Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

11.07.2024
Hochwasser-Hilfsprogramm

Antragsunterlagen können bis 03.09.2024 eingereicht werden

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen informiert auf ihrer Website unter dem Webcode 01042712 darüber, dass für das angekündigte Hochwasser-Hilfsprogramm ab sofort die Antragsunterlagen zur Verfügung stehen und bis zum 03.09.2024 eingereicht werden können. Auch wird darauf hingewiesen, dass die bis zum 26.02.2024 in der FANI-App hochgeladen Fotos lediglich als Nachweis für die jetzt mögliche Antragstellung gelten.

Den Download für die Antragsunterlagen, sowie weitere ausführliche Informationen und Ansprechpartner finden Sie ebenfalls unter dem oben genannten Webcode auf der Website der Landwirtschaftskammer Niedersachsen oder unter direkt HIER.

08.07.2024
„Agrarpaket“ ist Augenwischerei – Mehr Belastungen

Landvolkpräsident Hennies seziert die vermeintlichen Entlastungen im Faktencheck

Was die Bundeskoalitionäre SPD, Grüne und FDP mit ihrem kürzlich vorgelegten „Agrarpaket“ als „Entlastungen“ für die Branche verkaufen wollten, hält einem Faktencheck nicht stand. Die Gesetzentwürfe zur Verlängerung der Tarifermäßigung in der Land- und Forstwirtschaft, zur Änderung agrarrechtlicher Vorschriften sowie vorgesehene Änderungen im GAP-Konditionalitätengesetz hat die Ampel jetzt verabschiedet – eine Beschlussfassung im Bundesrat steht aber noch aus und ist vor September nicht zu erwarten. „Den Einbußen durch die schrittweise Agrardiesel-Besteuerung in Höhe von 440 Millionen Euro stehen Entlastungen von max. 140 Millionen Euro durch die Rücknahme der Pflicht zur Flächenstilllegung entgegen“, rechnet Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies ein Beispiel vor. Insgesamt betrage die Summe der Belastungen ein Vielfaches der Summe der Entlastungen.

Ziel der Tarifermäßigung für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft ist es, Gewinnschwankungen infolge des Klimawandels abzumildern. Die sogenannte Gewinnglättung über jeweils drei Jahre hat die damalige Große Koalition 2016 beschlossen. Sie soll nun um die Veranlagungszeiträume 2023 bis 2025 und 2026 bis 2028 verlängert werden.

„Durch die Gewinnglättung würde der Agrarsektor mit rund 60 Millionen Euro entlastet. Aber durch die Umsatzsteuer-Absenkung, das Glyphosatverbot in Wasserschutzgebieten und weitere sich verschärfende Vorgaben beim Düngerecht oder der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie drohende Auflagen in der Tierhaltung, insbesondere für Schweine- und Rinderhalter, würde unter dem Strich jegliche (angekündigte) finanzielle Erleichterung zunichte gemacht“, so Hennies weiter.

Zusammen mit Haushaltskürzungen und zusätzlichen Kosten beträgt die Summe der Belastungen in 2024 damit bis zu 2,6 Milliarden Euro zusätzlich; und dem gegenüber stehen Entlastungen von ca. 215 Millionen Euro, die außerdem größtenteils von der EU vorgegeben waren. Die schon 2023 beschlossenen Kürzungen unter anderem bei der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK), sind dabei noch nicht eingerechnet. „Von echten Entlastungen kann also keine Rede sein. Das neue Agrarpaket ist eine Mogelpackung und kann nur als Zumutung für die Landwirtschaft bezeichnet werden“, bringt es Hennies auf den Punkt.

08.07.2024
Aktionsbündnis Wolf wieder im Dialogforum dabei

Landvolk-Vizepräsident Ehlers begrüßt die neuen Aspekte des Herdenschutzes

Zuversichtlich blickt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers auf die neue Lage im „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“, dessen Sprecher der Landwirt aus dem Landkreis Verden ist. Anfang April hatte das Bündnis die Mitarbeit im Dialogforum Wolf der Landesregierung ruhen lassen; jetzt wurden die Gespräche wieder aufgenommen. „Mit den neuen Verabredungen können wir gut weiterkommen im ländlichen Raum. Wir werden konstruktiv mitarbeiten, denn wir müssen gemeinsam tragfähige Lösungen für den Umgang mit dem Wolffinden“, betonte Ehlers in einer Pressekonferenz nach der jüngsten Sitzung des Dialogforums. Die Gerichtsurteile, die zuletzt Schnellabschüsse von Wolfen verhindert haben, stimmen mich ratlos“, so Ehlers. „Wir haben einen Zuwachs an Bestand und Rissen, deshalb brauchen wir ein gesellschaftlich akzeptiertes Bestandsmanagement.“

Das Land Niedersachsen will sich dafür einsetzen, den Herdenschutz zu verbessern und auch schnelle Abschüsse zu ermöglichen. Tierhalterinnen und Tierhalter sollen für gerissene Schafe und Ziegen eine pauschale Prämie erhalten – vorausgesetzt, sie haben Maßnahmen zum Herdenschutz ergriffen. Die Halterinnen und Halter von Rindern und Pferden sollen beim Bau von Zäunen weiterhin gefördert werden. Jörn Ehlers begrüßte die neuen Aspekte des Herdenschutzes.

Bund und Länder hatten sich Ende 2023 auf ein Verfahren für schnellere Wolfsabschüsse geeinigt. Während zuvor nach einem Wolfsriss eine DNA-Analyse abgewartet werden musste, sind nach der neuen Regel unter bestimmten Bedingungen auch Abschüsse möglich, ohne dass die Frage nach der Identität des geschossenen Wolfs gestellt wird. Das Land wollte diese Regel erstmals in der Region Hannover anwenden; mehrere Vereine gingen jedoch dagegen vor. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg stoppte die Genehmigung der Abschüsse. Zur Finanzierung hat die rot-grüne Landesregierung angekündigt, dass im Jahr 2025 rund neun Millionen Euro für die Entschädigung von Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern, deren Tiere von Wölfen gerissen wurden, sowie für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung stehen sollen.

04.07.2024
Änderungen in der Geschäftsführung

Carsten Hoops ist neuer Geschäftsführer

Seit dem 01. Juli dürfen wir Carsten Hoops als unseren neuen Geschäftsführer begrüßen. Carsten Hoops kommt aus unserer Region und war zuvor viele Jahre lang als Bereichsleiter im Tiervertrieb bei der MASTERRIND tätig. Gerne steht er Euch künftig für Rückfragen per Mail unter hoops@landvolk-row-ver.de oder per Telefon am Standort Verden (Mo & Mi) unter 0 42 31 92 63 328 und am Standort Rotenburg (Di & Do) unter 0 42 61 63 03 228 zur Verfügung.

Alexander Kasten steht Carsten Hoops bis zum 01. September als stellv. Geschäftsführer zur Seite, danach wird er seine Tätigkeit als Justiziar beim Kreislandvolkverband Diepholz aufnehmen. Wir wünschen Alexander Kasten alles Gute für seine Zukunft und bedanken uns für sein Engagement für unseren Kreisverband. Wir freuen uns, dass er dem Landvolk an anderer Stelle erhalten bleibt.

01.07.2024
Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Hessen nachgewiesen

Seit September 2020 wird die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland regelmäßig bei Wildschweinen in den Regionen zur Grenze nach Polen nachgewiesen. Vereinzelt gab es Ausbrüche in Schweine haltenden Betrieben in verschiedenen Bundesländern, so auch 2022 in Niedersachsen im Landkreis Emsland. Die Einschleppungsursache dort blieb ungeklärt. Jetzt wurde das für den Menschen ungefährliche ASP-Virus Mitte Juni 2024 bei einem Wildschwein im Landkreis Groß-Gerau südlich von Rüsselsheim nachgewiesen.

Das Wildschwein wurde von einem Jäger erlegt, da es offensichtlich krank war. Im Rahmen der sofort eingeleiteten veterinärbehördlichen Maßnahmen (z. B. die Suche nach Kadavern) wurden weitere fünf Wildschweine positiv auf ASP getestet. Alle fünf Tiere waren bereits verendet und befanden sich in einem engen Umkreis um den ersten Fund.

Vermutlich wurde das Virus durch Unachtsamkeit in den Landkreis Groß-Gerau gebracht. Dies könnte zum Beispiel das gedankenlose Wegwerfen eines Wurstbrotes in der Natur sein. Da das ASP-Virus in Salami oder Rohschinken weiterhin lange infektiös bleibt, kann ein Wildschwein sich durch das Fressen eines weggeworfenen Wurstbrotes infizieren. Innerhalb einer Wildschweinrotte geschieht die Weitergabe der Viren dann durch direkten und indirekten Kontakt. Für Wild- und Hausschweine endet eine Infektion mit dem ASP-Virus fast immer tödlich.

Der Landkreis bittet um die Beachtung folgender Punkte, um einen Eintrag des ASP-Virus in die Wildschweinepopulation oder in die Schweinebestände unserer Region zu verhindern:

Bürgerinnen und Bürger: Speisereste gehören nicht in die Natur. Bitte diese zu Hause oder nur in geschlossenen Mülleimern (z. B. auf Parkplätzen) entsorgen.

Landwirtschaft:

Oberstes Ziel ist, den Eintrag des Virus in einen Schweinestall zu vermeiden. Unter dem Stichwort „Biosicherheit“ gelten verschiedene Maßnahmen, die dies verhindern sollen, z. B. beim Betreten der Stallungen eigene Schutzkleidung tragen, den Personenverkehr im Stall beschränken, für einen intakten Zaun um das Betriebsgelände sorgen, etc.)

Jägerinnen und Jäger:

Verendet gefundene Wildschweine unbedingt dem Veterinäramt melden, mit der Trichinenprobe gleichzeitig eine Blutprobe abgeben. Vorsicht bei der Jagd in Gebieten, die aufgrund eines ASP-Nachweises als Restriktionsgebieten ausgewiesen sind.

Weitere Information zum Thema „Afrikanische Schweinepest“ gibt es HIER auf der Homepage des Landkreises Rotenburg.

26.06.2024
Deutscher Bauernverband zum Agrarpaket der Ampelfraktionen

Rukwied: Päckchen bleibt weit hinter Anforderungen zurück

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, bewertet das von den Ampelfraktionen angekündigte Agrarpaket zur Entlastung der Landwirtschaft: „Dieses Päckchen ist ein längst überfälliger, aber nicht ausreichender Schritt. Es geht zwar in die richtige Richtung, bleibt jedoch weit hinter den Anforderungen der Landwirtinnen und Landwirte zurück. Echte Entlastungen sehen anders aus. Zudem bleibt es in vielen Bereichen weiterhin lediglich bei Ankündigungen, denen jetzt zwingend Taten folgen müssen. Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen dringend Wettbewerbsgleichheit in der EU.“ Die nächsten Schritte müssten laut Bauernpräsident Rukwied zunächst eine Rücknahme weiterer geplanter Belastungen wie der Novelle des Tierschutzgesetzes und des Pflanzenschutzprogrammes der Bundesregierung sein. Dann müsse eine Lösung für erneuerbaren Agrardiesel und die Möglichkeit für eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage folgen. „Wir müssen feststellen, dass wir noch immer Lichtjahre von einer echten Kompensation der Belastungen und Steuererhöhungen der zurückliegenden Monate entfernt sind“, so Rukwied abschließend.

18.06.2024
Sommer-Tagesfahrt in die Heide

Die Bienenfreunde Verden laden ein

Die Bienenfreunde Verden, eine Interessen- und Aktionsvereinigung von Imkern, Landwirten und Jägerschaft im Landesverband Hannoverscher Imker e.V., laden am Samstag, den 17.08.2024, zum Tagesausflug in die Heide ein:

Dabei steht jedoch nicht nur die Pferdekutschfahrt durch die Heide und der anschließende Genuss von Buchweizentorte auf dem Programm, sondern auch das Anfahren von weiteren Stationen im Sinne der Interessen- und Aktionsvereinigung des Vereins. Um 8 Uhr startet die Veranstaltung in Verden mit eigenen Fahrzeugen oder in Fahrgemeinschaften. Die Ankunft beim Spargel- und Erdbeerhof Niemann in 29578 Eimke ist für 10 Uhr eingeplant. Dort begrüßt Hinrich Niemann die Besucherinnen und Besucher zur Hofführung und Vorstellung der Blühflächen an Spargelfeldern, sowie Insektenunterstützungs- und Nachhaltigkeitsprojekten. Im Rahmen des bundesweiten topagrar-Wettbewerbs 2020 „Bienen brauchen Bauern – Bauern brauchen Bienen“ war die Juri auch bei ihm. Die Vereinigung erhielt für ihre Aktivitäten anlässlich der Grünen Woche in Berlin einen Sonderpreis, den Hinrich Niemann und Fred Eickhorst in Empfang nahmen.

Aktuelles vorab HIER.

Nach einem Imbiss ist gegen 13:45 Uhr die Ankunft beim Heide-Kiosk-Höpen geplant, von wo aus um 14:00 Uhr die einstündige Kutschfahrt startet.

Nach einem kurzem Fußweg geht’s weiter zum Heideimker / Korbimkerei Heinrich Inselmann. Das Gros der Imker nutzt heute Magazinbeuten und kennt die Korbimkerei nur vom Hören/Sagen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich auf den Besuch freuen, um die „Ursprungsimkerei“ von Heinrich Inselmann aus 1. Hand kennenzulernen. Danach bleibt Zeit für Gesprächsvertiefungen bei Kaffee und Kuchen.

Interesse geweckt? Dann meldet Euch bitte bis zum 3.7.24 an unter info@bienenfreunde-verden.de oder tel. unter 0152 2194 0831

17.06.2024
Statement Landvolk zur Bundesratsentscheidung Glyphosat

Änderung Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PfSchAnwV)

Enttäuscht zeigt sich das Landvolk zur Entscheidung des Bundesrates zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PfSchAnwV), in der das pauschale Anwendungsverbot von Glyphosat in sogenannten Wasserschutzgebieten weiterhin zur Anwendung kommen wird.

„Damit wird unseren Landwirten ein weiteres Bein im Wettbewerb auf dem europäischen Markt gestellt. Mit diesem Anwendungsverbot gerät unsere Landwirtschaft noch weiter ins Abseits. Damit ist weder dem Verbraucher noch der Natur geholfen. Im Gegenteil: Die Ernährungssicherheit mit guten Lebensmitteln aus der Heimat wird gefährdet. Auch Umwelt und Klima werden durch den vermehrten Einsatz anderer Pflanzenschutzmittel sowie durch schlechtere Alternativen, wie das häufigere Pflügen, mehr belastet“, stößt diese Entscheidung auf absolutes Unverständnis bei Landvolk-Präsident Holger Hennies.

Es zeige einmal mehr, dass Sachargumente und selbst unabhängige Studien nicht mehr zählen. Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) habe Ende 2023 Glyphosat als sicher für Mensch und Umwelt eingestuft, und die Kommission habe daraufhin den Wirkstoff für weitere zehn Jahre zur Anwendung in der EU freigegeben.

„Unsere Landwirte gehen sehr verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmittel um. So viel wie nötig, so wenig wie möglich lautet bei entsprechender Indikation die Devise. Mit Glyphosat hingegen hätte auf tiefe Bodenbearbeitung verzichtet und somit auch das Risiko von Nitrateinträgen in das Grundwasser verringert werden können“, bewertet Hennies diese Fehlentscheidung, die der deutschen Landwirtschaft und der Umwelt schaden wird.

14.06.2024
FINKA: Maisanbau mit Striegel & Hacke

Viertes Projektjahr bietet Kennzahlen & Erfahrungsaustausch

Auf dem FINKA-Acker in Odeweg trafen sich vergangene Woche Interessierte zum Projektaustausch: Das Projekt FINKA (Förderung von Insekten im Ackerbau) verfolgt das Ziel wissenschaftlich zu untersuchen welchen Effekt der Verzicht von Insektiziden und Herbiziden auf die Ackerbegleitpflanzen und damit auch auf die Insektenvielfalt hat und wie sich die geänderte Bewirtschaftungsweise ökonomisch auf die Betriebe auswirkt. Hierzu arbeiten 30 Betriebspaare, bestehend aus einem konventionell wirtschaftenden und einem ökologisch wirtschaftenden Part, bis zum Projektende 2025 eng zusammen.

Erfolgreiche Ernte hängt von vielen Faktoren ab:
Auf seiner gut vier Hektar großen FINKA-Versuchsfläche hat Gert Bunke in diesem Jahr Mais angebaut. „Am sechsten Mai haben wir die Fläche gepflügt und den Mais gelegt. Kurz darauf wurde einmal blind gestriegelt und im weiteren Verlauf noch zweimal gestriegelt, nachdem der Mais bereits aus der Erde kam. Anfang Juni haben wir den Schlag dann das erste Mal gehackt“, berichtet Bunke. Unterstützt wurde er dabei von seinem ökologisch wirtschaftenden Projektpartner Jan-Harmen Hesse. Zusätzlich berät Beke Gredner von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) die Landwirte. „Beim Maisanbau im Öko-Landbau spielt eine vernünftige Saatablage eine enorm wichtige Rolle. Richtung sechs Zentimeter wäre auf dieser Fläche zu empfehlen, denn der Mais darf auf der einen Seite nicht zu flach gelegt werden, um Vogelfraß zu vermeiden und um eine gute Voraussetzung für das Blindstriegeln zu schaffen, auf der anderen Seite darf er auch nicht zu tief gelegt werden, denn wir brauchen eine schnelle Entwicklung im Mais“, erklärt Gredner den Balanceakt. Auch beim Striegeln gäbe es Einiges zu beachten erläutert Hesse: „Für ein gutes Ergebnis muss man verschiedene Faktoren wie die Bodenverhältnisse, die Witterung und natürlich das Wachstumsstadium der Pflanze beachten“

Eine interessante Alternative zur Unkrautregulierung zeigt Andreas Jessen vom Bioverband Naturland auf: „Im ökologischen Feldgemüseanbau gehört das Abflammen von Unkräutern mittlerweile zu den Standardmaßnahmen. Auch im Mais ist der Einsatz von Abflammtechnik möglich, vor allem aus Dänemark liegen hierzu Erfahrungen vor. Der große Nachteil an dieser Methode ist leider der verhältnismäßig große Kostenaufwand.“

Betriebswirtschaftliche Auswertungen zeigen Unterschiede zwischen den Projektjahren auf:
Auf das Thema Kosten geht auch FINKA-Projektmitarbeiter Leen Vellenga vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) bezugnehmend auf die Auswertung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zum Silomais des Jahres 2022 und 2023 näher ein: „Das Einsparpotential an Pflanzenschutzmitteln pro Fläche ist im Silomais geringer als in anderen Kulturen. Auf den konventionell bewirtschafteten Vergleichsflächen wurde in den Anbaujahren 2022/2023 in der Regel eine Herbizidmaßnahme im Frühjahr durchgeführt, wodurch im Durchschnitt Kosten für die Beikrautregulierung von 69€/ha entstanden. Für die mechanische Beikrautregulierung im Mais waren demgegenüber in der Regel mehrere Striegel- und Hackmaßnahmen notwendig, ein zeitlicher Mehraufwand, der für landwirtschaftliche Betriebe auch arbeitswirtschaftlich nicht unterschätzt werden darf. Folglich ergeben sich größere Unterschiede in den Kosten der Beikrautregulierung. Auf der herbizid- und insektizidfreien Fläche lagen diese im Durchschnitt bei rund 109 €/ha. Insgesamt streuen die Ergebnisse je nach Standort und Bewirtschaftungsstrategie der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sehr stark“

Auch die Datengrundlage zu den Erträgen im Silomais aus den Jahren 2022 und 2023 wurden ausgewertet und ergaben das sich die Silomaiserträge im Anbaujahr 2022 in den beiden Varianten „konventionell“ und „herbizid- und insektizidfrei“ durchschnittlich um 49 dt/ha (375 dt/ha konventionell, 326 dt/ha herbizid- und insektizidfrei) unterschieden. Auf den Ökoflächen wurden im Schnitt 307 dt/ha geerntet. Insgesamt schwankten die Maiserträge der unterschiedlichen Regionen Niedersachsens erwartungsgemäß recht stark. Im Anbaujahr 2023 konnten auf den herbizidfreien Silomais-Flächen durchschnittlich Erträge von 473 dt/ha erzielt werden, 26 dt/ha weniger, als auf der konventionellen Vergleichsfläche. Damit unterscheiden sich die Erträge im Jahr 2023 deutlich weniger als im Vorjahr, einem von Sommertrockenheit geprägten Jahr mit regional stark schwankenden Erträgen. Die Öko-Silomaiserträge lagen mit durchschnittlich 398 dt/ha in 2023 deutlich über dem Vorjahresniveau.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Projektauswirkungen auf die Flora:
Wie sich die veränderte Bewirtschaftungsweise auf die Ackerbegleitpflanzen auswirkt, erforscht im Rahmen des Projektes die Georg-August-Universität Göttingen. Sechs der konventionell wirtschaftenden FINKA-Betriebe hatten im Anbaujahr 2023 Mais auf den FINKA-Flächen angebaut. Vellenga erklärt: „Um positive Effekte für Insekten erzielen zu können sind vor allem die potenziell blühenden Individuen pro m² von Bedeutung. Mit 8 potenziell blühende Individuen konventionell, 27 herbizidfrei und 28 ökologisch wird hier im Mais wird schon ein großer Unterschied zur konventionellen Fläche deutlich, der beispielsweise im Winterweizen noch höher ausfällt“

Fazit: Daten bieten Grundlage um nach Projektabschluss auf Politik zuzugehen
Forschungen zur Projektauswirkung auf die Insektenvielfalt werden vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels durchgeführt. Allerdings läuft die Auswertung der Daten aktuell noch. „Die ersten Ergebnisse zu der Fauna streuen bei allen Bewirtschaftungsweise stark. In der Tendenz weist die Ökofläche mehr Biomasse der am Boden lebenden gefangenen Insekten auf als die FINKA-Versuchsfläche und die konventionelle Fläche, die sich bei den derzeitigen Untersuchungsergebnissen ähneln. Da die Untersuchungen allerdings noch nicht abgeschlossen sind, lässt sich hierzu noch keine valide Aussage treffen“, gibt Vellenga Auskunft zum derzeitigen Stand der Untersuchungen. Man hoffe auf aussagekräftige Daten im Winter.

Auch wenn noch nicht alle Ergebnisse ausgewertet sind, sind sich die Projektpartnerinnen und Projektpartner sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Feldtages einig darin, dass diese Daten eine wichtige Grundlage darstellen werden, um nach dem Projektabschluss mit der Politik in den Austausch darüber zugehen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um einen Verzicht auf Insektiziden und Herbiziden unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten realistisch zu gestalten. „Durch die lange Projektdauer kann eine super Datengrundlage hierfür geschaffen werden“, lobt Jessen das FINKA-Projekt.

10.06.2024
Tag des offenen Hofes 2024

Höfe der Region locken mit authentischen Einblicken in den Stall und auf den Acker

Gleich mehrere landwirtschaftliche Betriebe öffneten am Sonntag im Verbandsgebiet zum Tag des offenen Hofes ihre Hoftore und hießen insgesamt über 5.000 Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen. Dabei boten die Landwirtsfamilien ein vielfältiges Angebot authentischer Einblicke:

Während der zentral gelegene Buschhof Schröder am südlichen Ende Rotenburgs sowie der Milchviehbetrieb der Familie Wortmann in Beppen-Thedinghausen den Schwerpunkt auf die Tierhaltung legte, stand auf dem Biohof Bremer und dem Bioland-Hof Wilkens, die ihren Tag des offenen Hofes gemeinsam veranstalteten, vor allem ihr abwechslungsreicher Ackerbau in Riepholm – Visselhövede sowie die zugehörige Verarbeitungskette im Fokus:

Buschhof Schröder: Das Vertrauen in unsere Branche stärken

Für Christoph und Ann-Cathrin Schröder war es bereits der zweite Tag des offenen Hofes, eine Veranstaltung, die alle zwei Jahre niedersachsenweit stattfindet. Noch aus dem Jahr 2022 weiß das Ehepaar daher auch um den großen organisatorischen Aufwand, der mit diesem Event einhergeht, doch die positiven Reaktionen der Besucherinnen und Besucher haben Schröders überzeugt gern erneut die Hoftore für zahlreiche Interessierte zu öffnen. „Natürlich verkaufen wir am Tag des offenen Hofes auch Produkte aus unserer Direktvermarktung, große Gewinne erzielen wir damit aber nicht. Uns geht es beim Tag des offenen Hofes auch nicht um einen wirtschaftlichen Profit, sondern darum unseren Kunden und allen anderen Interessierten ganz transparent zu zeigen, wie unsere Tiere gehalten werden und wie unser Betrieb funktioniert“, erklärte Ann-Cathrin Schröder. Gemeinsam mit ihrem Mann Christoph betreibt sie eine Pferdepension, eine Anguszucht in Form der Mutterkuhhaltung, die ganzjährig draußen sein dürfen, sowie eine Bullenmast in großzügigen halboffenen Tretmistställen mit Stroh und eine erfolgreiche Direktvermarktung. „Wenn die Leute am Ende des Tages von unserer Haltungsform genauso überzeugt sind wie wir und diese Regionalität, die wir bieten, zu schätzen wissen und daher auf unsere Produkte zurückgreifen, freuen wir uns natürlich umso mehr“, sagte Christoph Schröder. Doch Schröders geht es bei dem Event nicht nur um das Image ihres eigenen Hofes, sondern vor allem darum ein generelles Verständnis für die Landwirtschaft in der Gesellschaft zu schaffen. „Die Entfremdung der Bevölkerung von der Landwirtschaft durch den Strukturwandel ist deutlich spürbar und der Agrarsektor steht häufig gesellschaftlich und politisch in der Kritik. Wir möchten das Vertrauen in unsere Branche in der Bevölkerung wieder stärken und sind überzeugt, dass der beste Weg darin besteht die Menschen auf die Höfe einzuladen, damit diese einen ehrlichen und authentischen Einblick erhalten können.“, so Christoph Schröder. Auch der Rotenburger Landrat Marco Prietz ließ es sich nicht nehmen am Sonntag persönlich auf dem Buschhof vorbeizuschauen und lobte das Engagement der Familie: „Ich finde es klasse, was ihr hier auf die Beine gestellt habt! Da der Bezug zur Landwirtschaft heute in vielen Familien leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist es enorm wichtig geworden mit Aktionen wie diesen, auch gerade für Kinder, Landwirtschaft für alle erlebbar zu machen.“ Beim gemeinsamen Hofrundgang zeigten sich der Landrat und Marje Grafe, als ehrenamtliche Vertretung des Rotenburger Bürgermeisters, offen für die Sorgen der Gastgeber und des Kreislandvolk-Vorsitzenden Christian Intemann. Themen wie der Wegebau, die Wolfsproblematik und die fehlende Entbürokratisierung wurden angesprochen.

Biohof Bremer und Bioland-Hof Wilkens: Den Blick auf regionale Wertschöpfung gerichtet

Christina und Olaf Wilkens sowie Nadia Bremer und ihr Geschäftspartner Claas Grünhagen bieten mit Lein, Quinoa, Linsen und Buchweizen eine bunte Fruchtfolge, welche die Besucherinnen und Besucher beim Gang entlang des Riepholmer Modell-Ackers auf eigene Faust erkunden konnten. Auskunft zu den vielfältigen Acker- und Sonderkulturen boten dabei auch die anschaulichen Informationstafeln seitlich des Lehrpfades. Doch das Programm versprach weitaus mehr, denn es sollte ein ganzheitlicher Einblick in die regionale Lebensmittelerzeugung geboten werden: „Uns ist es heute besonders wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette aufzuzeigen und das Bewusstsein und die Wertschätzung für die Regionalität zu steigern“, machte Bremer ihr Anliegen deutlich.

Mit spannenden Fachvorträgen zu Themen wie Photovoltaik, Wertschöpfungsketten sowie Bodenfruchtbarkeit und Fruchtfolge, konnten besonders die Erwachsenen ihr Wissen weiter vertiefen. Für ein umfassendes Verständnis der Nahrungsmittelproduktion gab es zudem auch weitere Einblicke in den Arbeitsalltag der Landwirtinnen und Landwirte, z.B. in Form einer Maschinenausstellung mit Mähdrescher, Striegel und Drillmaschine. Die Kinder konnten währenddessen auf dem Schulbauernhof „ackern und rackern“ im Rahmen von großartigen Mitmachaktionen ihr Interesse für die Landwirtschaft mit allen Sinnen entdecken. Auch den Kleinen wollte man dabei auf spielerische Weise die Wertschöpfungsketten aufzeigen. So konnten die Kinder nicht nur direkt neben dem Waffelstand selber Mehl mahlen, sondern bei der Hühnerstallführung auch sehen, wo die Eier herkommen, welche gemeinsam mit dem Mehl aus eigener regionaler Produktion zu leckeren Waffeln verarbeitet wurden.

Auch die weiteren kulinarischen Köstlichkeiten versprühten unverkennbar Regionalität: So gab es Eis aus dem Öl der eigenen Sonnenblumen- und Leinernte, Brot aus den Emmer- und Roggenkörnern von den umliegenden Feldern und Eintopf aus der eigenen Erbsenernte dazu Bratwürste von den Rindern aus eigener Haltung. Für Begeisterung sorgte auch der Stand der kleinen Manufaktur Umami Ferment, die aus den Riepholmer Erbsen und Roggen eine Sojasoßenähnliche Alternative herstellt.

„Wir sind überwältigt von den tollen Gesprächen, die wir heute führen konnten. Mich freut es wirklich sehr wie viele interessierte Menschen heute nicht nur zum Kaffee trinken vorbeigekommen sind, sondern vor allem, um wirklich etwas über unsere Betriebe und Bewirtschaftungsweisen zu erfahren“, berichtete Olaf Wilkens erfreut und schon etwas heiser. Mit seiner Frau betreibt er auf dem Bioland-Hof neben dem Ackerbau auch noch eine Selbstpflück-Heidelbeerplantage, eine Hühner- und Rinderhaltung, sowie Agri-PV und eine Ferienwohnung. Auch Nadia Bremer zieht ein positives Fazit: „Viele Leute aus der direkten Nachbarschaft, aber auch viele aus Bremen und umzu, haben sich heute dem Thema der regionalen Wertschöpfung geöffnet und mein Eindruck ist, dass es dabei viele Aha-Moment gab“ Neben ihrem großen Herzensprojekt, der Direktvermarktung, führt sie mit ihrem Biohof abgesehen von dem vielseitigen Ackerbau noch eine kleine aber feine Rinderherde, mit 10 bis 15 Tieren, die auf 10 ha Grünland weiden. Darüber hinaus gibt Nadia Bremer Führungen und Workshops zum Thema Biolandwirtschaft und möchte diesen Bereich künftig auch noch weiter ausbauen.

Milchviehbetrieb der Familie Wortmann: Melkrobotoren, Mitmachaktionen und Musik

Auf dem Gelände „Zum Heesen 1“ kamen in Beppen-Thedinghausen die Besucherinnen und Besucher alle auf ihre Kosten. Neben einem Einblick in den modernen Stall mit insgesamt 360 Milchkühen und sechs Melkrobotoren gab es auf der daneben liegenden Wiese nicht nur eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Maschinen, sondern auch eine große Anzahl an Ausstellern zu sehen sowie Musik von den Jagdhornbläsern “Allerort”. Am Stand der Feuerwehr übten Groß und Klein mit einem Schlauch Zielschießen, drehten am Glücksrad und warfen mit Pümpeln auf eine riesige Zielscheibe. Zu gewinnen gab es tolle Preise. Direkt daneben spielten Kinder entweder mit ferngesteuerten Treckern, im Sand oder auf einer Hüpfburg. Zudem gab es zahlreiche Infostände wie beispielsweise von der hiesigen Rehkitzrettung, der landwirtschaftlichen Bildungsarbeit vom gemeinnützigen Verein NEUA e. V. sowie den Dorfhelferinnen. Für das leibliche Wohl in Form von Kaffee und Kuchen sorgten die LandFrauen und zahlreiche weitere Stände – darunter Burger aus Intschede, Käse, Erdbeeren, Bio-Eis, Bratwurst und Pommes. Johanna Wortmann, die den Betrieb gemeinsam mit ihrem Freund Michael und ihrer Schwester Alena bewirtschaftet zeigte sich zufrieden mit dem Tag und bedankte sich bei allen helfenden Händen.

Das Landvolk bedankt sich

Als großen Erfolg verbucht auch der Rotenburger Kreislandwirt Christian Intemann den Tag des offenen Hofes 2024: „Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei den Höfen, die heute mit viel Schweiß und Herzblut einen großen Beitrag in Punkto Öffentlichkeitsarbeit für unsere gesamte Branche geleistet haben. Ebenso möchte ich mich bei den zahlreichen Besuchern bedanken, die uns und unserer Arbeit mit viel Interesse und Offenheit begegnet sind.“

Aktuelles aus dem Landesverband

20.02.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

In der 6. KW erfassten die Molkereien 0,3 % mehr Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr verringerte sich jedoch auf 5,6 %. Der deutsche Buttermarkt bleibt nachfragekräftig, besonders bei abgepackter Butter, deren Bestellungen als gut bis sehr gut bewertet werden. Die Preise bleiben stabil, allerdings werden für den kommenden Monat höhere Preise gefordert. Nachfrage nach Blockbutter ist gut, für spätere Liefertermine werden Preisaufschläge erzielt. Die Preise ziehen an; in Kempten wurden sie auf 4,25-4,42€/kg erhöht. Nachfrage nach Schnittkäse sehr hoch, die Hersteller sind weitgehend ausverkauft. LEH, Food-Service, Industrie und Exporte laufen stark, die Bestände bleiben niedrig. Die Preise leicht festere Tendenz, da höhere Preise vermehrt durchgesetzt werden.

MMP auf höherem Niveau stabil. Hohe Produktion und gute Nachfrage. Preise für Lebensmittelqualität fester, Futtermittelware ebenfalls stabil. Nachfrage bei VMP gering, Markt ruhig. Preise uneinheitlich.MP-Markt bleibt fest: Lebensmittelware gute Nachfrage bei stabilen Preisen, Futtermittelware fester. (AMI, ZMB)

20.02.2026
DBV zum BMUKN-Klimaschutzprogramm 2026
Milch und Rind

Der DBV betont vor dem Hintergrund des bekannt gewordenen Entwurfs für ein Klimaschutzprogramm 2026 des Bundesumweltministeriums (BMUKN), dass die Landwirtschaft bereits auf dem Zielpfad sei und in den Jahren 2021 bis 2030 die zulässigen Jahresemissionsmengen deutlich unterschreiten werde. „Schon heute erzeugen wir im weltweiten Vergleich Milch mit einem geringen CO2-Fußabdruck und sind Vorreiter in Sachen Klimaeffizienz. Maßnahmen, die auf innovative Lösungen im Bereich der Methanreduktion abzielen, wie im Bereich der Futterzusatzstoffe oder Tierzucht, sind zwar der richtige Weg, es fehlt aber eine Neubewertung der Klimawirkung von Methan.“, so DBV-Generalsekretärin Sabet.

https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/bauernverband-klimaschutzplan-2026-muss-sonderrolle-der-landwirtschaft-anerkennen

20.02.2026
Deutschland erzeugt 2025 konstante Fleischmengen
Milch und Rind, Schwein

(AMI) – Im Vergleich zum Vorjahr wurde in Deutschland in etwa gleich viel Fleisch in gewerblichen Betrieben hergestellt. Mit 6,9 Mio. t Fleisch wurde der Wert von 2024 mit einem Minus von 0,2 % nur minimal verfehlt. Zuvor wurde der höchste Wert in der Fleischproduktion im Jahr 2016 mit 8,3 Mio. t erreicht. Bis 2025 wurde die Fleischmenge um 17,0 % reduziert. Die größten Mengen entfallen unter den verschiedenen Fleischarten auch 2025 auf Schweinefleisch mit einem Anteil von fast zwei Dritteln an der gesamten Erzeugung. Entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Erzeugung von Schweinefleisch mit einem Plus von 1,1 % leicht an. Interessant ist, dass die Anstiege aus der heimischen Schweinehaltung stammen. Die Zahl der eingeführten Schlachtschweine mit ausländischer Herkunft wurde um 43,3 % verringert.

Deutliche Rückgänge waren bei der Produktion von Rindfleisch festzustellen. Im Jahr 2025 verminderten sich die gewerblichen Schlachtzahlen um 7,3 %, aufgrund von gestiegenen Schlachtgewichten hatte dies ein etwas kleineres Minus von 6,0 % bei der Rindfleischmenge zur Folge. Unverändert blieb die erzeugte Geflügelfleischmenge im vergangenen Jahr gegenüber 2024 mit 1,6 Mio. t.

20.02.2026
Komfortable Angebotssituation dämpft Kursgewinne des Matif-Weizens
Pflanzen

(AMI) Wichtige Importländer sehen angesichts der reichlichen Verfügbarkeit von Weizen keine Dringlichkeit, langfristig zu ordern. Der harte Wettbewerb am Exportmarkt dürfte auch mit dem Voranschreiten der Saison auf die Kurse drücken.

In den vorigen Handelstagen bewegten sich die Weizenkurse an der Pariser Börse in einer engen Spanne. Es waren Tagesschwankungen von -1 EUR/t bis +1,75 EUR/t die Regel. Am 19.02.2026 schloss der März-Kontrakt schließlich bei 193,75 EUR/t und übertraf das Vorwochenniveau um 1,50 EUR/t. Der Termin der neuen Ernte schloss mit 197,75 EUR/t nur 1,25 EUR/t über Vorwoche.

Gedeckelt wird der Kursspielraum weiterhin von dem global mehr als ausreichenden Angebot. Zudem startete jüngst der muslimische Fastenmonat ,,Ramadan“, der die Nachfrage großer Importländer weiter dämpfen wird. Denn ohnehin ordern Importeure bei der guten Versorgungslage nur für den kurzfristigen Bedarf und sehen keine Eile. Ägypten äußerte zuletzt Kaufinteresse für rund 25.000 t Weizen ukrainischen Ursprungs, EU-Weizen wurde aufgrund des Preisunterschiedes gar nicht erst in Betracht gezogen. Unterdessen können neben der Ukraine auch Russland und Argentinien, das aktuell günstigste Herkunftsland unter den bedeutsamen Exporteuren, noch auf größere unverkaufte Mengen Weizen zurückgreifen. Das dürfte den Wettbewerb mit dem Voranschreiten der Saison weiter verschärfen.

Die Weizenausfuhren der EU liegen im bisherigen Wirtschaftsjahresverlauf bis zum 15.02.2026 mit 15,12 Mio. t zwar über den 13,65 Mio. t im Vorjahreszeitraum, die 20,80 Mio. t der Saison 2023/24 werden aber dennoch weit verfehlt. Größter Exporteur der EU ist in dieser Saison bisher Rumänien mit einem Volumen von 4,75 (Vorjahr: 3,77) Mio. t, gefolgt von Frankreich mit 4,23 (1,46) Mio. t. Deutschland befindet sich aktuell auf Platz fünf mit 1,16 (1,50) Mio. t.

20.02.2026
Kaum Preisimpulse am Kassamarkt für Brotgetreide
Pflanzen

(AMI) National wie international ist ausreichend Getreide verfügbar. Die Nachfrage bleibt sowohl im Inland als auch beim Exportgeschäft verhalten. Viele Erzeuger beginnen bereits, ihre teils noch üppigen Bestände abzubauen. Ein deutlicher Preisaufschwung scheint vorerst unwahrscheinlich.

In der laufenden Berichtswoche zeigten die heimischen Brotgetreidepreise kein einheitliches Bild. Insgesamt blieb die Marktaktivität jedoch verhalten. Neben den Karnevalsfeiertagen – insbesondere im Westen Deutschlands – dämpfen vor allem fehlende Preisanreize die Verkaufsbereitschaft. Die Versorgungslage wird sowohl national als auch international als ausreichend bis komfortabel eingeschätzt.

Deutscher Brotweizen behauptete sich dabei nahezu auf Vorwochenniveau. Mit 167,83 EUR/t ergibt sich lediglich ein minimaler Abschlag von 0,03 EUR/t. Im Vergleich zu Mitte Februar 25 hat sich der Preis jedoch um 43,97 EUR/t verbilligt. In Niedersachsen sind ab Hof aktuell 161 bis 186 (⌀ 174) EUR/t möglich, wobei die Preisspanne im Süden größer ist, als im Norden des Landes.
Etwas fester präsentierte sich dagegen Qualitätsweizen, welcher sich im Bundesschnitt um 0,90 EUR/t auf 171,20 (164-178) EUR/t verteuerte. Trotz dieser leichten Erholung liegen die Preise deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im gleichen Zeitraum waren im letzten Jahr 58,38 EUR/t mehr möglich. Für niedersächsischen A-Weizen wurden ab Hof in der Berichtswoche durchschnittlich 178 (167-189) EUR/t gemeldet.

Trotz dieser leichten Aufwärtsbewegung bleibt das Interesse an Partien der neuen Ernte überschaubar. Vereinzelt werden bereits Offerten für die Ernte 26 diskutiert, Abschlüsse kommen jedoch nur sporadisch zustande. Im Mittelpunkt steht derzeit vor allem die Abwicklung bestehender Kontrakte. Die Hoffnung auf einen deutlichen Preisanstieg bei heimischem Brotgetreide schwindet zunehmend. Vor diesem Hintergrund beginnen viele Landwirte, ihre Lager zu räumen – wenn auch mit spürbar gedämpfter Stimmung. Marktbeobachter gehen weiterhin von erheblichen Mengen unverkauften Getreides in Erzeugerhand aus.

20.02.2026
Preisauftrieb für Raps
Pflanzen

(AMI) Feste Terminmarktnotierungen geben den Großhandels- und Erzeugerpreisen für Raps Rückenwind. Dabei bleibt der Handel insgesamt überschaubar.

Trotz zwischenzeitlicher Verluste zeigt der Trend des Rapskurses an der Euronext weiter nach oben. So schloss der Fronttermin am 19.02.2026 bei 492,75 EUR/t und damit rund 4,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Ein ähnliches Bild zeigt sich für Ware der Ernte 2026. So gewinnt der August-26-Kontrakt auf Wochensicht rund 7 auf 473 EUR/t. Kurswirkung zeigen dabei unter anderem die Überschwemmungen in Frankreich. Besonders betroffen ist der Südwesten des Landes. Die Niederschläge dürften auch in den kommenden Tagen anhalten, was die Situation zusätzlich verschärft. Hinzu kommt eine rege chinesische Nachfrage nach Raps aus Kanada und Australien.

Mit dem Plus in Paris geht es auch auf Großhandelsebene aufwärts. Dabei bleiben die Aufgelder durchweg unverändert. Franko Hamburg werden zur Lieferung ab Mai mit 495 EUR/t rund 1 EUR/t mehr in Aussicht gestellt als noch in der Woche zuvor. Franko Niederrhein sind mit 503 EUR/t ebenfalls 1 EUR/t mehr möglich. Dabei hat sich die Handelsaktivität zuletzt wieder abgekühlt. Während in der vergangenen Woche gebietsweise noch Nachfrage aufkeimte, bleibt es nun wieder ruhig. Marktteilnehmer verweisen nun auf ihre gute Deckung und warten die weitere Preisentwicklung ab.

Auch der mengenmäßige Handel am heimischen Rapsmarkt zeigt sich von der Entwicklung in Paris noch unbeeindruckt. Raps der alten Ernte gilt im Osten der Republik ohnehin als weitestgehend vermarktet. So fußen die Mengenbewegungen überwiegend auf der Abwicklung bestehender Kontrakte. Ölmühlen zeigen jedoch vereinzelt auch noch etwas Bedarf. Hinsichtlich der kommenden Ernte werden Preisspitzen zur Absicherung genutzt. Im Mittel erhalten Erzeuger dabei in der 08. KW rund 439,30 (425-470) EUR/t und damit 2 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. In Niedersachsen werden Kontrakte ab Hof mit 438 bis 450 EUR/t bewertet.
Für Partien der Ernte 2025 sind im Bundesdurchschnitt rund 469,70 EUR/t möglich, ein kräftiges Plus von 8,20 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 445-489 EUR/t.

20.02.2026
Überangebot prägt heimischen und europäischen Kartoffelmarkt
Pflanzen

(AMI) Der heimische Kartoffelmarkt bleibt weiterhin angespannt. Absatz und Nachfrage bleiben verhalten, die Lagerqualität verschlechtert sich, und Lagerzuschläge sowie Exportmöglichkeiten können das Überangebot kaum dämpfen.

Die Lage am heimischen Kartoffelmarkt bleibt auch Mitte Februar weiterhin angespannt. Das reichliche Angebot aus der Rekordernte 2025 – mit über 13 Mio. t Kartoffeln – übertrifft weiterhin deutlich die Nachfrage. Der inländische Absatz wird zudem als ruhig beschrieben. Auch gezielte Werbeaktionen im LEH können das anhaltende Überangebot nicht merklich verringern. Mit zunehmender Lagerdauer nimmt auch die Qualität der Knollen spürbar ab. Aussortierungen aufgrund von Druckstellen werden kontinuierlich vorgenommen, tragen jedoch kaum dazu bei, das Überangebot zu reduzieren. Partien mit minderwertigerer Qualität finden außerdem keinen Marktzugang. Die Erzeugerpreise verharren dabei auf dem Niveau der Vorwoche. Auch die Aussicht auf Lagerzuschläge bleibt weiterhin ohne Erfolg.

Absatzchancen in andere Länder gestalten sich ebenfalls schwierig. Benachbarte Länder – unter anderem die Niederlande und Frankreich – konkurrieren um die ohnehin mäßige Nachfrage. Das Überangebot an Kartoffeln hält somit ganz Europa im Griff. Absatzmöglichkeiten Richtung Osten Europas bestehen zwar, werden jedoch aufgrund des kalten Wetters, und den damit zusammenhängenden logistischen Herausforderungen, erheblich erschwert.

Auch am Markt für Verarbeitungskartoffeln bleibt die Lage weiterhin angespannt: Die Läger sind nach wie vor üppig gefüllt, und es finden sich kaum Abnehmer. Fritten-Hersteller signalisieren über die vertraglich vereinbarten Mengen hinaus keinen zusätzlichen Bedarf. Lediglich beste Qualitäten der Sorte Agria finden am freien Markt gelegentlich Abnehmer.

20.02.2026
Regionaler Marktkommentar
Pflanzen

Am Niedersächsischen Getreidemarkt geht es weiterhin ruhig zu. In der zu Ende gehenden Woche wurden für B-Weizen ab Hof durchschnittlich 174 EUR/t (161 – 186) genannt, für A-Weizen sind es je nach Region nur wenig mehr (167 – 189 EUR/t). Ein Preisniveau, das weiterhin wenig zum Vermarkten einlädt. Allerdings scheint die Versorgungslage aktuell auch kaum Aussicht auf deutliche Bewegungen nach oben zuzulassen. Somit wird berichtet, dass einige Erzeuger dazu übergehen, Teilmengen zu vermarkten oder die Läger zu leeren, um Platz für die 26er Ernte zu schaffen. Entwicklungen gibt es aber im Futtersegment. Hier wird vor allem die Gerste nachgefragt, was dazu führt, dass Futtergerste aktuell oft höher bewertet wird als Futterweizen. Noch mehr Bewegung ist laut Marktbeteiligten beim Raps zu spüren. Getrieben durch die Terminmärkte legten die Erzeugerpreise in den letzten Wochen deutlich zu. So wurde alterntiger Raps ab Hof zuletzt mit bis zu 489 EUR/t bewertet. Bei einer Preisspanne von von 465 bis 489 wurden im Schnitt 474 EUR/t gezahlt. Die Vorkontrakte bewegen sich mit durchschnittlich 445 EUR/t ebenfalls in einem für viele interessanten Bereich. Kaum etwas zu berichten gibt es vom Kartoffelmarkt. Auch in der achten Kalenderwoche sind keine spürbaren Impulse in Sicht. Die Nachfrage ist typisch für die Jahreszeit verhalten und auch LEH-Kampagnen, welche zwar kurzfristig den Absatz erhöhen, entlasten den Markt nicht. Die Mengen an vermarktungsfähiger Ware sind schlichtweg zu hoch. Auch wenn mit andauernder Lagerzeit die Absortierungsraten steigen, verändert das die Lage nicht. Somit schwinden die Hoffnungen auf Lagerzuschläge zunehmend.