Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

28.11.2022
Winterveranstaltung des Landwirtschaftlichen Vereins Scheeßel

DBV- Vizepräsidentin als Gastreferentin vor Ort

Zur Winterveranstaltung des Landwirtschaftlichen Vereins Scheeßel hat in diesem Jahr eine besondere Gastreferentin ihren Weg in den „Scheeßeler Hof“ gefunden: Susanne Schulze Bockeloh, die seit Oktober als erste Frau in ihrer Funktion als Vizepräsidentin den Deutschen Bauernverband (DBV) verstärkt, hielt einen Vortrag zum Konzept des Zukunftsbauern. Das Zielanliegen des Zukunftsbauern ist es ein Zukunftsbild der deutschen Landwirtschaft zu entwerfen, welches von der Gesellschaft akzeptiert wird und zugleich den Bäuerinnen und Bauern eine wirtschaftliche Perspektive bietet. „Märkte, Preise und Warenströme sind im Umbruch, der Angriffskrieg auf die Ukraine fordert ein Umdenken. Dennoch müssen auch die bisherigen Herausforderungen beim Schutz von Umwelt, Klima und Artenvielfalt weiterhin vorangebracht werden.“, erklärte Schulze Bockeloh. Die DBV-Vizepräsidentin betonte hierbei, dass die Landwirt*innen die Zukunft aktiv mitgestalten möchten und sich der Herausforderung der Veränderung mutig stellen. Das Konzept des Zukunftsbauern löste unter den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins Scheeßel eine rege Diskussion aus, bei der eines erneut deutlich wurde, um die Zukunft aktiv gestalten zu können benötigt es jetzt dringend sichere und vor allem zuverlässige Rahmenbedingungen von der Politik!

Aktiver Teil der landwirtschaftlichen Zukunft möchten auch Julia Winkelmann und Jan-Philipp Thom sein, die für ihren Meistertitel geehrt wurden. Ebenso wie Jana Röhrs, Ajen Heitmann, Torven Lüdemann und Hajo Hentrich, die eine Ehrung für die erfolgreiche Teilnahme an der zweijährigen Fachschule erhielten und sich nun staatlich geprüfte Betriebswirt*innen nennen dürfen. Eine weitere Ehrung erhielt zudem Wolfgang Wichern für seine 12-jährige Vorstandsarbeit im landwirtschaftlichen Verein als stellverstretender Vorsitzender. Als neuer stellverstretender Vorsitzender wurde einstimmig Hinrich Meinke gewählt. Hilmer Vajen bleibt durch seine einstimmige Wiederwahl Vorsitzender des Vereins.

28.11.2022
Rund 1500 Teilnehmer bei Kundgebung in Goslar

Mit einer Menschenkette durch die Innenstadt und rund 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Kundgebung haben die Landvolkverbände Braunschweiger Land und Landvolk Niedersachsen in Goslar auf die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht. „Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden. Die Landwirtinnen und Landwirte halten zusammen“, sagte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies in seinem Fazit zur Protestaktion. Die Berufskollegen waren aus allen Regionen Niedersachsens angereist, um anlässlich der 99. Umweltministerkonferenz ein klares Zeichen gegen bestehende oder drohende Auflagen aus Berlin und Brüssel zu setzen. Auch aus dem Kreisverband Rotenburg-Verden haben sich Landwirte auf den Weg nach Goslar gemacht, um für sich für die Belange der Landwirtschaft stark zu machen.

Ulrich Löhr, Vorsitzender des Landvolks Brauschweiger Land und Landvolk-Vizepräsident, forderte „Berechenbarkeit“ von der Politik. Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Landesbauernverbände erinnerten an die Probleme beim Wolfsmanagement und die Nöte der Weidetierhalter, erläuterten die Folgen einer überzogenen Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und der Moorschutzstrategie. Vielfach betont wurde die mangelnde Sicherung der Nahrungsmittelproduktion.

Lars Ruschmeyer, Sprecher des Agrarausschusses der Landjugend Niedersachsen, betonte die Bereitschaft zu Veränderungen. „Gerade wir jungen Landwirte wollen die Transformation der Landwirtschaft mittragen. Aber Kosten und Nutzen als Folgen politischer Entscheidungen müssen stimmen. Das ist nicht mehr der Fall, und macht uns den schönen Beruf des Landwirts kaputt“, sagte Ruschmeyer unter starkem Applaus der Kundgebungsteilnehmer. Auch die Landfrauen sicherten Unterstützung bei anstehenden Veränderungen zu unter dem Motto: „Wir können das!“

Niedersachsens neuer Umweltminister Christian Meyer stellte sich mit weiteren Politikern den Landwirtinnen und Landwirten auf dem Kundgebungsplatz und nahm das beklebte „Maßnahmenpaket“ als Retoure entgegen. „Wir sollten viel miteinander reden“, sagte Meyer. Und: „Kooperation statt Verbote ist immer besser.“

Landvolkpräsident Hennies, der auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes ist, kritisierte abschließend die im „EU-Extensivierungspaket“ versteckten drohenden „Totalverbote“ von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Gebieten und bemängelte überzogenes Ordnungsrecht. Hennies forderte unter lautem Zuspruch der Berufskollegen im Beisein mehrerer deutscher Umweltminister auf der Bühne auf dem Jacobikirchhof in Goslar: „Schicken Sie ein besseres Paket nach Brüssel!“

23.11.2022
GAP 2023

Digitale Informationsveranstaltung

Die neue GAP startet nach zwei Übergangsjahren zum 01.01.2023. Doch welche Vorgaben bringen die Verordnungen mit sich und wie sind die ökonomischen Auswirkungen? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Wilfried Steffens vom Landesbauernverband in seinem digitalen Vortrag „Gemeinsame Agrarpolitik 2023 – Was ist alles im Jahr 2023 zu beachten?“.

Zu der digitalen Informationsveranstaltung am 7.12.22 um 19:00 Uhr laden wir unsere Mitglieder herzlich ein.

Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 6.12.22 um 12:00 Uhr via Mail an homann@landvolk-row-ver.de, um den Link mit den Einwahldaten zu erhalten.

Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Landvolk-Kreisverband Bremervörde-Zeven und wird über Zoom stattfinden.

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung.

22.11.2022
Netzwerktreffen

NEUA e. V. informiert über Bildungsarbeit

Ende November fand das Netzwerktreffen von NEUA e. V. auf dem Hof von Familie Bassen in Scheeßel statt. Christine Tewes informierte die Anwesenden über die Bildungsarbeit des gemeinnützigen Vereins NEUA, der sich zum Ziel gesetzt hat, jungen Menschen die Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse von regional hergestellten Lebensmitteln näher zu bringen. Es gibt dafür zwei Aktionstage: Beim Hoftag lernen die Kinder und Jugendlichen den Ablauf auf einem landwirtschaftlichen Betrieb kennen. Beim Kochtag kommen LandFrauen in die Kita oder Schule, um gemeinsam leckere Gerichte aus Lebensmittel aus der #Region herzustellen. Anwesend waren neben Akteur*innen des NEUA-Vereins auch Frau Feindt von der Volksbank Wümme-Wieste, Herr Riebesehl von der Sparkasse Scheeßel sowie Herr Schütz vom Landkreis Rotenburg und Hilmer Vajen vom Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden e. V.

21.11.2022
Grundschüler*innen erkunden Milchhof

NEUA e.V. organisiert Hofbesuche

Auch im November fanden wieder einige Hofbesuche über den Förderverein NEUA e.V. von Landvolk und Landfrauen statt. So besucht u.a. die Klasse 2b der Grundschule Etelsen den Milchviehbetrieb der Familie Meier in Deelsen. In zwei Gruppen führen Anja und Mareike Meier die insgesamt 21 Kinder über den Hof. Für die erste Gruppe startet der Hofrundgang im Kälberstall: „Riecht ein bisschen streng hier“, so der erste Eindruck eines Zweitklässlers. „Da hast du Recht, bei den Jüngsten ist der Geruch am strengsten“, bestätigt Anja Meier mit einem wissenden Lachen. Und jung sind die Kälbchen wahrhaftig, das Jüngste erst vier Tage alt. Trotzdem ist es bereits fast so groß wie die Schüler*innen, weshalb trotz einiger entzückter Ausrufe vorerst ein zögerliches Beschnuppern auf beiden Seiten herrscht. Dies dauert jedoch nicht lange an und Kinder und Kälber geben ihrer Neugier nach und kommen sich näher. Während es für die Kälber ausgiebige Streicheleinheiten gibt, erhalten die Schüler*innen neues Wissen. So zum Beispiel, dass ein Kalb bei der Geburt zwischen 35 bis 40 Kilo wiegt und bei der Geburt bereits Zähne besitzt.

Neben den Einzelboxen der jüngsten Kälbchen befindet sich ein Strohstall für die etwas älteren Kälber. „Das ist quasi unser Kindergarten“, erklärt Anja Meier. „Im Gegensatz zu den ganz kleinen Kälbern, die nur mit Milch gefüttert werden, erhalten diese hier bereits festes Futter“, fährt die Landwirtin fort. Dieses Futter unterscheidet sich gar nicht so sehr von unserem Müsli. Enthalten ist nämlich auch plattgedrücktes Getreide und getrockneter Mais – das Ganze sogar Gentechnikfrei. Da dürfen auch die Kinder getrost probieren. Das Fazit: „Oh, das schmeckt ja gut!“ „Die Kälber und Kühe bekommen nichts zu fressen was für den Menschen schädlich ist. Schließlich trinken wir später ihre Milch oder essen ihr Fleisch“, erläutert Anja Meier.

Von den Kälbern geht es nun zu den trächtigen Kühen. In diesem Stallbereich ist es kühler, denn Kühe mögen es grundsätzlich ehr kalt. „Minus 10 bis plus 15 Grad beträgt die Wohlfühltemperatur“, weiß Anja Meier. Nach einem kurzen Fußweg führt der Weg die Schulklasse zu weiteren Offenställen, in welchen die Kälber und jungen Kühe nach Altersstufen in Gruppen geteilt sind. Sind die Kühe alt genug, findet eine künstliche Besamung statt und nach 9 Monaten wird das Kalb geboren. Erst jetzt kann die Landwirtin Milch gewinnen und diese verkaufen. Den Melkprozess können die Schüler*innen auf dem Hof nun selbst einmal mit verfolgen und somit einen ganz neuen Bezug zu dem Produkt erlangen, welches täglich in ihrem Müsli oder der morgendlichen Tasse Kakao landet.

14.11.2022
Umweltministerkonferenz in Goslar

Kreisverbände organisieren Busfahrt zur Kundgebung

Vom 23. bis 25.11 findet die nächste Umweltministerkonferenz (UMK) in Goslar statt. Zum Abschluss der Tagung sollen die Umweltminister*innen auf die Vielzahl der drängenden Herausforderungen für die Landwirtschaft erinnert werden. Dafür hat der Landesverband Niedersachsen eine Kundgebung angemeldet, zu der wir - gemeinsam mit dem Kreisverband Bremervörde-Zeven - eine Busfahrt organisieren. Da die Plätze im Bus begrenzt sind, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 18.11.2022 um 12:00 Uhr. Interessierte melden sich bitte bei Nicole Homann via Mail an homann@landvolk-row-ver.de und geben darin Name, Vorname, Zustiegsort und Handynummer an.

Abfahrtszeiten am 25. November:
SELSINGEN, Bushaltestelle an der Volksbank: 5:30 Uhr
ZEVEN, Bushaltestelle am Busbahnhof: 5:50 Uhr
ROTENBURG, Haltestelle an der Landvolkgeschäftsstelle: 6:30 Uhr
VERDEN, Haltestelle an der Landvolkgeschäftsstelle: 7:00 Uhr

Tagesablauf:
Anfahrt bis circa 9:45 Uhr in Goslar
Veranstaltung bis circa 13:00 Uhr
Rückfahrt ab circa 14:00 Uhr

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung.

Weitere Hintergrundinformationen zur Kundgebung findet ihr hier:
„LPD“
„schluss mit lustig“

10.11.2022
Sei mit dabei auf der IGW 2023

Standdienst für Eure Landwirte - Echt grün e.V.

Wir suchen noch Unterstützung für unseren Stand von „Eure Landwirte – Echt grün e.V.“ auf der Internationalen Grüne Woche 2023. Ihr habt Lust den Messebesucher*innen Landwirtschaft näher zu bringen? Dann freuen wir uns riesig, wenn ihr unser engagiertes Team an einem oder auch mehreren der folgenden Tage vervollständigt:

20.01.2023
21.01.2023
22.01.2023
27.01.2023
29.01.2023

Bei Interesse meldet euch gerne bei Wanja Sievers unter sievers@landvolk-row-ver.de
Für Unterkunft und Anreise wird selbstverständlich gesorgt, die Details hierzu folgen bei der Kontaktaufnahme.

10.11.2022
Argumente sind in Brüssel auf fruchtbaren Boden gefallen

Delegation des Landvolks und der Landwirtschaftskammer führte Gespräche zu SUR

Durchaus zufrieden“ zeigte sich Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies mit den ersten Ergebnissen einer Delegationsreise nach Brüssel. Gemeinsam mit den Vize-Präsidenten Jörn Ehlers, Manfred Tannen und Ulrich Löhr sowie Landvolk-Geschäftsführer und Umwelt-Fachreferent Hartmut Schlepps hat Hennies verantwortlichen Mitgliedern des Europäischen Parlaments zum Thema „Verordnung zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln“ (SUR-VO) erläutert, welche gravierenden Auswirkungen eine solche Verordnung auf zahlreiche wirtschaftende Betriebe in Niedersachsen hätte.

Begleitet vom stellvertretenden Direktor der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, Stefan Ortmann, und dem Leiter des LWK-Ausschusses Pflanze, Markus Gerhardy, standen zwei Tage lang mehrere Fachgespräche auf dem Programm. Das Landvolkpräsidium hat dabei auch die Gelegenheit genutzt, sich zu den Zielen für die Wiederherstellung der Natur im Rahmen der EU-Biodiversitätsstrategie zu äußern und das Thema Moorschutz auf die Agenda gesetzt. Auch Fragen zum Vorgehen bei Tierseuchen, insbesondere bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP), wurden erörtert.

Hennies lobte in seinem Fazit die Bereitschaft vieler Landwirtinnen und Landwirte, sich mit Betroffenheitsbekundungen zum Thema Pflanzenschutzreduktion an die EU-Kommission zu wenden. Insgesamt haben rund 9000 Betriebe an der Online-Konsultation teilgenommen. „Das hat in Brüssel durchaus Eindruck hinterlassen. Wir werden ebenfalls nicht nachlassen, und weitere Gespräche führen. Vor allem auch mit der Bundesregierung, die jetzt am Zug ist, sich zu der überzogenen Brüsseler Extensivierungsstrategie zu äußern“, versprach der Präsident des Landesbauernverbands und DBV-Vizepräsident abschließend.

08.11.2022
Einladung Klönabende

Miteinander ins Gespräch kommen

Sehr geehrte Mitglieder,

zu den diesjährigen Klönabenden möchten wir Sie recht herzlich einladen. Wie in jedem Jahr möchten wir Sie zu aktuellen agrarpolitischen Themen sowie den Tätigkeiten der Geschäftsstelle und der Buchstelle informieren.

Bitte merken Sie sich folgende Termine vor:

28.11. Gasthaus Segelken, Oyten-Bassen für den Bereich Oyten, Achim, Langwedel, Ottersberg, Fischerhude und Posthausen

30.11. Heitmanns Gasthaus, Kirchlinteln-Kreepen für den Bereich Kleinbahnbezirk und Kirchlintelner Geest

05.12. Landhotel Zur Linde, Groß-Hutbergen für den Bereich Dörverden, Verden und Links der Weser

Die Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr. Über Ihr Erscheinen würden wir uns sehr freuen!

Anmerkung: In der offiziellen Einladung, die mit der Mitgliederzeitung verteilt wurde, hieß es fälschlicherweise Dienstag, der 28.11. Richtig ist hier natürlich MONTAG, der 28.11.22.

03.11.2022
Landwirtschaft im Fokus

Landvolk ordnet den Koalitionsvertrag ein

SPD und Grüne legten 23 Tage nach der Wahl ihren Koalitionsvertrag vor, in dem auch der Bereich Landwirtschaft eine große Rolle spielt. Jörn Ehlers, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden e. V., hat sich die entscheidenden Stellen genauer angeschaut und resümiert:

Niedersächsischer Weg

„Was ich positiv hervorheben möchte, ist das Bekenntnis zum Niedersächsischen Weg, denn auch wir als landwirtschaftliche Branche wollen daran festhalten und uns bei der Umsetzung weiter intensiv mit einbringen. Was wir jedoch nicht akzeptieren werden, ist eine Schwächung der Landwirtschaftskammer als Teil des niedersächsischen Weges.“

Tierhaltung

„Ich begrüße die Absicht, Landwirte, die aus Bereichen der Tierhaltung aussteigen und in andere Betriebszweige investieren möchten, mit einer Umstellungsprämie zu unterstützen. Eine solche Umstrukturierungsprämie entspricht der Beschlusslage des Landvolks Niedersachsen.“

Planungssicherheit

„An mehreren Stellen des Koalitionsvertrages ist die Rede von Planungssicherheit. Ich möchte darauf hinweisen, dass unser Berufsstand in den zurückliegenden Jahren insbesondere beim Thema Nachwuchs bzw Hofnachfolge immer wieder genau diese Planungssicherheit eingefordert hat. Wir haben hier die Belastungsgrenze der Landwirtsfamilien bereits mehr als überschritten und es ist dringend notwendig, Kontinuitäten zu schaffen, mit denen wir langfristig planen können.“

Erneuerbare Energien und Moorschutz

„Was den Ausbau an erneuerbaren Energien angeht, bietet der Koalitionsvertrag neue Chancen für Betriebe in den Moorgebieten. Die Anteile, die dafür zusätzlich bereitgestellt werden sollen, entsprechen circa 0,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen. Daher möchten wir uns als Berufsstand intensiv bei der angekündigten Offensive für den Moorschutz einbringen. Denn zahlreiche Familienbetriebe sind betroffen, sodass wir die Gründung einer Landesmoorgesellschaft und eines Kompetenzzentrums fachlich und personell eng begleiten möchten.“

Pflanzenschutz

„Kontraproduktiv erachte ich hingegen, dass das Pflanzenschutzamt und die Prüfdienste der Landwirtschaftskammer zukünftig beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angesiedelt werden sollen. Dies entspricht auch nicht den Verabredungen zum Niedersächsischen Weg. Wir hatten hier gerade erst einen Kompromiss ausgehandelt zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, dessen Umsetzung nun gefährdet ist.“

Borchert-Kommission

„Die zukünftige Koalition bekennt sich zu den Zielen der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) sowie zu den Ansätzen und den Finanzierungsinstrumenten der Borchert-Kommission. Das bedeutet, dass der Umbau der Tierhaltung nicht allein von der Landwirtschaft finanziert werden wird, sondern gesellschaftlich getragen würde. Auch das ist eine positive Nachricht für die Branche.“

Aktuelles aus dem Landesverband

10.12.2025
Bauernverband begrüßt Einigung beim THKG
Schwein

Die Generalsekretärin des DBV, Stefanie Sabet, begrüßt grundsätzlich die Einigung der Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag zur Weiterentwicklung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. „Die Verständigung der Koalitionspartner, den Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 zu verschieben, ist richtig. Die Verschiebung ist ein klarer Auftrag zur vollumfänglichen Überarbeitung. Jetzt muss die Zeit genutzt werden, um das Gesetz grundlegend neu aufzustellen. Entscheidend ist, dass Möglichkeiten des Downgradings und eine verpflichtende Kennzeichnung auch für ausländische Waren geschaffen werden, alle Absatzmärkte müssen dabei in die Betrachtung. Bereits etablierte Systeme müssen integriert werden. Zwingend ist eine Reduktion der Bürokratie, etwa bei den Meldepflichten und der Nutzung bereits erhobener Daten durch die Einbindung etablierter wirtschaftsgetragener Systeme. Das integrierte Konzept der Verbändeallianz enthält dazu weitergehende Ausführungen.“

10.12.2025
Update ASP in Spanien
Schwein

Bisher 13 Fälle von ASP bei Wildschweinen bestätigt. 37 weitere Tiere sowie 39 Betriebe im Sperrgebiet blieben ohne Befund. Die Regierung kündigte finanzielle Hilfen für betroffene Betriebe an. Auswirkungen auf den europäischen Schweinemarkt sind noch unklar. Während China dank des Regionalisierungsabkommens weiterhin beliefert werden kann, haben Länder wie bspw. Japan und die USA ihre Märkte geschlossen. Analysen zeigen, dass der Erreger sich von allen anderen bisher in der EU aufgetretenen unterscheidet. Der nächstverwandte Virus ist 2007 in Georgien aufgetreten.

10.12.2025
QS: Ab 2026 Biosicherheitsbewertung im Betrieb Pflicht
Schwein

Ab dem 1. Januar 2026 müssen QS-Betriebe eine individuelle Biosicherheitsbewertung durchführen. Für Betriebe in Niedersachsen empfiehlt es sich, dafür den Biosicherheitsmanagementplan nach dem Niedersächsischen Biosicherheitskonzept für Schweine haltende Betriebe zu verwenden.

Alternativ kann das Tool der digitalen Risikoampel der Uni Vechta verwendet werden, welches anhand anonym beantworteter Fragen zu Standort, Struktur und Hygienemanagement das Risiko bewertet und gibt Optimierungshinweise.

Ab dem 1. Juli 2026 muss die Nutzung der Risikoampel im QS-Audit nachgewiesen werden. Wer bereits 2025 einen Biosicherheitsmanagementplan nach dem Niedersächsischen Biosicherheitskonzept für Schweine haltende Betriebe erstellt hat oder eine Bewertung durch die Risikoampel der Uni Vechta durchgeführt hat, kann diesen Nachweis 2026 und in den Folgejahren verwenden.

Informationen zum Niedersächsischen Biosicherheitskonzept für Schweine haltende Betriebe: 

https://www.ndstsk.de/1164_Biosicherheit-allgemein.html

08.12.2025
Trilogeinigung bei EU-Entwaldungsverordnung (EUDR)
Milch und Rind

Am Abend des 04.12. haben EU-Kommission, Rat und EU-Parlament eine Einigung in den Trilogverhandlungen für eine Verschiebung und eine gezielte Revision der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) erzielt. Kernpunkt ist die Vereinfachung des Sorgfaltspflichtverfahrens. Künftig liegt die Verantwortung für die Abgabe der erforderlichen Erklärung ausschließlich bei den Unternehmen, die Produkte erstmals auf den EU-Markt bringen. Nachgelagerte Akteure müssen lediglich die Referenznummer dieser Erklärung speichern, nicht weitergeben. Für Kleinst- und Kleinbetriebe wird die Pflicht auf eine einmalige vereinfachte Erklärung reduziert; sie erhalten eine eindeutige Kennung, die für die Rückverfolgbarkeit ausreicht. Parallel dazu wird die Anwendung der Verordnung erneut um ein Jahr verschoben: große Unternehmen müssen die EUDR erst ab dem 30. Dezember 2026, Kleinst- und Kleinbetriebe ab dem 30. Juni 2027 anwenden. Darüber hinaus soll die Europäische Kommission bis zum 30. April 2026 einen Bericht zur weiteren Vereinfachung vorlegen, einschließlich möglicher Gesetzesvorschläge. Das Trilogergebnis muss nun von Rat und EU-Parlament noch formell angenommen werden, bevor die Verschiebung in Kraft treten kann und die derzeitige EUDR ersetzt.

05.12.2025
Umfrage zu zellulärer Landwirtschaft und Proteinalternativen
Geflügel, Milch und Rind, Öko-Landbau, Pflanzen, Schwein

Im Rahmen eines Projektes der Universität Göttingen und der Hochschule Osnabrück sollen Landwirte befragt werden, um deren Wahrnehmung der neuen Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit diesen technischen Proteinalternativen für den eigenen Betrieb zu untersuchen.

Die Umfrage ist selbstverständlich anonym, und die Ergebnisse werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 10 Minuten, und es gibt für die Teilnehmenden etwas zu gewinnen. Die Teilnahme ist nur über PC/Laptop möglich.

Sie können über folgenden Umfragelink an der Befragung teilnehmen: https://ww3.unipark.de/uc/Umfrage_ZellulaereLandwirtschaft/

Für Rückfragen oder weitere Informationen melden Sie sich gern bei Frau Horsch: alina.horsch@uni-goettingen.de

05.12.2025
BMLEH-Ernährungsreport 2025 veröffentlicht
Milch und Rind

(DBV) Seit zehn Jahren lässt das Bundeslandwirtschaftsministerium Verbraucher zu ihrem Ernährungs- und Einkaufsverhalten befragen und veröffentlicht diese Ergebnisse in jährlichen Ernährungsreports. Laut BMLEH-Ernährungsreport 2025 konsumiert die Mehrheit der Verbraucher (rund 64 %) Milchprodukte mind. einmal am Tag; je älter, umso höher ist der Anteil. 69 % der Frauen essen täglich Milchprodukte, bei den Männern sind es 58 %. Die Haltung des Tieres ist die Mehrzahl der Befragten wichtig, gleichzeitig ist die Preissensibilität deutlich gestiegen. Anlassbezogen gibt der Report zudem einen Überblick über die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre.

05.12.2025
Rindermarkt: Konzentration unter den Rinder-Schlachtunternehmen steigt
Milch und Rind

(AMI) – Unter den deutschen Unternehmen kommt es im Bereich der Rinderschlachtungen zu einer immer stärkeren Konzentrierung. Im Jahr 2024 wurden von den TOP 10 der Rinderschlachtunternehmen 76 % aller Schlachtungen vorgenommen. Im vergangenen Jahr wurde die Umstrukturierung der Rinderbranche weiter vorangetrieben.

So verkaufte die Vion Food Germany mehrere Standorte, sie blieb aber trotz eines Rückgangs von 10 % auf Platz 1 in der Hitliste. Durch die Übernahme von Kapazitäten rückte die Premium Food Group (ehemals Tönnies) auf Platz 2. Die Westfleisch wurde auf Platz 3 verdrängt. Von den meisten Unternehmen wurden 2024 weniger Rinder der Fleischerzeugung zugeführt. 

Die zunehmende Konzentration ist vor allem auf strukturelle Veränderungen, immer weniger Schlachtrinder und den anhaltenden Kostendruck in der Branche zurückzuführen. Kleinere Betriebe geben ihre Schlachtaktivitäten auf oder werden von größeren Unternehmen übernommen. Gleichzeitig führen sinkende Rinderbestände in Deutschland zu einer stärkeren Bündelung der Kapazitäten. Dieser Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

05.12.2025
Novelle zum Milchproduktrecht abgeschlossen
Milch und Rind

(DBV) Die Verordnung zur Anpassung des Milchproduktrechts an unionsrechtliche und technologische Entwicklungen vom 24. November 2025 ist im Bundesgesetzblatt Nr. 280 vom 27.11.2025 veröffentlicht worden. Kern dieser Verordnung ist die Verordnung über Qualitätsanforderungen an Milchprodukte (Milchproduktqualitätsverordnung – MilchPQV) mit der vier Einzelverordnungen in eine Gesamtverordnung zusammengefasst wurden, um die Übersichtlichkeit für den Rechtsanwender zu erhöhen. Darin wird u. a. die Herstellung und Kennzeichnung von Butter, Käse und Konsummilch sowie weiteren Milchprodukten geregelt. Die Verordnung tritt zum 14.06.2026 in Kraft.

05.12.2025
Milchmarkt
Milch und Rind

(AMI, ZMB) In der 47. KW bleibt die Milchanlieferung in Deutschland auf einem hohen Niveau und bewegt sich weitgehend seitwärts. So erfassten die deutschen Molkereien in der 47. Woche 0,1 % weniger Milch als in der Vorwoche, liegen aber weiterhin 7,4 % über dem Vorjahreswert. Abgepackte Butter bleibt stark nachgefragt, Angebot weitestgehend ausreichend mit vereinzelten Engpässen. Verkaufspreise erneut gesenkt, Molkereiabgabepreise weiter gefallen; Kempten-Notierung am 03.12.2025 4,70-5,25 EUR/kg. Nachfrage nach Blockbutter verhalten, Hersteller setzen auf geformte Butter, mehr Produktion über Feiertage erwartet. Preise weiter gefallen, Notierungen in Kempten und Niederlanden deutlich gesenkt, auch Weltmarkt schwächer. Mart für Schnittkäse bleibt stabil, Mengen laufen gut, Export zieht an, Bestände sind niedrig, Preise mit leichtem Rückgang.

MMP: Nachfrage gut, aktuell ruhiger. Preise stabil bis leicht schwächer, Futtermittelware günstiger. VMP: Nachfrage ruhiger, Export begrenzt, Preise weiter gefallen. MP: Markt stabil Lebensmittel- und Futtermittelware gut nachgefragt bei stabilen Preisen.