Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

27.11.2023
Winterveranstaltungsprogramm des Vereins “Freunde der Landwirtschaft Verden“

Vortrag „Die Ukraine im Fokus von Politik und Medien - eine differenzierte Betrachtung“

Der Verein “Freunde der Landwirtschaft Verden“ lädt alle Interessierten zum Winterveranstaltungsprogramm 2023 ein. Mit dem Referenten Herrn Dipl.-Ing. agr. Hans-Georg Hassenpflug von der Albrecht-Thaer-Gesellschaft und seinem Vortrag „Die Ukraine im Fokus von Politik und Medien - eine differenzierte Betrachtung“ hat der Verein wieder ein interessantes und aktuelles Thema ausgesucht. In dem Vortrag wird die aktuelle Situation in der Ukraine aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet (Geschichte, Hintergründe und Kriegsursachen sowie die Situation/Bedeutung der Landwirtschaft darstellen) und versucht, Antworten auf drängende Fragen zu geben und Zusammenhänge aufzuzeigen. Hassenpflug, langjähriger leitender Mitarbeiter bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, ist jetzt als Berater und Projektleiter im Agrarbereich in der Ukraine tätig. Aktuell leitet er das Projekt „Förderung der Berufsausbildung an den landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine“ (FABU).

Die Veranstaltung ist öffentlich und findet im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins im Niedersachsenhof „Haag´s Hotel“ in Verden am Freitag den 01. Dezember 2023 statt und beginnt um 13.30 Uhr. Der traditionelle Landwirtschaftsball tritt dieses Jahr mit DJ KaiB im Gasthaus Meyer in Achim-Bierden am Samstag den 09. Dezember 2023 an. Eintrittskarten im Vorverkauf für den Ball gibt es bei „Meyer-Bierden“ in Achim-Bierden, Grüne Straße 3, und bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Lindhooper Straße 61 in Verden, sowie HIER. Der Verein freut sich auf regen Besuch auch von Nicht-Mitgliedern zu beiden Veranstaltungen. Einlass nur in festlicher Kleidung!

23.11.2023
Projekt "Eigene Vielfalt" lädt ein

Einführungsseminar landschaftsgerechte Heckenpflege

Das Gemeinschaftsprojekt “Eigene Vielfalt” (eine Zusammenarbeit zwischen BUND, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Landvolk Niedersachsen sowie Stiftung Kulturlandpflege) bietet ein 1,5 tägiges Einführungsseminar zur landschaftsgerechten Heckenpflege für interessierte Personen, die sich beruflich als auch privat in der Landschaftspflege engagieren, an. In dem Theorieblock (12. Dezember) werden die Bedeutung der Hecken und theoretische und technische Grundlagen fachgerechter Heckenpflege vermittelt. Geleitet wird dieser Teil des Seminars durch Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen, unterstützt durch Holger Westerwarp von der Landwirtschaftskammer Bezirksstelle Bremervörde. An dem Praxistag (13. Dezember) werden dann Landschaftsstrukturen angesprochen und mit fachlicher Begleitung Pflegemaßnahmen an einem ausgewählten Heckenabschnitt durchgeführt. Dabei wird Björn Rohloff durch Friedrich Beinker von der Norddeutschen Landschaftspflegeschule unterstützt.

Anmeldungen können mit Nennung der Namen der Teilnehmer*innen per Email unter jakob.klucken@nds.bund.net gemacht werden. Anmeldeschluss ist Freitag, der 08.12.2023

23.11.2023
Rückkehr der Wölfe

Podiumsdiskussion in Bad Fallingbostel

Mehr als 200 Gäste kamen am Montag zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Wolf in Bad Fallingbostel. Eingeladen hatte die Walsroder Zeitung. Es entstand eine lebhafte Diskussion zwischen den geladenen Experten auf der Bühne. Frank Faß (Inhaber Wolfcenter Dörverden), Thomas Mitschke (Freundeskreis freilebende Wölfe), Moderatorin Silvia Hermann, Christian Meyer (Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Niedersachsen), Helmut Dammann-Tamke (Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen) sowie Jörn Ehlers (Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen). Der Konsens des Abends bestand darin, dass der Wolf bleiben wird. Wie der Umgang mit dem Beutegreifer aussehen soll, da gingen die Meinungen jedoch auseinander - Vergrämung, Abschüsse, Zuschüsse für Weidetierhalter wurden diskutiert.

23.11.2023
SUR abgelehnt

Landvolk hält am sparsamen Einsatz von Pflanzenschutz fest

Für das Landvolk Niedersachsen ist die gestrige ablehnende Entscheidung des EU-Parlaments zum Vorschlag der Europäischen Kommission über neue Vorschriften bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln „folgerichtig“.

„Wir haben nicht nur ein geltendes Pflanzenschutzrecht, das einen sparsamen Umgang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln schon lange vorschreibt. Die Bauern und Bäuerinnen in Niedersachsen sind auch kontinuierlich auf der Suche nach Möglichkeiten, den Einsatz weiter zu reduzieren“, betont Hartmut Schlepps, Umweltreferent des Verbandes. „Deshalb waren unsere Mitglieder ja so vor den Kopf gestoßen, als der völlig überzogene Vorschlag aus Brüssel kam, ohne Rücksicht auf die Betriebe, die besonders betroffenen Regionen und die Versorgung mit heimischen, bezahlbaren Produkten mit dem Rasenmäher alles pauschal zu reduzieren oder komplett zu verbieten“, verdeutlicht der Landvolkexperte den Hintergrund des massiven Widerstands aus der Landwirtschaft.

Auf den konventionell wie ökologisch wirtschaftenden Höfen wird die Entscheidung nach Einschätzung des Landesbauernverbandes mit Erleichterung aufgenommen, denn auch den Öko-Betrieben gingen die Vorgaben zu weit.

Für das Landvolk steht außer Frage, dass die Vereinbarungen zum Pflanzenschutz im „Niedersächsischen Weg“ auch nach der gestrigen Entscheidung in Straßburg in Niedersachsen weiterhin Bestand haben sollen. Dazu zählen ein Reduzierungsziel um 25 Prozent bis 2030, freiwillige kooperative Bereitstellung von Vorrangflächen für die Biodiversität, Schutzstreifen an Gewässern, der Einsatz moderner Technik in der maschinellen Unkrautregulierung und eine auf widerstandsfähige Sorten konzentrierte Züchtung.

22.11.2023
Lütjens übergibt Amt des Vorsitzenden nach 13 Jahren an Münkel

Winterveranstaltung des ldw. Vereins a.d. Wiedau

In Meyer´s Gasthof in Bothel feierte der Landwirtschaftliche Verein an der Wiedau gestern seine gut besuchte Jahreshauptversammlung.

Nach 13 Jahren des Engagements verabschiedete sich Lutz Lütjens von seinem Posten als Vorsitzender des Vereins. Einen großen Dank richtete er in seiner Abschiedsrede an seine tatkräftigen Vorstandskolleginnen und Kollegen und blickte zurück auf eine erlebnisreiche Zeit, in welcher sich auch der landwirtschaftliche Verein stetig weiterentwickelt hat: „In Erinnerung bleiben spannende Vortragsabende, lehrreiche Feldrundfahrten, lustige Ausfahrten und wirklich tolle Projekte, wie z.B. die jährlichen Kinderferienprogramme.“ In besagten Kinderferienprogrammen engagiert sich mit Begeisterung auch der einstimmig gewählte Nachfolger von Lütjens Mark Münkel aus Hemslingen. Der vormals zweite Vorsitzende des Vereins möchte das neue Amt für die nächsten drei Jahre übernehmen und hofft in dieser Zeit auch in der jüngeren Generation Interesse für den Vorstandsposten wecken zu können, damit dieser langfristig mit Leben gefüllt wird. Als weitere Veränderung übergab Jan Wilhelm Lüdemann seinen Posten als Kassenprüfer an Carsten Lütjens.

Trotz der personellen Veränderungen dürfen sich die 222 Mitglieder auch im nächsten Jahr auf das gewohnte umfangreiche Programm des Vereins freuen. Auch die tollen Erlebnisse sind sicherlich ein Grund dafür, weshalb die Vereinsmitglieder schon lang nicht mehr nur aus Landwirt*innen bestehen. „Der Landwirtschaftliche Verein an der Wiedau ist mittlerweile viel mehr ein Verein des ländlichen Raumes, der die Dorfgemeinschaft noch enger zusammenbringt. Auf dieses Alleinstellungsmerkmal kann man hier sehr stolz sein!“, fasst der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden Christian Intemann zusammen.

Stolz können auch Paula Krüger (nicht anwesend), Lennart Holtermann, Felix Delventhal und Joost Behrens sein, die jeweils für ihre erfolgreichen Berufsabschlüsse geehrt wurden.

20.11.2023
Gespräch mit Lars Klingbeil

Bitte um Unterstützung bei EU-Plänen zur Pflanzenschutzreduktion

Die Landwirte machten Klingbeil die regional dramatischen Auswirkungen der aktuell diskutierten Pauschalverbote in „sensiblen“ Gebieten deutlich. Ein Großteil dieser Schutzgebiete aus dem Wasser- und Naturschutzrecht würden nun zu Verbotszonen erklärt. Insbesondere in Niedersachsen suche man jedoch den kooperativen Ansatz, wie zum Beispiel den Niedersächsischen Weg. Im Rahmen des Niedersächsischen Weg seien Reduktionsziele von bis zu 25 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel bis zum Jahr 2030 vereinbart worden, betonten die Vertreter der Landwirtschaft. Zu diesen Zielen bekenne sich die Landwirtschaft ausdrücklich. Man müsse dort einsparen, wo es wirtschaftlich tragbar sei. Unternehmerische Entscheidungen müssen möglich bleiben, forderten sie.

Gerade in der Kartoffelanbauregion Nordostniedersachsen würden die aktuellen Pläne fatale Folgen für die Betriebe haben, so die Vertreter der Landwirtschaft. Eine Umstellung auf die Produktion biologischer Waren biete hier keine Alternative. Der Markt für einige Produkte ist derzeit angespannt und würde durch die Pläne der EU stark überfrachtet werden. Das gleichmäßig dynamische Wachstum von Angebot und Nachfrage würde durch die politische Entscheidung stark zum Nachteil der Biolandwirtschaft gestört werden. In der Folge all dessen stehe eine massive wirtschaftliche Benachteiligung konventionell, aber auch ökologisch wirtschaftender Betriebe, bis hin zur Abwanderung der Produktion zu befürchten.

Der SPD-Chef signalisierte Verständnis für die Bedenken der Landwirte. Klingbeil werde sich dafür einsetzen, dass das Anliegen sowohl bei weiteren politischen Entscheidungsträgern Gehör finden und bei Folgeterminen zum Thema gemacht werden muss. Die Vertreter der Landwirtschaft konnten Klingbeil deutlich machen, dass schnelles Handeln erforderlich ist, da in Kürze auf EU-Ebene darüber entschieden wird.

Im Gespräch mit Lars Klingbeil waren Carsten Hövermann (stellvertretender BVNON-Vorsitzender Lüneburg), Robert Rippke (Vorstandsmitglied BVNON), Dr. Jürgen Grocholl (Landwirtschaftskammer, Leiter Bezirksstelle Uelzen), Jochen Oestmann (Kreislandwirt, Vorsitzender Landvolk Lüneburger Heide), Henning Jensen (Geschäftsführer Landvolk Lüneburger Heide) sowie Andreas Meyer (Leiter Kartoffelversuchsstation Dethlingen), Alexander Kasten (Geschäftsführer Landvolk Rotenburg), Martin Rave (Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft), Peter Niemann, (Förderungsgemeinschaft der Kartoffelwirtschaft e. V.)

Hintergrund:
Der Verordnungsentwurf der EU sieht in „sensiblen Gebieten“ ein Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln vor. Ausnahmen sollen lediglich möglich sein, wenn „behördlich nachgewiesene Voraussetzungen“ erfüllt sind (z.B. keine Beeinträchtigung des ökologisch sensiblen Gebietes). Ausnahmen gelten nach aktuellem Diskussionsstand jeweils für 3 Jahre. Weder die Ausnahmeregelung noch der Zeithorizont stellen für die Landwirt*innen eine verlässliche Planungsgrundlage für die betriebliche Ausrichtung dar. Der „behördliche Nachweis“ stellt für die Branche ein unkalkulierbares Risiko in der nationalen Auslegung und Umsetzung im Land Niedersachsen sowie den Behörden der Landkreise dar. Es drohen weitere bürokratische Hürden.

Position der Landwirtschaft - „Innovation statt Verbote“
Die Landwirtschaft spricht sich gegen ein Totalverbot aus und plädiert für Regulierungsmechanismen, die die unternehmerische Entscheidung zulassen. Die Reduktionsziele können in jenen Kulturarten erreicht werden, in denen dies wirtschaftlich sinnvoll und technisch möglich ist. In der Landtechnik wird hierzu bereits seit Jahren mit Verfahren wie Bandspritzung und Einzelpflanzenbehandlung mittels punktgenauer Applikation auf eine starke Reduzierung des Mittelaufwandes hingearbeitet. Mit sensorgestützter moderner Landtechnik und angepassten Methoden im Ackerbau eröffnen sich nunmehr innovative Möglichkeiten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln noch weiter stark zu reduzieren.

Es gibt bereits jetzt wirksame nationale Regulierungsmechanismen für den Schutz „ökologisch sensibler Gebiete“. Mit dem niedersächsischen Weg geht man hierüber hinaus und verfolgt kooperativ eine Reduktion unter Mitnahme der Betriebe. Die Landwirtschaft befürwortet ausdrücklich diesen kooperativen Ansatz.

Quelle: Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON)

14.11.2023
Mindestlohn und Minijob-Grenze

sollen zum 1. Januar 2024 steigen

Ab dem 1. Januar 2024 steigt der Mindestlohn voraussichtlich auf 12,41 Euro brutto pro Stunde. Die Mindestlohnkommission hat diese Erhöhung vorgeschlagen. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 12 Euro pro Stunde.

Allen Beschäftigten ist mindestens der Mindestlohn zu zahlen. Er gilt also nicht nur für Arbeitnehmer*innen mit einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, sondern auch für Minijobber*innen. Die monatliche Verdienstgrenze im Minijob – auch Minijob-Grenze genannt – ist dynamisch und orientiert sich am Mindestlohn. Wird der allgemeine Mindestlohn erhöht, steigt auch die Minijob-Grenze. Diese erhöht sich ab Januar 2024 voraussichtlich von 520 Euro auf 538 Euro monatlich. Die Jahresverdienstgrenze würde sich entsprechend auf 6.456 Euro erhöhen.

09.11.2023
Aktuelle Vorschläge bedrohen Existenzen und Erträge

Landvolk koordiniert Widerstand gegen die mögliche Abstimmung zu SUR-Vorgaben

Als „Mogelpackung“ bezeichnet Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies die in den Fachausschüssen des Europäischen Parlaments (EP) erzielten Kompromisse bezüglich der künftigen Vorgaben zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln („Sustainable Use Regulation“, SUR). „Monatelanger Protest und wissenschaftlich fundierte Gegenargumente haben bei einem Teil der EU-Parlamentarier leider wenig genützt“, stellt Hennies fest. Die aktuellen Vorschläge der EU zur Pflanzenschutzmittel-Regulierung würden dem „Niedersächsischen Weg“ die finanzielle und administrative Grundlage entziehen und viele Landwirt*innen ruinieren.

„Wir können und wollen weniger chemische Pflanzenschutzmittel als in der Vergangenheit einsetzen, auch wenn wir einen europaweiten Verzicht von 50 Prozent wegen der damit verbundenen Auswirkungen nicht für sinnvoll halten. Vollständig indiskutabel sind für uns die darüberhinausgehenden Verbote für so genannte ‚empfindliche Gebiete‘, die nach den aktuellen Plänen des Parlaments mindestens 25 Prozent des Ackerlands und 45 Prozent des Dauergrünlands in Niedersachsen umfassen“, bekräftigt der Landvolkpräsident und ruft die Berufskolleg*innen dazu auf, sich auf allen politischen Ebenen Gehör zu verschaffen und vor den Folgen der überzogenen Vorgaben zu warnen.

Das von der Kommission vorgeschlagene absolute Verbot der Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (PSM) in diesen Gebieten soll zwar geringfügig gelockert werden, indem die im Ökolandbau zugelassenen Mittel dort weiter zulässig bleiben sollen. Insbesondere der Anbau von Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Obst und Gemüse wäre massiv betroffen, aber auch Getreide und Futtermittelanbau würden teilweise sehr starke Ertrags- und Qualitätseinbußen hinnehmen müssen.

„Aus Sicht des Ökolandbaus ist es wichtig und richtig, dass PSM mit Zulassung im Ökolandbau von geplanten Totalverboten in den so genannten empfindlichen Gebieten ausgenommen werden“ erklärt der Vorsitzende des Ausschusses für Ökolandbau im Landvolk Niedersachsen, Carsten Bauck. Konventionelle Betriebe dürften in diesen Gebieten aber durch diese Hintertür nicht zu ökologischer Bewirtschaftung gezwungen werden, so die einhellige Meinung im Ökoausschuss. „Ökolandbau geht nur freiwillig und aus Überzeugung. Andernfalls drohen Richtlinienbrüche aus Unkenntnis und mangelnder Erfahrung“, warnt Bauck. Der Anteil an ökologischer Landwirtschaft müsse zusammen mit dem Markt wachsen; politisch getriebene Zwangsumstellungen führten zu unnötigen Verwerfungen. Die schon jetzt schwierige Marktsituation darf nach Ansicht des Ausschusses nicht künstlich verschärft werden. Die Förderfähigkeit für Ökolandbau in sensiblen Gebieten muss weiterhin gegeben sein.

Nach der Abstimmung im EU-Planum am 22. November muss es noch zu einer Einigung zum Entwurf mit den Mitgliedstaaten kommen. Dann könnten die pauschalen Verbote in den empfindlichen Gebieten schon Ende 2024 in Kraft treten, teilt das Landvolk mit. Mit Befremden reagiert der Verband darauf, dass die EU-Kommission im Nachhinein ein Dialogformat mit den Landnutzern einrichten möchte. „Wir können das nur als Hinhaltetaktik der scheidenden Kommission bewerten, weil es den Verantwortlichen in Brüssel dämmert, dass man spätestens bei der SUR beim ‚Green Deal‘ überzogen hat“, kommentiert Hennies diesen Vorschlag.

09.11.2023
„Transparenz schaffen“ nominiert für die Agricultural & Rural Inspiration Awards

Jetzt an der Abstimmung teilnehmen

Mit den Agricultural & Rural Inspiration Awards (ARIA, zu deutsch: Preisverleihung für landwirtschaftliche und ländliche Innovation) wird die EU im Dezember 2023 Projekte für zukunftsweisende Ansätze in der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung auszeichnen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben insgesamt 92 Projekte nominiert, von welchen eine Jury nun 24 Projekte ausgewählt hat, für die bis zum 01. Dezember 2023 öffentlich abgestimmt werden kann. Das Projekt „Transparenz schaffen“, zudem auch das Projekt “Vom Hof auf den Teller” unseres gemeinnützigen Fördervereins NEUA e.V. gehört, wurde von einer Jury als Finalist bei den Agricultural & Rural Inspiration Awards (ARIA) gewählt. Wer möchte kann HIER an der Abstimmung teilnehmen.

08.11.2023
Beregnungsverband Verden

stellt Bindeglied zwischen seinen Mitgliedern und den Behörden dar

Der Beregnungsverband Verden wurde im Frühjahr 2023 durch den Landkreis Verden gegründet mit dem Ziel das Wassermanagement für die Feldberegnung zu gestalten und stellt damit ein Bindeglied zwischen seinen Mitgliedern und den Behörden dar. Als Verbandsvorsteher wurde Holger Meier (Deelsen) gewählt, die Geschäftsführung übernimmt der Dachverband Aller-Böhme (Walsrode). Ansprechpartner*in sind hier Anna v. Arenstorff (Verwaltung) und Dipl.-Ing. Thomas Lucas (technischer Support). Neben der Verbandsführung übernimmt der Dachverband u.a. die Antragstellung der Wasserrechte beim Landkreis, begleitet Brunnenbohrmaßnahmen und steht seinen Mitgliedern und Interessierten für Fragen rund um das Thema Feldberegnung beratend zur Seite.

Wer Interesse hat und sich dem Beregnungsverband Verden anschließen möchte, meldet sich zur Terminabsprache bitte beim Dachverband Aller-Böhme. Im persönlichen Gespräch können (mögliche) Brunnenstandorte und zur Feldberegnung vorgesehene Flächen aufgenommen werden. Mitzubringen sind u.a. alle Unterlagen zu bestehenden Beregnungsanlagen, Bohrunterlagen (Bohrprofil, Schichtenverzeichnis, Absenktrichter, Pumpversuch), beantragte Beregnungsbrunnen, Vorgaben vom Landkreis.

Kontakt:
Dachverband Aller-Böhme
Albrecht-Thaer-Str. 1a
29664 Walsrode
Tel. 05161/ 3365
E-Mail: wabo-walsrode@t-online.de

Aktuelles aus dem Landesverband

16.01.2026
DBVexklusiv – Wir haben umgestellt!
Milch und Rind

(DBV) Die App der Verbandszeitung dbk – Deutsche Bauernkorrespondenz ist auf die neue Website www.exklusiv.bauernverband.de/ umgezogen – das neue digitale Zuhause für alle Bauernverbandsmitglieder. Mitglieder melden sich einfach mit ihrer Mitgliedsnummer an, andere berechtigte Nutzer mit ihrem Freischaltcode, den sie vom DBV erhalten haben. Sie sind interessiert oder haben Fragen? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an dbvexklusiv@bauernverband.net.

16.01.2026
Strukturwandel setzt sich fort
Milch und Rind

(ZMB) Im November 2025 ist lt. Statistischem Bundesamt die Zahl der Milchviehhalter im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 47.157 (-3,1 %) Halter gesunken. Dagegen hat sich die Zahl der Milchkühe geringfügig um 8.000 (+0,2 %) auf 3,597 Mio. Tiere erhöht. Die stärksten Zuwächse gab es in den Betrieben mit mehr als 200 Kühen. Der bundesweite Herdendurchschnitt beträgt damit 76 Kühe je Betrieb.

16.01.2026
Schulungen zur Milchpreisabsicherung am Di. 10.02. und am Fr 13.02. (10-15 Uhr online)
Milch und Rind

(ife Institut) Das ife bietet im Winter Einsteiger-Schulungen im Rahmen eines vom Förderungsfonds der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt geförderten Projekts an. Innerhalb von 2 x 2 Std. wird online erklärt wie die jeweils aktuellen Milchmarktentwicklungen eingeschätzt werden. Es folgen Kurzbeiträge von Experten des ife Instituts und von StoneX mit Antworten und Diskussionen zu den Fragen „Wie kann ich eine Preissicherungsstrategie bei Milch aufsetzen?“, „Was kann ich tun bei bereits sinkenden Märkten?“, „Bei welchen Milchpreisen macht Preisabsicherung für mich überhaupt Sinn?“, „Welche Möglichkeiten bieten derzeit Molkereien an und welche Möglichkeiten gibt es für eigenständige Preisabsicherung ohne die Molkerei?“.

Anmeldungen und Fragen zu der Veranstaltung bitte per email (henrike.burchardi@ife-kiel.de) oder telefonischem Kontakt unten. Die Plätze sind begrenzt.
Die Veranstaltung kostet 100 EUR zzgl. MwSt., Milcherzeugungsbetriebe und Auszubildende erhalten einen Rabatt von 50%.

16.01.2026
Etwas mehr Wintergetreide in Deutschland ausgesät
Pflanzen

(AMI) Die Herbstaussaat für die Ernte 2026 zeigt insgesamt eine stabile Entwicklung der Wintergetreideflächen in Deutschland. Nach den deutlichen Verschiebungen im Vorjahr haben sich die Anbauentscheidungen wieder normalisiert. Mehr Wintergerste und Raps begrenzen allerdings den Spielraum für Mais. Im Herbst 2025 haben die Erzeuger in Deutschland auf knapp 5 Mio. ha Ackerland Wintergetreide für die kommende Erntesaison 2025 ausgesät. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Aussaatfläche für Wintergetreide damit 1,3 % größer als die Anbaufläche des Jahres 2025. Die Winterweizenfläche, die flächenmäßig bedeutendste Getreideart in Deutschland, bleibt mit 2,9 Mio. ha nahezu unverändert gegenüber der Ernte 2025. Nach dem starken Flächenaufbau im Vorjahr ist damit eine Phase der Konsolidierung erreicht. Deutlicher fällt der Zuwachs bei der Wintergerste aus. Die Aussaatfläche erhöht sich um 4,9 % auf 1,27 Mio. ha. Auch Winterraps gewinnt weiter an Bedeutung: Die Rapsfläche steigt ebenfalls um 4,9 % auf 1,14 Mio. ha. Flächenzuwächse werden dabei insbesondere in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gemeldet. Roggen und Wintermenggetreide verlieren leicht an Fläche und kommen auf 0,53 Mio. ha. Triticale legt moderat um 2,3 % auf 0,29 Mio. ha zu. Insgesamt deutet die Herbstaussaat 2025 damit auf eine ausgewogenere Fruchtartenverteilung hin, nachdem witterungsbedingte Sondereffekte in den Vorjahren die Anbauentscheidungen stark beeinflusst hatten. Mehr Wintergerste und Winterraps bei stabilem Winterweizen bedeutet: weniger Spielraum für Sommerungen, daher begrenzt es den Spielraum für den Anbau von Mais. In Regionen mit viel Futterbau wird Mais aber vor allem vom Futterbedarf, der Witterung und der Wirtschaftlichkeit getrieben – nicht von der Wintergetreidestatistik allein.

16.01.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

(AMI, ZMB)  Die Milchanlieferung blieb Anfang Januar 2026 hoch und stagnierte kurzfristig, lag aber weiterhin deutlich über dem Vorjahrsniveau mit einem Plus von 5,9 %. Nachfrage nach abgepackter Butter war Anfang Januar gut, der Rückgang nach Weihnachten gering und die Preise blieben stabil. Nachfrage nach Blockbutter ist gut, hat sich aber etwas beruhigt; die Preise bleiben stabil, während Käufer teils niedrigere Gebote abgeben. Die Nachfrage nach Schnittkäse ist Anfang Januar stark, die Produktion hoch und die Lagerbestände bleiben knapp. Die Preise sind stabil auf Vorwochenniveau.

Am Markt für MMP gab es in der zweiten Januarwoche eine spürbare Belebung. Kurzfristige Mengen waren knapp, und sowohl Lebensmittel- als auch Futtermittelqualitäten wurden zu festeren Preisen gehandelt. VMP-Markt zeigt ein ruhiges bis leicht belebtes Bild, die Preise bleiben in der Spanne der Vorwochen stabil. Bei MP bleibt der Markt stabil. Lebensmittelware gut nachgefragt und tendiert zu festen Preisen, während Futtermittelware stabil bis leicht schwächer gehandelt wird. Molkenproteinkonzentrat weiterhin feste Preisentwicklung.

16.01.2026
Scharfer Wettbewerb am Exportmarkt drückt Weizenkurse
Pflanzen

(AMI) Die Weizenkurse geben auf Wochensicht nach. Vor allem die große Konkurrenz aus Australien und Argentinien zieht die Notierungen nach unten.

Die Weizenkurse an der Pariser Börse können das Vorwochenniveau nicht halten. Am 15.01.2026 schloss der Fronttermin bei 189,25 EUR/t und verzeichnet ein Wochenminus von 2,25 EUR/t. Hierbei hielten sich die Kursschwankungen von -2,50 bis +1,00 EUR/t aber in Grenzen. Der Schlusskurs für den Kontrakt der Ernte 26 lag jüngst bei 195,50 EUR/t und damit 1,25 EUR/t unter Vorwoche.

Die global komfortable Angebotssituation von Weizen, vor allem in wichtigen Exportländern, drückt weiterhin auf die Kurse. Das unterstrich zuletzt auch nochmals die aktualisierte Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums zu Angebot und Nachfrage. Die vorige Produktionsprognose für 2025/26 wurde nochmals nach oben korrigiert. Nun liegt zu Gunsten der globalen Vorräte zwischen Weizenerzeugung und -verbrauch eine deutliche Differenz von rund 22 Mio. t. Das zog die Notierungen in Paris nochmals nach unten.

Hinzu kommen die trüben Exportaussichten der EU für die zweite Saisonhälfte 2025/26. Eine erwartete Rekordernte in Argentinien trägt zur überreichlichen Weizenversorgung bei und verschärft den Wettbewerb am Exportmarkt. Aufgrund dessen rechnen Marktteilnehmer nun damit, dass die Kurse weiter fallen könnte, damit westlicher EU-Weizen wettbewerbsfähig bleiben kann.

Aktuell liegen die Weichweizenausfuhren der EU nach Angaben der EU-Kommission mit 11,56 Mio. t bis zum 12.01.2026 aber nur knapp unter Vorjahresvolumen von 11,75 Mio. t. In der Saison 2023/24 lagen die Exporte bis Mitte Januar 24 allerdings bereits bei 17,63 Mio. t. Wie zuvor erwähnt ist Marokko das wichtigste Abnehmerland von EU-Weizen. Bislang importierte Marokko rund 2,17 (Vorjahr: 1,18) Mio. t EU-Weizen und macht damit knapp ein Fünftel der EU-Weizenlieferungen aus. Mit deutlichem Abstand nimmt Saudi-Arabien Platz zwei ein. Bisher wurden 934.923 t Weichweizen in das Land exportiert. Hierbei macht Saudi-Arabien gut 8 % der gesamten EU-Exporte aus, gegenüber 514.947 t und einem Marktanteil von 4,4 % zum Vorjahreszeitpunkt.

16.01.2026
Deutsche Weizenpreise nähern sich an
Pflanzen

(AMI) Am deutschen Brotgetreidemarkt zeigen die Preise auf Wochensicht eine heterogene Entwicklung. Im Großen und Ganzen bleibt die Marktsituation weiterhin ruhig. Das niedrige Preisniveau bietet keinen Anreiz zum Verkauf.

Insgesamt hat sich an der ruhigen Marktlage im Vergleich zur Vorwoche somit kaum etwas geändert. Die national wie international reichliche Getreideversorgung begrenzt den Preisspielraum nach oben – eine Situation, die sich voraussichtlich auch in den kommenden Wochen fortsetzen dürfte. Auf der Nachfrageseite ist sowohl im Inland als auch im Export nur wenig Kaufinteresse zu verzeichnen. Angesichts der üppigen Angebotslage sehen viele Abnehmer keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, zumal die vor den Weihnachtsfeiertagen beschafften Mengen vielerorts noch ausreichend sind.

Auf Erzeugerebene zeigt sich somit ein uneinheitliches Preisbild. Zur Mitte der 3. Kalenderwoche werden im Bundesdurchschnitt für Eliteweizen 179,25 (167–187) EUR/t frei Erfasserlager aufgerufen, was einem Rückgang von 1,90 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Brotweizen verfehlt das Vorwochenniveau mit aktuell 167,57 (153–178) EUR/t nur knapp um 0,14 EUR/t. Demgegenüber kann Qualitätsweizen innerhalb einer Woche um 2,08 EUR/t auf 173,82 (160–180) EUR/t zulegen. Auch Brotroggen verteuert sich, um 1,35 EUR/t auf durchschnittlich 145,10 (136–160) EUR/t.

Für Braugerste werden im Schnitt 161,96 (153–168) EUR/t frei Erfasserlager genannt, was einem leichten Anstieg von 0,19 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Die Vermarktung gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig, insbesondere im Norden Deutschlands, nachdem mehrere Brauereien ihren Betrieb eingestellt haben.

Angeboten wird Getreide vor allem aus Liquiditätsgründen oder aus Sorge vor einer möglichen Überlagerung zum Saisonwechsel. Zusätzlich wirkt das derzeit wenig attraktive Preisniveau verkaufshemmend. Entsprechend beschränkt sich das Marktgeschehen überwiegend auf die Abwicklung bereits bestehender Kontrakte.

16.01.2026
Rapspreise können sich behaupten
Pflanzen

(AMI) Nach dem jüngsten Preisrutsch zeigen sich die Rapspreise wieder gefestigt. Festere Börsenkurse und Großhandelspreise stützen den Markt, während die Vermarktungsbereitschaft weiterhin begrenzt bleibt.

Nach dem deutlichen Preisrutsch der Vorwoche haben sich die Erzeugerpreise am Rapsmarkt zuletzt behauptet. Zwar blieb der Handel insgesamt ruhig, weitere Abschläge blieben jedoch aus. Die Vermarktungsbereitschaft zeigte sich angesichts des erreichten Preisniveaus weiterhin begrenzt, während Käufer abwartend agierten.

Am Terminmarkt konnte Raps zuletzt zulegen. In Paris schloss der Fronttermin Februar 2026 am 15.01.2026 bei 471 EUR/t, ein leichtes Plus von 1,25 EUR/t gegenüber der Vorwoche. Impulse kamen vor allem vom kanadischen Canolamarkt, der sich deutlich fester zeigte. Belastende Signale vom Sojamarkt begrenzten jedoch den Spielraum nach oben, sodass größere Anschlusskäufe im insgesamt ruhigen Handel ausblieben.

Auf Großhandelsebene zogen die Forderungen ebenfalls an. Für Partien zur Lieferung ab Januar 2026 legten die Preise sowohl franko Hamburg als auch franko Niederrhein jeweils um Plus 7 EUR/t zu. In Hamburg sind aktuell 479 EUR/t möglich. Am Niederrhein stiegen die Preise auf 488 EUR/t. In Rostock fiel der Anstieg mit plus 9 EUR/t aufgrund einer höheren Prämie etwas stärker aus. Trotz der festeren Forderungen bleibt der Handel insgesamt ruhig, regional wird hingegen Ware gesucht. Abschlüsse werden allerdings weiterhin nur vereinzelt gemeldet.

Auf Erzeugerebene bestätigte sich die Stabilisierung. Der bundesweite Durchschnittspreis für Raps frei Erfasserlager stieg auf 443,13 EUR/t, ein Plus von 0,21 EUR/t gegenüber der Vorwoche. Die Vorkontrakte für die Ernte 2026 legten nach dem deutlichen Minus in der Vorwoche stärker zu und erreichten im Mittel 419,44 EUR/t, ein Plus von 3,16 EUR/t. Regional zeigen sich die Preise uneinheitlich, bewegen sich jedoch überwiegend in einer stabilen Spanne. Die Vermarktungsbereitschaft bleibt angesichts des ruhigen Marktumfelds begrenzt.

16.01.2026
Nach Frost Spekulationen am Kartoffelmarkt
Pflanzen

(AMI) Der starke Frost vergangener Tage hat einige Kartoffeln geschädigt, wohl aber nicht in großem Umfang. Den gibt es eher bei Spekulationen, die auch Osteuropa einbeziehen. Für Erzeuger wird nichts besser.

Nachdem wochenlang die schon bekannten fundamentalen Daten bei der Beschreibung und Analyse des Kartoffelmarktes von rechts nach links gedreht wurden, hat die Branche nach dem Frost Futter für Spekulationen darüber, ob Vorräte den niedrigen Temperaturen zum Opfer gefallen sein könnten. Sicher ist das hier und da geschehen, die Quantifizierung der Schäden ist aber kaum möglich. In klimatisierten Hallen dürfte so gut wie nichts passiert sein, es werden aber auch immer noch Kartoffeln in Provisorien vermutet. Auch gibt es beispielweise in Niedersachsen noch Feldmieten. Die sollen teilweise mit hohem Aufwand für die Isolierung erstellt worden sein, was dort auch noch Speiseware vermuten lässt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Frost in Deutschland die Überschusssituation aber nicht erledigt haben.

Ein anderer Aspekt ist die Lage in Ost- und Südosteuropa. Dort gibt es natürlich auch professionelle Lagerhaltung, aber wohl nicht so verbreitet wie in Westeuropa. Ob dann aber Kartoffelexporte für diese Regionen, die sicherlich nicht jetzt sondern in ein paar Wochen einsetzen, den Markt retten, bleibt auch dahingestellt. Es ist von den Größenordnungen her etwas völlig anderes, ob der Beneluxraum zu wenige Verarbeitungsrohstoff aufnimmt oder ein paar Speisekartoffeln nach Rumänien fließen. Außerdem warten nicht nur Versender in Deutschland, sondern auch in Frankreich auf ihre Gelegenheit.

Von Entspannung am Speisekartoffelmarkt kann also weiterhin keine Rede sein. Im Gegenteil: wenn jetzt in größerem Umfang auch noch Verarbeitungskartoffeln verschenkt werden und das medial Aufmerksamkeit bekommt, erweisen die Akteure dem Markt einen Bärendienst. Sowieso kommt bei den Landwirten seit der Ernte immer weniger Deckungsbeitrag an. Den fressen die Lagerkosten und die Bonituren auf. Es bräuchte bald einen weiteren Lagerkostenaufschlag. Der, so meinen Befragten, rückt aber in immer weitere Ferne – speziell in den Überschussgebieten.