Tierbestände begünstigt. Für Geflügelhalter bedeutet der Fall erhöhte Wachsamkeit: Wildvogelkontakt vermeiden, Futter und Wasser schützen, Hygieneketten strikt einhalten und betriebsübergreifende Kontamination verhindern. Der Fall bestätigt, dass H5N1 tierartenübergreifend übertragen werden kann und sporadisch auch Säugetiere betrifft, wie bereits in den USA in großem Umfang beobachtet. Eine frühzeitige Meldung unklarer Symptome an die zuständigen Veterinärbehörden bleibt daher entscheidend. Insgesamt zeigt der Nachweis, dass konsequente Biosicherheit weiterhin der wichtigste Schutz für Geflügelbestände ist.